© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

Wieviel Steuern die »Reichen« wirklich zahlen

Wer den deutschen Medien folgt, bekommt von der Verteilung der Steuerlast in den USA ein eindeutiges Bild: Die „Reichen“ zahlen so gut wie nichts, während die unteren Einkommensgruppen überdurchschnittlich belastet werden. Börsenmilliardär Warren Buffett hat dieses Bild bestätigt durch seine Aufforderung, auch seinesgleichen sollte endlich mehr beitragen.

Mit „seinesgleichen“ kann Buffett allerdings nur eine verschwindend kleine Zahl von Superreichen gemeint haben, welche durch Schlupflöcher vor der Steuer fliehen können. Die Masse der Gutverdiener in den USA wird hingegen schon jetzt kräftig zur Kasse gebeten. Laut der Steuerzahlergewerkschaft NTU trug 2008 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) das oberste eine Prozent der Einkommensempfänger 38 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens bei, die oberen zehn Prozent zusammen knapp 70 Prozent. Die unteren 47 Prozent der Gehaltsempfänger zahlten nach Angaben der „New York Times“ hingegen überhaupt keine Einkommensteuer.

Die linksgerichtete „Times“ und andere Linke versuchen, die Zahl 47 zu relativieren mit Einwänden, die nicht einfach von der Hand zu weisen sind: Verbrauchssteuern und Soziallasten, die bei den unteren Schichten besonders schwer wögen, würden bei den 47 Prozent übersehen. Auch zeige die Menge der Nichtzahler, wie hoch der Anteil der Geringverdiener sei.

Dennoch bleibt das Bild von den bevorzugten Wohlhabenden, welche die finanzielle Verantwortung allein den unteren Schichten überließen, ein Zerrbild. Gegen dieses Bild kämpft die „Tea-Party“-Bewegung daher mit einigem Zorn. Hans Heckel

 

Zeitzeugen

Barack Obama – Der amerikanische Präsident muss in seinem zweiten Wahlkampf seine Gegner wesentlich mehr fürchten als beim ersten Wahlgang 2008. Sein Nimbus des „Messias“ ist weitgehend verflogen. Obama, dem man vorschnell den Friedensnobelpreis verlieh, hat viele seiner Versprechen nicht eingehalten.

Willard Mitt Romney – Er führt derzeit die Umfragen an, obwohl Michele Bachmann ihn bereits bei der ersten Testwahl schlagen konnte. Bereits zum zweiten Mal versucht der gläubige Mormone und Ex-Gouverneur den Anlauf zur Präsidentschaft. Der Jurist und Anwalt gilt als exzellenter Organisator, was er als Chef der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City 2002 unter Beweis stellte. Harsch kritisierte er die Gesundheitsreform von Präsident Obama.

Paul Krugman – Der Träger des Wirtschafts-Nobelpreises 2008 vertritt Positionen, denen die Obama-Regierung bereitwillig folgte. Hohe, mit Krediten finanzierte Konjunkturprogramme sollten nach seiner Theorie die Wirtschaft in Schwung bringen. Das Gegenteil trat jedoch ein. Davon lässt sich Krugman, der auch schon das Ende des Kapitalismus voraussagte, nicht beirren. Im August regte er allen Ernstes einen „inszenierten Krieg gegen Aliens“ an, der dann die Wirtschaft wieder zum Blühen bringen soll.

Rick Perry – Aus einer Rancherfamilie in Paint Creek im Westen von Texas entstammt der heute 61-jährige Gouverneur. Nach einem Bachelor-Studium in Tierwissenschaften diente Perry als Pilot in der US-Luftwaffe. 1984 wurde er Mitglied des Repräsentantenhauses. Ethisch gilt der gläubige Christ als Hardliner, weil er sich gegen Abtreibung und homosexuelle eheähnliche Verbindungen einsetzt.

Michele Bachmann – Die 55-jährige Mutter von fünf Kindern vertritt im US-Senat den Bundesstaat Minnesota. Sie ist Mitbegründerin der „Tea-Party“-Bewegung und gilt dort als „Heldin“. Vor ihrer politischen Karriere arbeitete die promovierte Juristin als Steueranwältin und gilt daher gerade in diesem in der Politik wichtigen Feld als hochkompetent. Seit einer Fehlgeburt setzt sich die evangelikale Christin intensiv für „Pro-Life“ und damit gegen Abtreibung und Sterbehilfe ein.


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