© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

MELDUNGEN

Weg von russischem Gas

Kiew – Weil Russland den Forderungen nach Annulierung des 2009 von Julia Timoschenko unterzeichneten Gaslieferungs- und Transitvertrags nicht nachkommen will, hat der ukrainische Energieminister Jurij Bojko angekündigt, die Einfuhr russischen Gases auf die Hälfte zu drosseln und stattdessen mit Hilfe ausländischer Partner auf dem Festlandsockel des Schwarzen Meeres die dort vorhandenen Schiefergasvorkommen zu erschließen. Um bis dahin die Energieversorgung des Landes zu sichern, will man auf die eigenen Kohlevorkommen zurückgreifen, Energiesparprogramme auflegen und außerdem auf erneuerbare Energie setzen. MRK

 

Polen: Streit um Erdgasreserven

Warschau – Um die Lagerung der polnischen strategischen Erdgasreserven im Ausland gibt es Streit: Die Regierung will noch in dieser Legislaturperiode die Gesetze über die Gasvorräte an Brüsseler Vorschriften anpassen, welche die Aufbewahrung auch in anderen EU-Staaten vorsehen, darunter auch in Deutschland. Bedingung wäre, dass Polen im Falle einer Energiekrise innerhalb von 40 Tagen darauf zugreifen kann. Kritik kommt aus der Opposition: Der Vizechef der Sejm-Kommission für Wirtschaft, Maks Kraczkowski, sieht die Sicherheit Polens gefährdet. Die Regierung sei nicht in der Lage „zu erklären, ob während einer Krise solches Gas tatsächlich nach Polen gelangt“, sagte der Abgeordnete der nationalkonservativen Kaczynski-Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Im Ausland angelegte Vorräte seien schwer zu überprüfen und zu kontrollieren. Wie bisher sollten „die strategischen Reserven im Land selbst gelagert werden“, forderte Kraczkowski. CR


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