© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

Für’s Leben?
von Jan Heitmann

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Das wird lernunwilligen Schülern seit Generationen gepredigt. Dann müssen die Schulen aber auch das unterrichten, was für das Leben wichtig ist. Wirtschaft ist wichtig. Niemand wird das angesichts der unser Leben derzeit beherrschenden Themen Euro, Bankenrettung und Schuldenkrise ernsthaft bezweifeln können. In Nordrhein-Westfalen gibt es seit Sommer 2010 Wirtschaftsunterricht im Modellversuch. Doch der läuft nun aus. Nicht etwa mangelnde Akzeptanz bei den Schülern oder negative Erfahrungen der Lehrer sind der Grund, sondern politisch-ideologische Verbohrtheit. Die grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann fürchtet, durch den Wirtschaftsunterricht könnte allzu liberales Gedankengut vermittelt werden, wird ein Teil der Lehrmaterialien doch durch Wirtschaftsverbände und Unternehmen bereitgestellt. So müssen sich die Schüler also mit der Photosynthese, dem Periodensystem der Elemente oder Atomketten herumschlagen, wovon im späteren Leben nur die wenigsten profitieren dürften. Was eine Staatsanleihe ist oder wie eine Rating-Agentur funktioniert, dürfen sie dagegen nicht mehr lernen. Lernen für das Leben sieht anders aus.


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