© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

Enthüllungen am Todestag

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat den 225. Todestag Friedrichs des Großen mit einem morgendlichen kleinen Festakt an seiner Gruft auf der Terrasse von Schloss Sanssouci gewürdigt. In alter Tradition legte der Generaldirektor Hartmut Dorgerloh einen Lorbeerkranz nieder. Er erinnerte daran, dass vor 20 Jahren der Preußenkönig dort seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Bei dieser Gelegenheit präsentierte die Stiftung zwei Marmorkopien antiker Figuren an der Südfassade des Schlosses zur Gartenseite hin. Die Originalstatuen waren Teile aus der Sammlung des Kardinals Melchior de Polignac, die vom Preußenkönig 1742 erworben wurde.

Die reich mit Bacchanten aus Sandstein geschmückte Gartenfassade des Schlosses wurde so durch zwei antike Statuen, einen jugendlichen römischen Senator in der westlichen und einen jugendlichen Bacchus in der östlichen Nische, ergänzt.

Sanssouci sei eine Anlage, die sich häufig zwischen zwei Polen bewege, so Dorgerloh. Das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden, zeige sich auch in den beiden Antiken. Einmal sei hier das Dionysische, die Lust und das Vergnügen, andererseits die Pflicht und die Staatskunst zu erkennen.

„Marmor ist für unsere nördlichen Breiten ein schwieriges Material“, erläuterte Kathrin Lange, die Leiterin der Skulpturenwerkstatt. „Marmorstrukturen werden in sich zerstört, so dass Figuren in sich zusammenfallen wie Zucker.“

Deshalb wurden die beiden Antiken um 1830 mit der Gründung des Antikenmuseums in Berlin dorthin überführt. Friedrich Wilhelm IV. gab in der Folgezeit Kopien der Originale in Auftrag, die 1846 aufgestellt wurden. Doch auch an ihnen nagte der Zahn der Zeit und so wurden 1929 Kunststeinabgüsse nach Werken von Jean Pierre Antoine Tassaert aus den Neuen Kammern an der Schlossfassade aufgestellt. Der inhaltliche Bezug zu den Originalen fehlte nun jedoch gänzlich. Vor zehn Jahren wurden auch diese Figuren aufgrund ihres desolaten Zustandes entfernt und so blieb es vorerst.

Dank einer Erbschaftsspende aus dem Jahre 2005 konnte dann eine Wiederherstellung des Fassadenschmuckes in Angriff genommen werden. Von den Originalen aus der Antikensammlung in Berlin wurden Gipsabgüsse gefertigt. Die Dresdner Bildhauer Stefan Dürre und Frank Schauseil schufen daraus fantastische Kopien zur Freude aller künftigen Besucher.

Dorgerloh und sein Vorgänger Hans-Joachim Giersberg enthüllten gemeinsam die Statuen, für deren Anfertigung sich die Kosten auf insgesamt 180000 Euro beliefen. S.F.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabobestellen Registrieren