© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

MELDUNGEN

Bauarbeiten an der Grenze

Grunau/Heiligenbeil – Seit dem 11. August finden am Grenzübergang Grunau-Heiligenbeil Bauarbeiten statt, durch die es zu Behinderungen bei der Fahrt ins Königsberger Gebiet kommt. Auf polnischer Seite wird der Einreisebereich in Richtung Königsberg komplett umgebaut. Einreisende sollen daher bei der Einfahrt ins Königsberger Gebiet vereinfachend nach „EU-Bürgern“ und „allen“ getrennt kontrolliert werden, wobei „alle“ faktisch ausschließlich Nicht-EU-Bürger meint. Inhaber eines bundesdeutschen Passes müssten sich also in der Schlange für EU-Bürger einreihen. Infolge der Maßnahmen, die noch bis zum 15. Dezember andauern sollen, ist mit erheblichen Verzögerungen bei der Grenzabfertigung zu rechnen. T.W.W.

 

Unerwarteter Drang zum Meer

Polangen – Die nahe der Grenze zum Memelland gelegene litauische Stadt Polangen erlebte im Monat August einen noch nie dagewesenen Massenansturm: Nach litauischen Medienberichten wollten mehr als 100000 Besucher drei aufeinanderfolgende Feiertage dazu nutzen, das Ende des Sommers am Meer zu verbringen. Unter dem Andrang der Touristen brach der Verkehr zeitweise zusammen, die Lebensmittel in den Geschäften, vor denen sich lange Schlangen bildeten, waren bald ausverkauft, und natürlich fanden diese Mengen an Menschen auch keine adäquate Unterkunft. Dennoch kam es nicht zu den erwarteten Handgreiflichkeiten und das kollektive Sonnenbaden fand zwar auf engem Raum, aber weitgehend friedlich statt. T.W.W.

 

Höchstzahl erreicht

Allenstein – Die Zahl der Wisente im Borker Horst hat mit 90 ihre angebliche natürliche Obergrenze erreicht. Schon vor Jahren hatten Wissenschaftler ermittelt, dass mehr Europäische Bisons im Wald keine Nahrung finden. Allerdings hatten die Wissenschaftler mit der Erreichung dieser Höchstgrenze erst für 2015 gerechnet. Seit einigen Jahren füttert die Oberförsterei im Winter die Wisente mit Heu, Silage und Rüben zu. Der Unterhalt eines derartigen Wiederkäuers kostet die Oberförsterei 3000 Zloty (gut 720 Euro). Das Geld für den Unterhalt stammt unter anderem von den Gebühren, die Jäger für das Schießen kranker und alter Tiere zahlen müssen. Seit 1956 gibt es in der Borker Heide diese Hornträger. Dozenten der Polnischen Akademie der Wissenschaften hatten sie dorthin gebracht. Ursprünglich lebten sie in einem umzäunten Gehege, aber bei einer Reparatur des Zauns konnten sie entfliehen. PAZ

 

Neuer Gesetzesrahmen

Königsberg – Die Moskauer Regierung bereitet neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft des Königsberger Gebietes vor. Dies teilte der russische Vize-Regierungschef Alexander Schukow anlässlich eines Arbeitsbesuchs in der russischen Westprovinz mit. Die Situation des Gebietes sei eine besondere und erfordere die spezielle Aufmerksamkeit des Föderationszentrums, ließ Schukow wissen. Ihm sei bekannt, dass in Moskau eine Arbeitsgruppe gebildet worden sei, die einen neuen rechtlichen Rahmen für die Wirtschaft der russischen Exklave festlegen werde. Falls man ihn danach fragen würde, wäre er bereit, die Leitung der Arbeitsgruppe zu übernehmen. Unlängst hatten Äußerungen von Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin, dass man dem Königsberger Gebiet keine Sonderstellung gegenüber anderen Föderationssubjekten einräumen dürfe, zu einem vehementen Unmut in der Bevölkerung der Region geführt. Seitdem bemühen sich Moskauer Politiker, die entstandenen Wogen zu glätten, und in diesem Zusammenhang sind offenbar auch die Äußerungen Schukows zu verstehen. Im Jahre 2016 laufen das momentan gültige Gesetz über Königsbergs Sonderwirtschaftszone und damit verschiedene darin festgeschriebene Zollbefreiungen aus, sodass man in der Region mit erheblichen Einbrüchen der industriellen Produktion rechnet. Inwieweit die künftigen Regelungen eine Verbesserung gegenüber der heutigen, im Königsberger Gebiet allgemein als unzureichend wahrgenommenen Lage mit sich bringen, wird vor allem davon abhängen, ob Moskau sich zu einer grundlegend neuen Ostpreußen-Politik durchringen kann. T.W.W.

 

Neues Multiplexkino

Allenstein – In den nächsten zwei Jahren soll an der Ecke Sikorski-/Tuwim-Straße in der sogenannten Ermländischen Galerie auf der Fläche der ehemaligen Obstgärten in Posorten ein modernes Multiplexkino errichtet werden. Das Einkaufszentrum, in dem sich das Kino befinden wird, soll noch größer werden als das Kaufhaus „Alfa“. Eine Tiefgarage ist ebenso geplant wie eine große davor gelagerte Grünfläche. Nach dem gleichen Schema wird voraussichtlich auch das Einkaufszentrum in der Kleeberger Straße gebaut werden.PAZ

 

100000. Kia »Rio«

Königsberg – Bei Avtotor ist das 100000. Fahrzeug des Kia-Modells „Rio“ vom Band gelaufen. In dem Königsberger Automobilwerk werden über 20 Modelle der Automobilmarken BMW und Opel aus der Bundesrepublik sowie Kia aus Südkorea produziert. PAZ


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