© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-11 vom 24. September 2011

MELDUNGEN

Migrantenkinder fordern Strenge

Berlin – Eine Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Senatsprojekts „Integration durch Bildung“ mit Schulkindern aus Berlin-Wedding verlief anders als die Organisatoren dachten. Zum Thema Integration forderten die Schüler (80 Prozent Migrationshintergrund) mehr Härte, Konsequenz und Strenge. Die Schüler wünschten sich zudem ein autoritäres Auftreten ihrer Lehrer. Auch andere hilfreiche Vorschläge machten die Schüler: Schwänzen sollte am besten mit Kindergeldentzug bestraft werden. Die Justiz müsste kriminelle Jugendliche schneller und härter bestrafen. Die Grünen-Politikerin Bettina Jarasch zeigte sich erstaunt und verärgert. Der ehemalige Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) wurde gar von einem Schüler unterbrochen: „Wir, die hier sitzen, werden hier im Wedding unser Abitur machen, aber wir würden unsere Kinder nicht auf die Schulen schicken, die wir selbst besuchen“, meinte der 17-jährige Ibrahim Atriss. H.L.

 

»Niemand will Assimilation«

Berlin – Während seines dreitägigen Staatsbesuchs in Deutschland hat der Staatspräsident der Türkei, Abdullah Gül, bekräftigt, vom Ziel einer EU-Vollmitgliedschaft „nicht abrücken“ zu wollen. Im Sprachenstreit hob Bundespräsident Christian Wulff die Position der Regierung hervor, dass das Erlernen der deutschen Sprache Bedingung für eine Zuwanderung sei. „Niemand will die Assimilation“, kam Wulff seinem Gast entgegen. Aber ohne grundlegende Sprachfähigkeiten sei eine Integration nicht möglich. Gül erwiderte, eine Eheschließung sei eine sehr persönliche Angelegenheit. Von einem Ehepartner, der aus der Türkei nachziehe, deutsche Sprachkenntnisse zu verlangen, sei ein „Kriterium, das ein bisschen verletzt“. CR


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