© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-11 vom 24. September 2011

Wie ein Borgward die Automobilmarke wiederbeleben will
Christian Borgward ist ein Enkel von Carl Friedrich Wilhelm Borgward und will die Automobil-Marke „Borgward“ wiederbeleben. Das Interview führte Manuel Ruoff

PAZ: Wie kam es zur Gründung der neuen Borgward AG?

Borgward: In den vergangenen Jahren haben wir sehr viel Leidenschaft, Expertise und Geld in dieses Projekt investiert. Uns gelang es, einen der führenden Automobildesigner der Welt für unser Projekt zu begeistern, wir haben ein motiviertes und erfahrenes Ingenieurteam etabliert und 2008 die Borgward AG gegründet. Die Borgward AG gehört zu gleichen Teilen Herrn Karlheinz L. Knöss und mir. Aktuell können wir feststellen, dass wir unseren Zeitplänen voraus sind und die Begeisterung für die Marke und unsere Konzepte sehr groß ist.

PAZ: Warum sitzt die neue Borgward AG gerade in der Schweiz?

Borgward: Die Borgward AG wurde in der Schweiz etabliert, um für unsere Partner und Investoren optimale Bedingungen zu schaffen.

PAZ: Wo wollen Sie die Borgward-Fahrzeuge bauen, auch in der Schweiz?

Borgward: Wir haben konkrete Pläne für die Produktionsstandorte, über die wir zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Informationen geben möchten. Wir prüfen dabei alle Möglichkeiten.

PAZ: Welche Stückzahlen haben Sie im Auge?

Borgward: Unsere Untersuchungen bestätigen unsere Strategie, dass es für elegante, individuelle Borgward Automobile mit Innovationen und hoher Qualität einen internationalen Kundenkreis gibt. Entsprechend sind unsere Planungen, obgleich wir aber in der Entwicklung die komplette Fahrzeugpalette berück­sichtigt haben, da wir feststellen konnten, dass Borgward weltweit eine hohe Wertschätzung erfährt. Wir sind aufgrund unserer Analysen und der positiven Reaktionen aus aller Welt davon überzeugt, dass attraktive, individuelle und innovative Automobile von Borgward jährlich bis zu 100000 Kunden begeistern könnten.

PAZ: Welche Probleme gilt es noch zu überwinden, welche Voraussetzungen noch zu schaffen?

Borgward: Als wir vor rund sechs Jahren begannen, unseren Traum von der Rückkehr Borgwards zu konkretisieren, wussten wir, dass es eine anspruchsvolle Herausforderung werden wird. Wir haben unsere Erwartungen in einer konservativen, realistischen Unternehmensstrategie solide eingebettet. Sicher haben uns die Hochs und Tiefs im internationalen Finanzmarkt einige Zeit gekostet, da Investoren nicht wie geplant einsteigen konnten. Doch das war zu erwarten, wenn auch nicht planbar. Wir verhandeln mit hochkarätigen Investoren, die von der Rückkehr Borgwards, unseren Entwicklungen, unseren Werten und unserer Strategie begeistern sind. Selbstverständlich wären wir froh, wenn es etwas schneller gehen könnte. Aber wir wissen auch, dass man mit Geduld und disziplinierter Arbeit seine Ziele besser erreicht.

PAZ: Wann wollen Sie mit dem Autobau loslegen?

Borgward: Borgward ist ein top vorbereitetes „Greenfield“, das für Investoren sehr interessant ist. Wir haben in den zurückliegenden Jahren eine komplette Fahrzeugpalette entwickelt, die auf einem einzigartigen Technikkonzept aufbaut. Mit fortschrittlichen Konstruktionen, vielfältigen Antriebskonzepten aus eigener Entwicklung wollen wir Borgward international wieder in den Segmenten anspruchsvoller Kunden etablieren. Technologisch setzen wir auf effiziente Antriebsformen, modernste Werkstoffe, Assistenzsysteme, neue Entwicklungs- und Produktionsmethoden. Um die Serienentwicklung und die Produktion zu etablieren, benötigen wir eine Investition zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro. Unseren Kalkulationen und Plänen entsprechend können wir innerhalb von drei Jahren die ersten neuen Borgward Automobile verkaufen, nachdem die Investition begonnen hat.


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