© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-11 vom 24. September 2011

Als der Diplomat zur Gitarre griff
Gedenktafel der »Alexandra-Freunde« am Geburtshaus der Sängerin in Heydekrug enthüllt

Ein langjähriger Plan des eingetragenen Vereins „Alexandra-Freunde“ wurde Wirklichkeit. Anlässlich des diesjährigen Stadtfestes von Alexandras Geburtsstadt Heydekrug wurde bei einem Festakt am heutigen Kindergarten „Pusele“, dem damaligen Ort von Alexandras Wohnhaus, unter der Beteiligung offizieller Gäste aus Litauen und der Bundesrepublik Deutschland eine Gedenktafel für die Sängerin enthüllt.

Der Plan, Alexandra ein ewiges Denkmal an ihrem Geburtsort zu setzen, kam den Alexandra-Freunden 2006 im schleswig-holsteinischen Tellingstedt, Kreis Dithmarschen in den Sinn. Dort verunglückte die am 19. Mai 1942 in Heydekrug geborene Künstlerin im Alter von nur 27 Jahren mit ihrem Auto an einer Straßenkreuzung tödlich. Ihre ebenfalls im Wagen sitzende Mutter erlag kurze Zeit später ihren Verletzungen. Der Sohn Alexander, der auf dem Rücksitz schlief, überlebte die Tragödie. Der Alexandra-Verein wurde im Jahre 2003 mit dem Ziel gegründet, das Werk der Künstlerin zu bewahren, sich für den Erhalt der Grabstätte in München einzusetzen und die Archivierung von Informationen über das Leben der Sängerin zu übernehmen.

Zu der Feier waren als offizielle Vertreter der Bundesrepublik Deutschland der Erste Sekretär der Deutschen Botschaft in Litauen, Jean-Pierre Froehly, und Mitarbeiter des Bundesministeriums des Innern angereist. Zudem war der Bürgermeister von Bevenstedt, Martin Bensen, präsent. Für die Landmannschaft Ostpreußen war Herbert Jaksteit vor Ort.

Nach einer Darbietung des Kindergartenchors eröffnete der Hausherr, der Bürgermeister von Heydekrug [Silute] Virgilijus Pozingis, offiziell das Fest. Unter starkem Beifall sang Dorothee Lotsch, Mitglied der Alexandra-Freunde, das von Alexandra selbst komponierte Lied „Kinderjahre“. Heute findet man noch einige der im Lied beschriebenen Orte wieder. Als besonderer Gast sprach Froehly. Zur Überraschung aller sang er zusammen mit Lotsch Lieder Alexandras. Er selbst spielte Gitarre. Der Chor des Vereins Heide trug mit Verstärkung durch die Alexandra-Freunde die Stücke „Zigeunerjunge“, „Sehnsucht“ und „Erstes Morgenrot“ vor.

Bevor der stellvertretende Vereinsvorsitzende Werner Dechent die Enthüllung der Gedenktafel ankündigte, sahen die Zuschauer noch einen Reigentanz des Kindergartens Pusele. Die Gedenktafel für Alexandra, in deren Mitte ihr Foto zu sehen ist, nennt ihr Geburtsdatum, den Todestag und -ort sowie die Worte „Musik kennt keine Grenzen“. Der Text ist in Deutsch und Litauisch verfasst. Die Enthüllung fand durch Pozingis und Froehly statt. Die Direktorin des Kindergartens lud anschließend zum Empfang in den Kindergarten. Hier klang das Fest in freundschaftlicher Atmosphäre aus. Danach wurde noch im Vereinsheim Heide gefeiert, wo Lotsch und Froehly Musikwünsche aus dem Repertoire Alexandras erfüllten.

Höhepunkt des Abends war der Eintrag des Botschaftssekretärs in das Gästebuch der Alexandra-Freunde. Im Anschluss daran saßen die Gäste noch lange zusammen und ließen den Tag Revue passieren. Wolfgang Rostek


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