© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-11 vom 24. September 2011

Röhl-Kolumnen satt
PAZ-Autor über Sarrazin und unser politisch korrektes Deutschland

Alle zwei Wochen erfreut Klaus Rainer Röhl die Leser der PAZ mit seiner Kolumne „Moment mal“. Darin greift er stets aktuelle Themen auf, die die Gesellschaft bewegen, präsentiert sie aber oft in einem neuen – oft nicht ganz politisch korrekten – Licht. Unter dem optimistischen Titel „Höre Deutschland. Wir schaffen uns nicht ab“ hat er nun die Kolumnen-Texte der nahen Vergangenheit zusammengefasst als Buch herausgebracht, wobei sein Schwerpunkt auf dem Fall Thilo Sarrazin liegt, den er nochmal kurz vorstellt. „Schon länger ist in der Union – auch in der CSU – eine Entwicklung zu beobachten, anstelle von deutschen Interessen von der EU zu sprechen, anstelle von Privateigentum von Effizienz und anstelle von Deutschen von Staatsbürgern unterschiedlicher ethnischer Herkunft, die auf dem Gebiet der (man möchte fast schon sagen ehemaligen) Bundesrepublik Deutschland, teilweise als diffuse Masse, teilweise bereits als gut organisierte Parallelgesellschaft mit muslimischer Religion und eigenen, durch Erziehung weitergegebenen Wertvorstellungen, leben – mit Deutsch als Fremdsprache. So wird Sarrazins Buch zum Bestseller.“

Doch Röhl greift auch andere Themen auf: „Gehen Sie gern ins Theater? Dann haben Sie Pech gehabt. Versuchen Sie es mit einem deutschen Klassiker, den Sie zu kennen glauben, Goethe, Kleist oder Schiller, so werden Sie zunächst feststellen, dass alles auf dem Markt ist … Gehen Sie aber arglos und ohne Vorsicht hinein, womöglich noch aus Gewohnheit mit Schlips und Kragen, werden Sie ziemlich entsetzt nach Hause kommen oder gleich nach dem ersten Akt gehen.“

Der Kolumnist liebt es zudem, seine Leser direkt anzusprechen: „Kennen Sie diesen Kalauer? Steht ein Mörder – mit oder ohne Migrationshintergrund – vor Gericht, weil er seine Eltern erschlagen hat. Sein Anwalt beantragt mildernde Umstände, weil sein Mandant Vollwaise sei.“

Selbst zum hochaktuellen Thema des Atomausstiegs meldet sich Röhl zu Wort und liebt es dabei zu provozieren: „Die schöne neue Welt der Frau Merkel von 2050 aber ist nur mit Gewalt durchzusetzen. Nur durch scharfe, allumfassende Vorschriften und deren Überwachung … ,Deine Zahnbürste verbraucht zu viel Strom‘, ,Ihr Haus ist nicht wärmegedämmt. Jedenfalls nicht genug‘, ,Ihr Auto hat keinen Elektroantrieb‘, Fragebögen, Hausbesuche, letzte Mahnung. Jeder denunziert jeden in der ,schönen neuen Welt‘. Gott schütze unser Land. Gott schütze Deutschland.“

„Höre Deutschland. Wir schaffen uns nicht ab“ ist typisch Röhl. Wer seine Kolumnen mag, wird das Buch lieben. Bel

Klaus Rainer Röhl: „Höre Deutschland. Wir schaffen uns nicht ab“, Universitas, Wien 2011, gebunden, 207 Seiten, 19,99 Euro


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