© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-11 vom 01. Oktober 2011

Nächster Schritt zum Schloss

Ziemlich genau 15642351 Euro sind bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe an Spenden beim Förderverein Berliner Schloss eingegangen. Das sind 19,55 Prozent der vom Verein angestrebten 80 Millionen Euro. Das Ziel 80 Millionen Euro ist nicht willkürlich gewählt, sondern der Betrag, den es voraussichtlich kosten wird, dem Humboldtforum, das der Staat bauen will, zumindest das Äußere des Berliner Schlosses zu geben, auf dessen Standort es entstehen soll.

Bei Redaktionsschluss gingen die Planungen dahin, dass bis Erscheinen dieser Zeitung die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum in Spandau eine Bildhauerwerkstatt eröffnet haben wird. Dort soll schon jetzt die Herstellung der Schlossfassaden beginnen, damit rechtzeitig für den ab 2013 aufwachsenden Bau alle benötigten Fassadenelemente bereit stehen.

Das Ziel lautet, dem Vorbild Stadtschloss so nahe wie möglich zu kommen. Dabei muss vieles schöpferisch nachempfunden werden, da das Fotomaterial an Schärfe zu wünschen übrig lässt. Größere und kleinere Bruchstücke, die aus dem Sprengschutt geborgen wurden und in diversen Depots eingelagert sind, helfen, die genauen Maße zu gewinnen, auch die der dritten Dimension. Historische Bilder, die aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen wurden, helfen über die Interpretation von Schattenlängen die räumliche Tiefe zu erkennen. Nicht selten wird es auch nötig sein, sich dem Original interpretierend anzunähern, weil es nur mehr oder weniger unscharfe Bilder der ursprünglichen Details gibt.

Der Förderverein Berliner Schloss hat auf diesem Gebiete bereits Vorarbeiten geleistet und die unter seiner Regie entstandenen Baupläne und Fassadenmodelle des Schlosses an die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum überführt, damit die Arbeit der neuen Bildhauerwerkstatt um so eher erste handfeste Ergebnisse zeitigt. PAZ


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