© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-11 vom 01. Oktober 2011

In Kürze

»Mein Hund kann sprechen«

Ein Mann mit der berühmten Knollennase hat seinen Hund in das Fernsehstudio mitgebracht. Der Journalist fragt interessiert: „Herr Dr. Sommer, mit welcher Methode haben Sie dem Hund Sprechen beigebracht, und wie lange hat es gedauert?“ „Über vier Jahre habe ich das Tier täglich acht Stunden unterrichtet, durch langsames Vorsprechen, Zungenübungen und intensive Atemtechnik.“ – „Sen-sa-tio-nell!“ Der Reporter ist begeistert. „Herr Dr. Sommer, könnte der Hund jetzt mal irgendwas sprechen?“ „Bello, sag mal: Otto holt große rote Rosen.“ „Hoho ho hoho hoho hoho“, tönt der Hund. „Man muss schon sehr genau hinhören!“

Wer kennt ihn nicht den berühmten Cartoon von Loriot mit dem „sprechenden“ Hund? Lächerlich? Keineswegs. So lebte in Weimar von 1929 bis 1937 der Kurzhaardackel Kuno von Schwertberg, genannt Kurwenal. Er gehörte Mathilde Freiin von Freytag-Loringhoven, der Vorsitzenden der Kunstkommission des Weimarer Gemeinderates. Kurwenal war ein bellsprechender Hund und zählte von A bis L und von Z bis M. Nach jedem Buchstaben bellte er dann ein oder zwei Mal. Der schwedische Arzt Jan Bondeson, der an der Universität in Carddiff lehrt, stellt in seinem neuen Buch „Amazing Dogs“ (Bemerkenswerte Hunde) hochbegabte Vierbeiner vor. In dem auf Englisch erschienenen Buch finden sich der Jagdhund Don, der menschliche Stimmen nachahmen konnte, der Terrier Rolf, der mit den Pfoten morste und sogar Gedichte geschrieben haben soll. Setter Arli, der Hund der Thomas-Mann-Tochter Elisabeth, konnte gar eine Schreibmaschine bedienen. Hunde zu vermenschlichen ist heute nicht mehr Aufgabe der Wissenschaft, dennoch erstaunen solche Beispiele und erfreuen so manchen Tierfreund. SiS


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