© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-12 vom 31. März 2012

S-Bahn zu teuer
Studie: Zwei Milliarden zu viel bezahlt

Laut dem Interessenverband der Privatbahnen „Mofair“ bezahlen Berlin und Brandenburg bis zum Jahr 2017 zwei Milliarden Euro zu viel an die Deutsche Bahn. Grund: Die Kosten bei der S-Bahn wurden bei Vertragsabschluss zu hoch angesetzt. „Mofair“ hat dies anhand des nun veröffentlichten Vertrags zwischen dem Land Berlin und der Bahntochter Berliner S-Bahn nachgerechnet.

Danach geht die Kostenexplosion beispielsweise darauf zurück, dass die Einnahmen durch den Fahrkartenverkauf im Vertrag mit einer Pauschale angesetzt wurden. Mehreinnahmen durch zusätzliche Fahrgäste kann die Berliner S-Bahn also behalten, ohne dass dies auf die Zahlungen von Berlin und Brandenburg angerechnet wird. Zudem wird die S-Bahn trotz anhaltender Probleme bei der Vertragserfüllung auch von der für den Sommer geplanten Preiserhöhung profitieren.

Nach dem Willen von Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sollen die Tariferhöhungen künftig sogar automatisch an die Inflationsrate gekoppelt werden. Offen bleibt, wie es ab 2017 nach dem Auslaufen des derzeitigen S-Bahn-Vertrags weitergeht: Während sich Berlins SPD trotz leerer Kassen für einen landeseigenen Betrieb ausspricht, will die CDU eine Ausschreibung, bei der auch neue Anbieter eine Chance erhalten.

Dass nicht einmal dies eine Garantie auf angemessene Preise ist, zeigt die „Rail Value for Money“-Studie von 2011: Danach ist der privatisierte Bahnverkehr in Großbritannien um 40 Prozent ineffizienter als etwa der der Schweiz mit ihrem Staatsbahnmodell. N.H.


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