© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-12 vom 19. Mai 2012

Aus der Feder eines Kranken?
Autor glaubt, dass Koran neu zu bewerten sei, da Prophet nicht gesund war

Mit dem Titel „Die Krankheit des Propheten“ stürzt sich der Marburger Emeritus Armin Geus, langjähriger Fachvertreter für die Geschichte der Biologie und der Medizin, ins Getümmel der Islamdiskussionen, freilich mit einer brisanten These, die er in seinem Essay mit einem bemerkenswerten Literaturverzeichnis von 646 Titeln von verschiedenen Aspekten her entwickelt. Im Zentrum seiner Darlegungen untersucht er, inwieweit Krankheitseinflüsse auf die Entwicklung Mohammeds und die Entstehung des Korans eine maßgebende Rolle gespielt haben könnten.

Dass seine Offenbarungen und Visionen ihren Ursprung in einer Krankheit haben könnten, ist nichts Neues. Bereits ab der Antike und dem Mittelalter bis hin zum 19. Jahrhundert wurde diese Krankheit als Epilepsie gedeutet. Dies kann aber nicht sein, denn Mohammed blieb stets bei Bewusstsein und war ansprechbar; er wusste auch genau, was er erlebt hatte, konnte sich beherrschen, und seine intellektuelle Leistung blieb immer gleich.

Geus wählt einen anderen Ansatz, der ihn schließlich zu folgender Forderung nach einer systematischen Forschung führt: „Die Deutsche Islam-Konferenz (DIK) wäre daher gut beraten, ihre fruchtlosen Debatten zu beenden und stattdessen einen Sonderforschungsbereich aus qualifizierten Islamwissenschaftlern, Medizinern, Historikern und Arabisten einzurichten, die den Koran Sure für Sure und Vers für Vers beim Wort nehmen und nach Auswertung aller noch nicht oder nur unvollständig erschlossenen Quellen eine umfassende Pathographie erarbeiten.“

Als Summe seiner Überlegungen hält Geus fest: „Aus medizinhistorischer Sicht ist der Koran die Chronik einer Krankengeschichte.“ Nach der Lektüre stellt sich die Frage: Was bleibt nach dieser Diag-nose, so sie denn stimmen sollte, vom Islam übrig? Sollte der Inhalt des Buches in Islamkreisen bekannt werden, wird der Autor bei der Polizei Personenschutz beantragen müssen. Hermann Schubart

Armin Geus: „Die Krankheit des Propheten. Ein pathographischer Essay“, Basilisken-Presse, Marburg an der Lahn 2011, geb., 220 Seiten, 36 Euro


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