© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-12 vom 21. Juli 2012

Devau von Bauspekulanten gefährdet
Dem historisch bedeutenden Flughafen droht die Schließung wegen Siedlung am Startbahnende

Der Flughafens Devau bei Königsberg ist von der Schließung bedroht, weil profitgierige Baufirmen ohne behördliche Genehmigung mit dem Bau von Wohnhäusern unmittelbar neben der Startbahn begonnen haben. Die Behörden reagieren widersprüchlich.

Neben dem Flughafen, auf der Grenze zwischen der Stadt Königsberg und dem zum Kreis Neuhausen [Gurjewsk) gehörenden Ort Maloje Isakowo ist mit dem Bau einer Landhaussiedlung begonnen worden. Im März dieses Jahres erhielt die Firma „Okeania“ zwar die Erlaubnis für Arbeiten zur Erschließung der Grundstücke, eine Genehmigung zur Errichtung von Wohnhäusern hat die Firma allerdings bis zum heutigen Datum nicht. Das hat die Firma jedoch nicht daran gehindert, schon einmal die Fundamente für einige Häuser zu erstellen. Zunächst wurde Boden ausgehoben, dann tauchte ein Bauzaun auf und bald auch die ersten Fundamentblöcke. Dort sollen laut Angaben des Königsberger Sportfliegerklubs, der im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Flughafens untergebracht ist, elf Häuser mit jeweils drei Etagen entstehen.

Die Kreisverwaltung von Neuhausen vertritt den Standpunkt, dass der Häuserbau in der Nähe des Flughafens Devau illegal sei, weil die Baufirma ja lediglich die Genehmigung zu vorbereitenden Arbeiten hat. Allerdings vertreten nicht alle beteiligten Behörden einen derart eindeutige Position. So ist im Generalplan der Stadt Königsberg das betreffende Territorium nicht als Flughafen-, sondern als Sport- und Erholungsfläche ausgewiesen. Die Verantwortlichen in Königsberg waren sich über den Status des Flughafens Devau nicht im Klaren, während die Vertreter des Kreises Neuhausen forderten, den Bau, den „Okeana“ trotz fehlender Voraussetzungen weiter betreibt, sofort zu unterbinden.

Der Bau von Wohnhäusern bedroht die Existenz des Flughafens Devau, denn da die Fundamente der Häuser beinahe direkt an die zirka anderthalb Kilometer lange Schotter-Startbahn anschließen, darf der Flughafen eigentlich nicht mehr betrieben werden. Das ist nur das Anderthalbfache der gemäß den Regeln der zivilen Luftfahrt erforderlichen Mindestlänge von einem Kilometer für Startbahnen. Jurij Tschernyschew


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