© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-12 vom 21. Juli 2012

Ein Flughafen mit großer Vergangenheit

Der Flughafen Königsberg-Devau war einer der weltweit ersten, die für die zivile Luftfahrt genutzt wurden. Im Jahre 1919 eröffnet, landete dort 1922 das erste Passagierflugzeug, das Deutschland und Russland auf der Linie Moskau–Riga–Königsberg verband. Das Verhältnis zwischen der jungen Weimarer Republik und dem jungen Sowjetstaat war bis zur „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten entspannt und konstruktiv, geradezu symbiotisch, und so wurde die Verbindung zwischen der ostpreußischen und der russischen Hauptstadt ebenso wie der Flughafen in den 20er Jahren ausgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flughafen schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde er von den neuen, roten Machthabern zunächst wieder in Betrieb genommen, verlor allerdings bald an Bedeutung, als die Flugzeuge zu groß für Devau wurden. Anfang der 60er Jahre beschlossen die Sowjets, den Flughafen Powunden [Chrabrowo] zum internationalen Drehkreuz auszubauen. Devau wurde zum Sportflughafen.

Zurzeit nutzen mehrere Klubs das Flughafengelände zum Trainieren: Fallschirmspringer, Deltaflieger und Modellflugzeug-Liebhaber aller Altersstufen nutzen es. Regelmäßig finden Musikveranstaltungen und Feste statt.

Der Flughafen könnte in naher Zukunft aber noch einmal an Relevanz gewinnen. Für die Luftpost, für die medizinische Versorgung oder für Feuerwehr beziehungsweise Polizei. Wenn denn nicht die Zukunft des Flughafens einer Wohnsiedlung geopfert wird. J.T.


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