20.10.2021

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12.02.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 12. Februar 2000


Die ostpreußische Familie
Lewe Landslied,

wieder einmal zeigt sich unsere Familie als "Fundgrube". Es handelt sich um ein Glas mit Goldrand und dem Familienwappen derer von Balluseck, das sich im Besitz von Ilse Keil aus Kronshagen befindet. Das Glas, das sie von einer inzwischen verstorbenen Tante erhielt, hat schon eine ganz besondere Geschichte, die so recht in diese Zeit paßt. Denn sie führt zurück in den Februar 1945, als ein Treck mit Pferdegespann durch die holsteinische Gemeinde Ulzburg nördlich von Hamburg zog. Die erschöpften Pferde rührten die sehr tierliebe Ulzburgerin Margarete Hachmann, sie fütterte die Pferde mit Brot und tränkte sie. Der Treck kam aus Ost- oder Westpreußen. Der Gutsbesitzer, der den Treck führte, übergab Frau Hachmann als Dank das Glas mit dem Wappen, unter dem der Spruch steht: Deo Animam Regi Sanguinem (Dem Gott die Seele, dem König das Blut). Der Besitzer gab Frau Hachmann dazu einen Zettel mit dem Spruch, unterschrieben mit "v. Ballseck". Auf der Rückseite des Glases steht eingraviert "von Balluseck". Es soll sich um einen Kurischen Erbadel handeln, der in preußische Dienste trat. Frau Hachmann schenkte ihrer Nichte bei einem Besuch das Glas. Sie ist vor einigen Jahren verstorben. Nun möchte Frau Keil das Glas gerne an die Besitzerfamilie zurückgeben. Sie wußte bisher nicht, auf welchem Wege, und den wies ihr nun ihre Nachbarin, Frau Olbrisch. Die gebürtige Königsbergerin ist Abonnentin des Ostpreußenblattes und gab den Tip: Die Ostpreußische Familie. (Ilse Keil, Bürgermeister-Drews-Straße 61 in 24119 Kronshagen.)

Angeboten werden auch wieder die gesammelten Ausgaben des Ostpreußenblattes. Eleonore Otto hat sie jahrelang aufbewahrt, aber nun möchte sie sich doch von ihnen trennen. Wer Interesse hat wende sich bitte an Frau Eleonore Otto, Zeisigweg 31 in 50389 Wesseling.

Nun gehen wir wieder einmal auf Suche nach den kleinen Dingen, die durchaus nicht immer "bunte Nuschkes" sind, sondern für die Betreffenden schon Bedeutung haben. So wie für die 94jährige Frieda Fuß aus Gr. Tullen (Reinkenwalde) das Lied: "Freundschaft, oh du süße Wonne, würzest uns das Mahl. Heller als die liebe Sonne leuchtet mir dein Strahl." Es war das Lieblingslied ihres Vaters, sie summt es noch heute, nur sind ihr lange Textzeilen entfallen, und sie hat niemanden mehr, den sie fragen kann – aber immerhin unsere Ostpreußische Familie. Und die wird helfen, da bin ich mir sicher. (Frieda Fuß, Parchimer Allee 88 in 12359 Berlin.)

Zwar ist Weihnachten vorbei, aber wahrscheinlich hat das Fest in Elisabeth Boenigk und ihren Geschwistern den Wunsch nach einem alten Weihnachtslied aus dem Ermland geweckt, das daheim in ihrer Familie gesungen wurde. Die erste Strophe beginnt mit: "O Fest aller heiligen Feste, o weihnachtlich glänzender Schein …" und endet mit dem zweifach gesungenen Satz "… o laß in den Himmel uns ein." Es steht nicht im ermländischen Gebetbuch – aber wo? (Elisabeth Boenigk, Kölnstraße 313 in 53117 Bonn.)

Unser Landsmann Rudi Albrecht hörte kürzlich im Radio ein Memellandlied, das er in seiner Kindheit gesungen hat. Das war in Klausmühlen, und Lehrer Schützler übte es mit den Schulkindern ein. Herr Albrecht war so überrascht, daß er sich nicht den Anfang gemerkt hat, aber den Schluß: "Daß ist unsere Heimat, das ist unser Strand, das ist unser, das ist unser schönes Memelland." (Rudi Albrecht, Küllenhahner Straße 30 in 42349 Wuppertal.)

Eure Ruth Geede