25.10.2021

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26.02.00 Einstimmiger Beschluß des LO-Bundesvorstandes zur Jugendarbeit

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 26. Februar 2000


Trennungsstrich und Neuanfang
Einstimmiger Beschluß des LO-Bundesvorstandes zur Jugendarbeit

Mit einem einstimmigen Beschluß hat sich der Bundesvorstand  der Landsmannschaft Ostpreußen in seiner Sitzung vom 29. Januar 2000 in Bad Pyrmont von ihrer bisherigen Jugend- und Nachwuchsorganisation, der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen (JLO), getrennt. Die Entwicklung innerhalb der JLO ließ der Landsmannschaft Ostpreußen keine andere Wahl.

Die Junge Landsmannschaft Ostpreußen wurde 1990 als heimattreuer Jugendverband der Landsmannschaft Ostpreußen gegründet, nachdem Teile der früheren Nachwuchsorganisation sich von den Zielen der Landsmannschaft deutlich entfernt hatten. Vor einer solchen Beschlußlage stand nun der Bundesvorstand der Landsmannschaft Ostpreußen erneut, nachdem in der JLO überraschend Kräfte die Oberhand gewonnen hatten, die wiederum nicht bereit waren, die "preußische Hausordnung" der Landsmannschaft Ostpreußen – eine staatstragende und verfassungstreue Haltung – zu wahren und Rücksicht auf die Interessen der Mutterlandsmannschaft zu nehmen.

Obwohl durchaus von kompetenter Stelle Hinweise auf eine gezielte Unterwanderung der JLO durch Mitglieder radikaler, zum Teil verbotener Organisationen gegeben worden waren, wurde in den vergangenen Jahren eine Vielzahl junger Menschen aufgenommen, die offenbar weniger am Schicksal der ostpreußischen Heimat als vielmehr an allgemeinpolitischen Themen interessiert waren. Bei der an sich erfreulichen Vielzahl von Neumitgliedern war es nicht mehr möglich, alle Aufnahmeanträge hinreichend zu prüfen. Während die breite Basis des Jugendverbandes die satzungsgemäße Arbeit im Sinne Ostpreußens betrieb, stellten vor allem die neu zugewanderten Kräfte allgemeinpolitische, gesellschaftskritische Themen in den Vordergrund, die von dem heimatpolitischen Anspruch wegführten. Ausdruck dieser Entwicklung waren bereits 1997 Bestrebungen, den Namen der "Jungen Landsmannschaft" abzulegen und sich in "Deutschlandjugend" umzubenennen. Ostpreußen sollte nicht mehr Ziel, sondern allenfalls noch Symbol sein.

Mit diesen Bestrebungen eines Teils der Mitglieder der JLO gingen teilweise auch radikale politische Äußerungen einher, die in einem seriösen Jugendverband preußischen Geistes nicht hingenommen werden können.

Die Bemühungen des bisherigen Bundesvorsitzenden der JLO, René Nehring, solchen radikalen Auswüchsen mit vereinsrechtlichen Maßnahmen zu begegnen, hatte schließlich die offene Konfrontation zwischen den herkömmlichen heimatpolitischen Kräften und der neuen, eher allgemeinpolitisch orientierten Gruppe zur Folge. Da weder die breite Basis der Jungen Landsmannschaft noch der bisherige Bundesvorstand eine solche Auseinandersetzung für möglich gehalten hatte, setzte sich diese Gruppe, angeführt von dem früheren Regionalbeauftragten der sogenannten "Deutschlandbewegung", Christian Schaar, mit knapper Mehrheit bei den Wahlen durch. Erstmals in der zehnjährigen Geschichte der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen waren damit Kräfte an die Spitze gewählt worden, für die anstatt der heimatpolitischen Kontinuität allgemein nationalpolitische Ziele im Vordergrund stehen.

Für die Landsmannschaft Ostpreußen bestand vor allem deshalb Grund zu höchster Sorge, weil Personen in den Bundesvorstand gewählt worden waren, die sich nicht nur gegen den Ausschluß von Extremisten aus der JLO aussprachen, sondern bereits durch radikale Äußerungen in der politischen Öffentlichkeit aufgefallen waren. Um den zu befürchtenden Schaden zu begrenzen, nahm die Landsmannschaft Ostpreußen unverzüglich Verhandlungen mit dem neu gewählten Bundesvorstand der JLO e.V. auf, mit dem Ziel, die in der Öffentlichkeit bereits beanstandeten Vorstandsmitglieder zurückzuziehen und aufgetretene Zweifel an der Verfassungstreue des neuen Bundesvorstandes zu zerstreuen. Trotz des persönlichen Einsatzes sowohl des Sprechers der Landsmannschaft Ostpreußen, Wilhelm v. Gottberg, und des stellvertretenden Sprechers Bernd Hinz sah sich der neu gewählte Bundesvorstand nicht in der Lage, den begründeten Bedenken der Landsmannschaft Ostpreußen Rechnung zu tragen.

In persönlichen Verhandlungen gegebene Zusagen wurden nicht eingehalten, so daß die Landsmannschaft Ostpreußen aus Gründen der eigenen Glaubwürdigkeit gegenüber den Landsleuten wie gegenüber der politischen Öffentlichkeit gezwungen war, sich von einer JLO zu trennen, deren neue Führung grundsätzlich nicht bereit ist, auf die vitalen Interessen der Landsmannschaft Ostpreußen Rücksicht zu nehmen. Die Trennung der Landsmannschaft Ostpreußen von der JLO bedeutet keineswegs ein Ende oder auch nur eine Pause in der Jugend- und Nachwuchsarbeit für Ostpreußen. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Mitglieder der JLO ist nicht bereit, eine fragwürdige Politik im Sinne einer "Ersatzpartei" mitzutragen. Wie das Beispiel aller drei bisherigen Bundesvorsitzenden der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen, Rüdiger Stolle, Bernhard Knapstein und René Nehring, zeigt, sind bereits die Voraussetzungen für eine zukunftsgerichtete und glaubwürdige Fortsetzung der Jugend- und Nachwuchsarbeit im Sinne Ostpreußens geschaffen. Alle Landsleute, insbesondere alle jungen Menschen, denen Ostpreußen Heimat und Anliegen ist, sind aufgerufen, die Jugend- und Nachwuchsarbeit der Landsmannschaft Ostpreußen nach Kräften zu unterstützen. Dr. Jürgen Danowski

Mitglied des Bundesvorstandes