20.10.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Haus brandenburgisch-preußischer Geschichte wird 2001 eröffnet

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 18. März 2000


Preußen erwacht in Potsdam
Haus brandenburgisch-preußischer Geschichte wird 2001 eröffnet

Zum 300. Jahrestag der ersten preußischen Königskrönung in Königsberg im kommenden Jahr soll in Potsdam das Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte eröffnet werden. Im ehemaligen königlichen Pferdestall am Neuen Markt im historischen Stadtzentrum werde sich die Eröffnungsausstellung mit der Geschichte Preußens und der Stadt Potsdam beschäftigen, teilte jetzt Brandenburgs Kulturminister Wolfgang Hackel mit.

Doch welches Preußen soll gezeigt werden – inhaltlich und geographisch? Die Ausstellungsmacher werden sicher nicht umhin kommen, auch die östlich der Oder gelegenen preußischen Provinzen mit darzustellen – es wird aber eine Frage der Gewichtung sein, denn legte man den Schwerpunkt auf das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam, dann könnte man "politisch korrekt" das "heikle Thema" der Vertreibungsgebiete geschickt umschiffen. Minister Hackel räumte ein, daß das endgültige Konzept für die Ausstellung noch diskutiert werde. Seine vorläufige Antwort: Ihm gehe es darum, zu zeigen, welche Leistungen Preußens prägend für die Geschichte von Brandenburg waren. Deutlich werden müsse auch, wohin das Land heute gehe.

Der Sonderbeauftragte des Landes für das Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte, Hartmut Dragerloh, kündigte an, daß es nach der Eröffnungsausstellung ab 2002 längerfristige Ausstellungen zum Thema Brandenburg und Preußen geben werde. Auf den etwa 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche solle auch das Potsdam-Museum Teile seines großen Bestandes zeigen können. Ein Veranstaltungssaal mit 150 Plätzen komplettiere den Kutschstall.

Nach Angaben von Dragerloh entstehen auf dem Kutschstallhof als private Investition des Mitbegründers eines Softwarehauses, Hasso Plattner, in der denkmalgeschützten Schmiede und der Manege zwei Restaurants. In der neuen Remise und dem "Haus am Platz" sollen Gewerbe und Wohnungen sowie Unterkünfte für Gastprofessuren des Hasso-Plattner-Instituts der Universität Potsdam für 14 Millionen Mark gebaut werden. Mit den Umbauarbeiten und Sanierungen will man in diesem Jahr beginnen; sie sollen im Sommer 2001 beendet sein.

Am 18. Januar 1701 krönte sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg in Königsberg als Friedrich I. zum souveränen König in Preußen. Das Ereignis gilt als Gründungsdatum des Staates Preußen, der jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg auf Beschluß der alliierten Siegermächte völkerrechtswidrig liquidiert wurde. Auf einem Teil des preußischen Territoriums entstand nach 1945 das Land Brandenburg. Für das Preußen-Museum engagiert sich seit mehreren Jahren ein Förderverein unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Manfred Stolpe. Er gilt allgemein als Anhänger Preußens, der mit diesem Begriff positive Eigenschaften verbindet. H. Nettelbeck