20.10.2021

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25.03.00 35. Jahrbuch der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erschienen

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 25. März 2000


Preußens wundervolles Erbe
35. Jahrbuch der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erschienen

Keineswegs "museumsmüde" scheinen die Deutschen zu sein; zu diesem Eindruck gelangt man, hört man die neuesten Zahlen aus Berlin. Dort stieg im vergangenen Jahr die Gesamtbesucherzahl der Staatlichen Museen um 4 Prozent auf 2,73 Millionen. 1998 lag der Zuwachs bei knapp fünf Prozent.

"Preußen hat uns in der Hauptstadt Berlin ein wundervolles Erbe von europäischem Rang hinterlassen", betonte Klaus-Dieter Lehmann im Februar 1999 bei seiner Amtseinführung als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. "Mit 17 Museen, der Staatsbibliothek, dem Geheimen Staatsarchiv und den Forschungseinrichtungen ist ein kulturelles Ensemble entstanden, das einzigartig ist. Mit diesem Ensemble haben wir eine zukunftsfähige Konstellation, bei dem die Quellen der kulturellen Überlieferung nicht spartenbezogen in Museen, Archiven und Bibliotheken isoliert bleiben müssen, sondern sinnvoll in einem kulturellen Netzwerk aufeinander bezogen werden können. Daraus gewinnen die Kulturwissenschaften neue Erkenntnisse und die Ausstellungen und Veranstaltungen publikumswirksame Impulse. Das ist nicht nur ein Geschenk, das ist eine Aufgabe." Und: "Berlins Ausstrahlung als Hauptstadt wird von der Kultur stark geprägt werden. Und die Schatzhäuser der Stiftung Preußischer Kulturbesitz können einen entscheidenden Anteil liefern."

Um Berlin und seine Museen noch attraktiver zu machen, wird weiter viel gebaut werden. So soll die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Museumsinsel Zentrum der abendländischen Kultur mit den archäologischen Sammlungen werden und das Kulturforum mit der neuen Gemäldegalerie und der Neuen Nationalgalerie Zentrum der Moderne. Die Kulturen der Welt wird man in Dahlem finden. Allen Unbequemlichkeiten durch Um- und Neubauten zum Trotz haben die kulturell Interessierten "ihren" Museen die Treue gehalten, nicht zuletzt auch wegen der großen Sonderausstellungen.

Für das Jahr 1998, zu dem jetzt das Jahrbuch der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vorliegt (Gebr. Mann Verlag Berlin. 415 Seiten, 117 Abb., davon 16 farbig, Efalin mit Schutzumschlag, 48 DM), ist nicht zuletzt auch die vom Geheimen Staatsarchiv präsentierte Ausstellung "Via Regia – Preußens Weg zur Krone" über die zwei preußischen Königskrönungen in Königsberg (Friedrich I. 1701 und Wilhelm I. 1861) zu nennen. Zu dieser Ausstellung, die auch im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg zu sehen war, haben Iselin Gundermann und Adelheid Rasche zwei lesenswerte Beiträge für das Jahrbuch geliefert. So untersucht Rasche den Krönungsbericht des Oberzeremonienmeisters Johann von Besser, der 1702 erschien und 1712 mit Stichen von Johann Georg Wolffgang neu herausgegeben wurde, eine Veröffentlichung, die "entscheidend für die nachfolgende Entwicklung der graphischen Künste in Brandenburg-Preußen werden sollte".

In dem nun 35. Band des Jahrbuchs sind weiterhin Beiträge über die Amtseinführung des neuen Präsidenten, über die rege Bautätigkeit der Stiftung, die Eröffnung des Neubaus der Gemäldegalerie zu lesen. Auch wird das Schaffen Ernst von Ihnes, Architekt der wilhelminischen Zeit, und Schöpfer des Bodemuseums sowie der Staatsbibliothek Unter den Linden, wieder in Erinnerung gerufen. Betrachtungen zum malerischen Werk des preußischen Hofkupferstechers Georg Friedrich Schmidt (1712–1775), aber auch über Neuerwerbungen oder das Schicksal der Sammlung Silberberg aus Breslau runden das Bild ab. Os