25.10.2021

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25.03.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 25. März 2000


Die ostpreußische Familie:
Lewe Landslied,

mir geht es wie so vielen älteren Landsleute aus unserer großen Familie: Da taucht ein Name auf, und schon wird ein fast vergessenes Kapitel unseres Lebensbuches aufgeschlagen. So fühlte ich mich beim Lesen des Briefes von Hans Bachert in meine Kindheit versetzt, denn er stammt aus Neuhausen-Eichenkrug. "Sie kennen sicher Neuhausen-Tiergarten, die Ausflugsgaststätte Freiwald direkt am Kleinbahnhof …", fragt er. Na, und ob, lieber Herr Bachert, und nicht nur die, sondern auch den Eichenkrug am Mühlenteich. Da gab es Schmand mit Glumse, und wir Kinder durften Brause trinken: Mein Bruder eine gelbe, meine Schwester eine grüne, ich eine rote – unvergessen, diese Genüsse. Kaffee nahm man mit zum Aufbrühen nach dem Motto: "Der alte Brauch wird nicht gebrochen, Familien können Kaffee kochen!"

Aber darum geht es nicht, sondern um den Wunsch von Herrn Bachert, ehemalige Bewohner von Eichenkrug zu finden. Auf den verschiedenen Treffen des Kirchspiels Neuhausen-Tiergarten, an denen er teilnahm, war niemand aus Eichenkrug dabei. Die meisten wohnten in den 15 Siedlungen, die Anfang der 30er Jahre auf einem Teil des Gutes Rehländer entstanden. Hans Bachert – seine väterlichen Vorfahren mütterlicherseits, von Schwichow, waren Landstallmeister in Trakehnen – ist in der ersten Siedlung gleich neben dem Eichenkrug aufgewachsen. Als 15jähriger flohen er und seine Mutter mit Hilfe des Fliegerhorstes Neuhausen. Sein Vater, der dort zuletzt Feldwebel war, verstarb im März 1945 an den Folgen der erlittenen Erfrierungen in Kolberg, kurze Zeit später folgte ihm auch die Mutter. So, das war’s – leider in Kürze, aber trotzdem hoffe ich, daß unsere Suche Erfolg hat. (Hans Bachert, Niederlausitzstraße 35 in 15738 Zeuthen.)

Wieder einmal eine Anfrage aus der Schweiz über Internet. (Bitte immer die Postanschrift angeben!) Nadja und Elisabeth Germann suchen Angehörige der Familie Reisenberg, die ein Gut in der Nähe von Wiebs besaßen. Von den vier schon erwachsenen Kindern besaß Tochter Barbara einen eigenen Hof. Bis zum 21. Januar 1945 waren Elisabeth (später Germann) und Maria Kupczik aus Allenstein dort zu Besuch. Die Familie Kupczik flüchtete dann von Allenstein über Dänemark nach Süddeutschland. Von den Reisenbergs hat Frau Germann nie wieder etwas gehört. Sie hofft, daß noch jemand von den Kindern – Hedwig, Barbara, Josef, der vierte Name ist entfallen – lebt und sich bei ihr meldet. (Elisabeth Germann-Kupczik, Heinestraße 26 in CH-9008 St. Gallen, Schweiz.)

Eine ganz andere Frage: Marta Kübler macht gerne Handarbeiten. Sie hat schon schöne Stickereien angefertigt, so nach Stickvorlagen "ostpreußische Elchschaufel" und "Stadt Heiligenbeil", die sie von einer Ostpreußin aus Büdelsdorf bekommen hatte. Nun sucht Frau Kübler noch die Stickvorlage für den Kreis Heiligenbeil mit dem Kreiswappen. Wer kann ihr helfen? (Marta Kübler, Dorfstraße 11 in 18196 Lieblingshof.)

Lewe Landslied, Ihr werdet Euch sicherlich an das alte Kinderlied vom kleinen Mann erinnern, eine Art Reigenlied mit dem Refrain "… hei schumheidi, hm, hm, hm …", bei dem die Arme gehoben wurden. Der kleine Mann nahm sich eine große Frau, die spazierengehen wollte, der kleine Mann auch, aber er durfte nicht mit: "Du, kleiner Mann, du bleibst zu Haus und scheuerst mir die Schüsseln aus!" Ich habe es leider nicht gefunden, aber bestimmt hilft hier unsere Familie und sendet es Frau Kieselbach, die es sucht. (Eva-Maria Kieselbach, Carlo-Mierendorff-Straße 15 a in 34132 Kassel.)

Eure
Ruth Geede