25.10.2021

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25.03.00 Bei Landesdelegiertentagung in Sachsen wurden Weichen für die Zukunft gestellt

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 25. März 2000


Erlebte Geschichte bewahren
Bei Landesdelegiertentagung in Sachsen wurden Weichen für die Zukunft gestellt

Chemnitz – Aus allen Kreisgruppen Sachsens waren 73 Delegierte zur Landesdelegiertentagung zusammengekommen, um Bilanz zu ziehen und einen neuen Landesvorstand zu wählen.

Nach dem unerwarteten Rücktritt des Landesvorsitzenden Werner Stoppke im vergangenen Jahr hatte der stellvertretende Vorsitzende Erwin Kühnappel beherzt das Steuer ergriffen. "Ostpreußen – für friedlichen Wandel" leuchtete es den Delegierten vom Präsidium entgegen. Als Gäste waren Dr. Fritz Hähle, Fraktionsvorsitzender der stärksten Partei im sächsischen Landtag, Werner Hubrich, Landesvorsitzender des BdV und Landtagsabgeordneter, und Regine Heinze, Landesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, erschienen. Ein festliches Programm, dargeboten vom Kulturkreis Simon Dach unter der Leitung von Ingrid Labuhn, stimmte die Versammelten auf die Tagung ein.

Max Duscha trug den Rechenschaftsbericht des Vorstandes vor. Er erinnerte an die Zeit nach der Wende, als sich die Ostpreußen in Sachsen zusammenschlossen und trotz ihres leidvollen Schicksals sich zur Charta der Heimatvertriebenen bekannten. Der 1993 gegründete Landesvorstand war bemüht, der Landsmannschaft das notwendige Gewicht im gesellschaftlichen Leben Sachsens zu geben, gab es doch zuweilen Vorurteile oder auch Versuche, die Vertriebenen möglichst bald als "Altlast" zu entsorgen. Max Duscha rief dazu auf, die Erinnerung wachzuhalten und Mahner gegen jede Form der Vertreibung zu sein. Der Bericht machte die Bemühungen sichtbar, die Beziehungen zu den heutigen Bewohnern Ostpreußens auszubauen – sei es durch Heimatfahrten oder Hilfstransporte. Alle guten Ergebnisse wären ohne das ehrenamtliche Engagement in den Kreisgruppen nicht zustande gekommen, und deshalb wurde abschließend allen für ihren Einsatz gedankt.

Der Finanzbericht, vorgetragen von Landesschatzmeister Richard Täubler, und der Revisionsbericht von Dietlinde Böhme belegten eine sparsame und korrekte Verwendung der finanziellen Mittel. Alle vorgetragenen Berichte gaben reichlich Anstöße zur Diskussion, und es entwickelte sich ein reger Meinungsaustausch. Beifall erntete der Vorschlag von Christine Altermann, Erlebnisse von Flucht und Vertreibung aufzuschreiben, ehe sie in Vergessenheit geraten. Die Landesgruppe will die Berichte aufbereiten und als Aufsatzsammlung herausgeben. Nur so kann man erlebte Geschichte der Nachwelt erhalten. Die Berichte erfuhren mehrheitlich Zustimmung, anschließend wurden Vorstand und Schatzmeister entlastet. Dem stellvertretenden Vorsitzenden Max Duscha und Schatzmeister Richard Täubler, die sich für eine Mitarbeit im neuen Vorstand nicht mehr zur Verfügung stellten, wurde der Dank ausgesprochen. Mit dem Ehrenzeichen in Silber der Landsmannschaft Ostpreußen wurden Klaus Adam, Ingrid Labuhn, Ursula Jakobi und Elfriede Rick ausgezeichnet. Eine besondere Würdigung seiner Leistungen erfuhr Horst Schories, der zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt wurde.

Es folgte die Wahl des Vorstandes. Als Vorsitzender wurde Erwin Kühnappel, als Stellvertreter und Landesschatzmeister Heinz Sawatzki, als Stellvertreterin und Frauenbeauftragte Dora Arnold und als Landesschriftführer und Pressereferent Hans Dzieran gewählt. Volker Schmidt wurde Landeskulturwart, Lothar Rauter, Hartmut Rockel und Helmut Müller wurden Beisitzer. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Erwin Kühnappel dankte im Namen des Vorstandes für das Vertrauen und versprach, alle Kraft für die Bewältigung der kommenden Aufgaben einzusetzen. Zu Pfingsten komme ganz Ostpreußen nach Leipzig, und das sei für die Landesgruppe Sachsen Ehre, Auftrag und Verpflichtung. H.D.