28.10.2021

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01.04.00 "Aufbruch 99": Auf der Suche nach dem Wähler

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 01. April 2000


"Aufbruch 99": Auf der Suche nach dem Wähler
Kappel gab den Auftakt für eine künftige "Deutsche Partei"

Am vergangenen Wochenende sprach der Ex-Liberale Heiner Kappel aus Hessen in Hamburg vor über hundert geladenen Gästen des "Aufbruch 99".

Klar, daß bei dem überwiegend konservativen Spektrum der geschlossenen Gesellschaft Kappels Analyse der gegenwärtigen Situation Deutschlands auf offene Ohren stieß. So waren denn Bemerkungen älterer Zuhörer wie "Die gleiche Rede hielt Franz Schönhuber schon vor zehnJahren" keinesfalls boshaft gemeint. Immerhin war Kappel noch bis 1997 FDP-Mitglied und stieß erst im Januar 1998 zum Bund Freier Bürger des unrühmlich geendeten Manfred Brunner.

Nun ist Brunner nach den schallenden Ohrfeigen allzu deftiger Wahlniederlagen (und mehr) ja bekanntlich und zum Unverständnis mancher zur F.D.P. mit dem Motto "Nach getaner Arbeit läßt sich gut ruhen" zurückgekehrt, und der Kurs des BFB wird nunmehr vom neuen Bundesvorsitzenden Kappel geprägt. Und dessen aktueller Kurs der Sammlung zersplitterter Kleinparteien und Gruppen des bürgerlich-konservativen Spektrums zu einer aussichtsreicheren Kraft machte denn auch den besonderen Reiz seiner Rede aus. Nach Kappels Prognose sollen die künftigen Schritte sich so vollziehen, daß sich die Parteien Bund Freier Bürger (BFB), Deutsche Soziale Union (DSU), Freie Bürger Union (FBU) auf ihren jeweils anstehenden Bundesparteitagen zunächst den "Untertitel" "Deutsche Partei" geben und damit einen ersten Schritt zu einer Fusion mit der Deutschen Partei (DP) gehen werden.

Als zweiter Schritt soll dann ein gemeinsamer Fusionsparteitag der genannten vier stattfinden. Über den letztendlichen Parteinamen ist noch nicht entschieden. Aussichtsreich erscheint "Deutsche Partei", mit dem Gründungsjahr 1866 ist sie immerhin die älteste existierende deutsche Partei. Nicht nur "kornblumenblaue" Nationalliberale im BFB plädieren stark für den Namenszusatz "Die Freiheitlichen". Hierin sehen auch alle Pragmatiker, die sich die Erfolge der Haiderschen FPÖ auch für die Bundesrepublik wünschen, eine "werbewirksame Notwendigkeit". Doch "viermal 0,5 Prozent gereicht zu keiner Attacke", bemerkten kritisch einige der anwesenden Burschenschafter von Germania, Askonia und Chattia.

"Unter allen Republikanern, die ich persönlich kennengelernt habe, fand ich absolut niemanden, den ich nicht für ehrenwert halte. Ich kann mir ganz konkret eine Zusammenarbeit mit diesen Leuten vorstellen, ja, ich halte sie sogar für wünschenswert" , war der vielbeachtetste Kernsatz Kappels. Dies erhellte nicht nur die Mienen der anwesenden REP-Vertreter aus Hamburg, Hannover, Kiel und Berlin, auch wenn unklar blieb, wie dieser Schulterschluß durchführbar sein soll. Zwar hält Kappel den Namen "Republikaner" für "verbrannt", doch dürfte eine Fusion schon ein erhebliches Ereignis in der deutschen Parteienlandschaft darstellen, das Sogwirkung auf so viele verprellte und politisch enttäuschte deutsche Patrioten hätte.

"Haben Sie auch mit der NPD gesprochen?" wollte Martin Grimm (ehemals Deutsche Liga) wissen. "Es haben keine Gespräche oder Anfragen stattgefunden" entgegnete Kappel, nicht ohne hinzuzufügen: "Hierzu wäre ich auf Anfrage jedoch jederzeit bereit. Ich würde die Gelegenheit nutzen, Herrn Voigt persönlich die Gründe zu erläutern, die eine Zusammenarbeit mit der NPD ausschließen."

Grünen-Gründer und "Öko-Ikone" Baldur Springmann verwies in seinem Schlußwort auf andere politische Gruppierungen, die zusammenrücken sollten: "Ich werde mit Alfred reden, es macht keinen Sinn, wenn er eine weitere Partei gründen will, wenn wir uns hier schon bemühen, die Dinge zusammenzubringen." Gemeint war natürlich Mechtersheimer, der ohnehin mit Kappel als auch mit "Aufbruch 99" in ständigem Kontakt steht und keinesfalls einen "Alleingang" ansteuern wird. Bernd Walter