28.10.2021

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08.04.00 Geliebter Kintopp: Zum 100. Geburtstag von Spencer Tracy

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 08. April 2000


Ein ganzer Kerl
Geliebter Kintopp: Zum 100. Geburtstag von Spencer Tracy

Sein Vater war Generaldirektor der Sterling Motor Truck Co., und Tracy wuchs mit seinem Bruder Carroll in der angenehmen, behaglichen Atmosphäre der amerikanischen Mittelklasse auf. Die Jungen blieben zusammen mit ihrem Nachbarn Bill O’Brien – dem späteren Pat O’Brien des Films – unzertrennliche Freunde in der Schule, beim Spiel, im Krieg und im Beruf.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete er sich – obwohl er die Altersgrenze noch nicht erreicht hatte – zusammen mit seinem Freund O’Brien freiwillig zur Marine. Fünf Monate später war der Krieg beendet und Spencer kehrte zurück auf die Schule. Der ruhelose junge Mann wollte nun Arzt werden, doch die Schauspielerei siegte. Er gab alle Gedanken an den Arztberuf auf, verließ das College und ging nach New York, um sich an der "Academy of Dramatic Arts" einschreiben zu lassen. Dort traf er auch seinen alten Freund O’Brien wieder, der gleichfalls Schauspieler werden wollte, und die beiden nahmen zusammen ein Zimmer. Gemeinsam klapperten sie die Künstleragenturen ab. Spencer bekam ein Engagement. Und langsam kletterte er jene Leiter hoch, die zum Broadway führte, der Sprungbrett nach Hollywood war: aus dem Broadway-Schauspieler wurde der Charakterdarsteller von Hollywood, der sich Weltruhm erspielen sollte.

Im Juli 1923 heiratete er die junge Schauspielerin Louise Treadwell; das Paar bekam zwei Kinder: Sohn John, geboren 1924, und Tochter Suzy, geboren 1932.

Mit seinem narbigen, ungeschminkten Gesicht gab Spencer Tracy, der am 5. April seinen 100. Geburtstag hätte begehen können, jedem Film eine eigene Prägung. Unvergessen sind u. a. seine Rollen in "Vater der Braut", "Der alte Mann und das Meer", "Wer den Wind sät", "Der Teufel kommt um 4" und "Urteil von Nürnberg". Zudem drehte er mehrere Komödien-Streifen mit seiner langjährigen Freundin Katharine Hepburn.

Tracy wurde insgesamt neunmal für den "Oscar" nominiert. Den Academy Award erhielt er als bester Hauptdarsteller in "Manuel" (1937) und "Teufelskerle" (1938). Er ist der einzige Schauspieler, dem es jemals gelang, in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den "Oscar" als bester Hauptdarsteller zu erringen.

Im Februar 1967 mußte er mit einer krankhaften Anschwellung der Lunge in ein Krankenhaus gebracht werden. Zuvor wurde der Hollywood-Schauspieler schon zweimal wegen Atemnot behandelt. Obwohl Katharine Hepburn sogar ihre Filmkarriere unterbrach, um den todkranken Spencer Tracy zu pflegen (zeitweise sogar zusammen mit seiner Ehefrau), hielten sich die amerikanischen Klatschkolumnisten aus Achtung vor der Persönlichkeit der beiden Weltstars zurück.

Der Oscarpreisträger starb am 10. Juni 1967 in seinem Haus in Beverly Hills (Kalifornien) im Alter von 67 Jahren an einem Herzanfall. Unmittelbar vor seinem Tod hatte der Ausnahmeschauspieler die Arbeit zu dem Film "Rat mal, wer zum Essen kommt" beendet, in dem er wieder mit seiner Freundin und Partnerin Katharine Hepburn auf der Leinwand erschien. Die Hepburn erhielt für ihren Part in diesem Streifen den "Oscar", Tracy seine letzte Nominierung.

kai-press