28.10.2021

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08.04.00 Frauengruppenleiterinnen der Landesgruppe Bayern tagten

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 08. April 2000


Anregungen für die Basisarbeit
Frauengruppenleiterinnen der Landesgruppe Bayern tagten

München – Die diesjährige Tagung der Frauengruppenleiterinnen der Landesgruppe Bayern fand im Haus des Deutschen Ostens in München in einem Versammlungsraum statt, in den Erika Lausch, Leiterin der Münchner Frauengruppe, und ihre Helferinnen eine frühlingsfrohe Atmosphäre gezaubert hatten.

Neben der Ehrenvorsitzenden der Landesfrauengruppe, Anni Walther, konnte die Landesfrau in Bayern, Ursula Rosenkranz, etwa 50 Frauenleiterinnen und Angehörige der Ortsverbände begrüßen sowie die Landesfrauenreferentin des BdV, Alice Heß, und weitere Vertreterinnen anderer Landsmannschaften. Der Bezirksvorsitzende von Oberbayern, Hansjürgen Kudczinski, der die Frauenarbeit besonders unterstützt, übermittelte Grüße des Landesvorstandes. Ein herzlicher Willkommensgruß galt den zwei Referentinnen der Tagung, Uta Lüttich, Bundesvorsitzende des ostpreußischen Frauenkreises, und Sibylle Dreher, Bundesreferentin der Landsmannschaft Westpreußen. Dank galt auch Erika Lausch für die mit Rat und Tat intensive Unterstützung bei den organisatorischen Vorbereitungen des Treffens.

Der Vortrag von Uta Lüttich über die Arbeit des ostpreußischen Frauenkreises mit dem Titel "Dem Erbe verbunden – der Zukunft verpflichtet" umfaßte das ganze Spektrum der landsmannschaftlichen Frauenarbeit. "So wie es einmal war, wird es nie wieder sein", führte sie einleitend aus. Dann würdigte sie die ungeheuren Anstrengungen der Frauen für ihre Familie auf der Flucht aus der Heimat und beim Neuanfang im Westen Deutschlands sowie ihre Leistungen seit der Gründung der Landsmannschaften bei der Erhaltung und Weitergabe des Kulturerbes. Nach der Teilvereinigung kam als neues Aufgabengebiet der Aufbau von landsmannschaftlichen Frauengruppen in Mitteldeutschland hinzu. Eine weitere Ausdehnung des Wirkungskreises ergab sich mit dem Grenzvertrag von 1990 und dem Nachbarschaftsvertrag, als auf polnischer Seite erstmals die Existenz deutscher Volksgruppen in dessen Machtbereich zugegeben wurde. Mit der Bildung der Deutschen Vereine konnte die Hilfe für die in der Heimat verbliebenen Landsleute intensiviert werden. Auch die Betreuung der sogenannten "Wolfskinder" und der elternlosen deutschen Kinder, die 1945 in Nord-Ostpreußen blieben, ist u. a. eine Aufgabe der Frauen. Uta Lüttich schloß ihren Überblick mit den Worten: "Wir bekennen uns auch in Zukunft zu unserer Heimat, nicht als zu einem romantischen Traumbild, sondern als zu den Quellen jener Kräfte, die uns geformt und mit denen wir Bestes geschaffen haben ..."

Nach einer kurzen Pause berichteten zunächst die Gruppenleiterinnen über ihre Aktivitäten in den Ortsgruppen. So konnte z. B. Christa Starosta mitteilen, daß der Stadtrat in Hof den Landsmannschaften zwei Räume zur Einrichtung von Heimatstuben zur Verfügung gestellt hat. Der folgende Vortrag von Sibylle Dreher hatte die wechselvolle Geschichte Westpreußens zum Inhalt. Sie spannte den zeitlichen Bogen ihrer Ausführungen von der Völkerwanderung bis zur Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und schilderte dabei ausführlich den Verlauf der einzelnen Epochen.

Für den nächsten Vormittag hatte Ursula Rosenkranz eine Fahrt zur Ost- und Westpreußenstiftung in Oberschleißheim organisiert. Besichtigt wurden die umfangreichen Zeugnisse der Kultur und Geschichte Ost- und Westpreußens wie auch die Außenanlagen: das Mahnmal für Flucht und Vertreibung und die beiden Glocken aus der ermländischen Kirche Kiwitten, ferner die in der Nähe befindliche Gedenkstätte für die gefallenen, vermißten und in Gefangenschaft gestorbenen Soldaten. Den Abschluß bildete der Besuch des Museums "Es war ein Land" im Alten Schloß Oberschleißheim bei München. U. R.