19.10.2021

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15.04.00 PDS im Aus

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 15. April 2000


PDS im Aus

Die PDS hatte zwei mögliche Perspektiven zum dauerhaften Überleben. Wie es zur Zeit scheint, haben die SED-Fortsetzer auf ihrem Münsteraner Parteitag beide verspielt.

Mit Gregor Gysis "Öffnung" hätte man Teile der von Grünen und SPD enttäuschten Linken begeistern können, die aus revolutionärem Reflex heraus noch nicht wahrhaben wollen, daß die Bundesrepublik schon heute auch "ihr" Staat geworden ist – weit mehr vielleicht als jener der Konservativen und Nationalliberalen, die vor Jahrzehnten das Feld beherrschten.

Gysi, der Medienstar, der sich in Talkshows von niemandem an Eloquenz übertreffen läßt, hätte eine solche PDS trotz knallrotem Kern schon an den Mann gebracht.

Eine zweite, von der Öffentlichkeit kaum realisierte Option wurde indes von jenem Gysi schon im Vorfeld des Parteitags weggefegt. Es ist dies der Weg der russischen Genossen, die einen nationalbolschewistischen Kurs eingeschlagen haben. Jüngst erst wurde die Redaktionsspitze des einstigen FDJ-Organs "Junge Welt" aus dem Amt geschossen wegen "nationalistischer" Tendenzen. Gysi half hier kräftig mit. Vor einiger Zeit traf eine solche Säuberung schon das "Neue Deutschland". Auch damals ging es um "Nationalismus".

Angesichts beider Möglichkeiten mag einem nachträglich frösteln oder nicht. Fakt ist, daß die PDS in Münster nicht nur ihre wichtigsten Köpfe verprellt hat. Auch programmatisch stehen die SED-Veteranen nun vor einem Trümmerhaufen. Überdies könnten Sozialdemokraten und Grüne, welche die Dunkelroten bislang aus Hoffnung auf einen Gysi-kostümierten Koalitionspartner schöngeredet haben, zu einer realistischeren Einschätzung der Linksradikalen zurückfinden. Hans Heckel