20.10.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
22.04.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. April 2000


Die ostpreußische Familie
Lewe Landslied,

das hat wohl jede Leserin, jeder Leser schon einmal erlebt: Man schlägt ahnungslos Das Ostpreußenblatt auf, und dann entdeckt man plötzlich etwas Vertrautes, das man längst vergessen glaubte. So erging es auch Ilse Höhn, als sie im Ostpreußenblatt ein Suchbild sah, das den Obergefreiten Heinrich Dauskardt inmitten seiner Kameraden vom Fallschirmpanzerkorps HG-Fallschirmpanzergrenadierregiment 3 zeigt. "Der Zweite von rechts, das ist doch mein Freund Hermann Mertens", stand es bei ihr fest, denn der junge Soldat aus Mecklenburg feierte im Juli 1944 seinen 22. Geburtstag mit Ilse Höhn – die damals noch Audersch hieß – und ihren Tanten in Ernstfeld bei Insterburg. Und da, ganz in der Nähe, ist auch das Foto aufgenommen. Schon Ende August wurde seine Einheit nach Tilsit verlegt, ihr Freund besuchte sie noch öfters auf seinen Dienstreisen nach Insterburg. Am 8. August 1944 flüchtete Ilse Audersch mit ihrer Mutter und zwei Brüdern nach Plauen im Vogtland. Dort erreichte sie noch ein letzter Brief aus Tilsit – dann hat sie nie wieder etwas von Hermann Mertens gehört. Wer weiß, ob er auch gefallen ist wie sein Kamerad Heinrich Dauskardt, ob er in Gefangenschaft geriet und ob er in seine Heimat Mecklenburg zurückgekehrt ist? Wenn Hermann (Frau Höhn schreibt "Herrman") Mertens noch lebt, müßte er heute 79 Jahre alt sein. (Ilse Höhn, Neustädter Straße 21 in 98667 Schönbrunn.)

"Vielleicht kann die Ostpreußische Familie mir bei der Suche nach ehemaligen Angehörigen der Königsberger Bahnpolizei helfen", hofft Walter Friedel aus Bissendorf. Sein Onkel Adolf Friedel war jahrelang Leiter der Königsberger Reichsbahn-Polizei, die in den letzten Kriegsmonaten bei der Verteidigung der Stadt in den am östlichen Stadtrand gelegenen Festungsanlagen eingesetzt war. Gerüchte besagten, daß Adolf Friedel damals in einen Hinterhalt gelockt und dabei umgebracht worden sei. Der Neffe berichtet weiter, daß sich im Nachlaß seiner 1998 im Alter von 86 Jahren verstorbenen Schwester eine vergilbte Notiz befand, aus der hervorging, daß sein Onkel in jener fraglichen Zeit von zwei deutschen Soldaten abgeholt wurde, die den Auftrag hatten, ihn zum Kommandanten des Verteidigungsabschnittes zu begleiten. Sein Onkel kam nicht mehr zurück. Bei der betreffenden Dienststelle war aber von solch einem Auftrag nichts bekannt.

Walter Friedels Anfrage bei der Wehrmachtsauskunftsstelle in Berlin blieb ergebnislos, weil er keine vollständigen Personalangaben über seinen Onkel besitzt. Nun hofft er, daß es vielleicht noch ehemalige Angehörige der Königsberger Bahnhofspolizei gibt, die etwas über diesen Vorfall wissen oder aussagen können, wo und wie sein Onkel umgekommen ist. (Walter Friedel, Hauptweg 7 in 49143 Bissendorf.)

Noch zwei kleine Wunschkes: Wer kann Gertrud Weiß, die Bücher leidenschaftlich liebt, zu den "Geschichten aus Alt-Preußen" von Agnes Miegel verhelfen? (Gertrud Weiß, Wilhelm-Mellies-Straße 29 in 32120 Hiddenhausen.) – Vergeblich hat Irmgard Kohlhaase Antiquariate und Flohmärkte nach dem köstlichen Buch von Kl. Klootboom-Klootweitschen "Der Carol" abgeklappert. Mit Sicherheit ist jemand aus unserm Familienkreis bereit, ihr sein Exemplar zu überlassen. (Irmgard Kohlhaase, Koppelbarg 30 A in 23564 Lübeck.) Wie immer bei Bücher: Nicht gleich zusenden, sondern zuerst eine Benachrichtigung zukommen lassen!

Eure
Ruth Geede