25.10.2021

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22.04.00 Neuerscheinungen zum Thema Preußen und Ostpreußen

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. April 2000


"Kronen müssen fest sitzen"
Neuerscheinungen zum Thema Preußen und Ostpreußen

Ein Standardwerk ist wieder aufgelegt worden: Das Elbinger Heimatbuch von Friedrich Grundmann. Es wurde vor 75 Jahren im renommierten Schulbuchverlag Ferdinand Hirt in Breslau herausgegeben. Dort, wo Fußnoten und Ergänzungen zum heutigen Verständnis unausweichlich erschienen, hat sie der Bearbeiter, Hans-Jürgen Schuch angebracht. Das reich bebilderte, hübsche Buch ist ein Muß für jeden Elbing-Interessierten.

Friedrich Grundmann: Elbinger Heimatbuch. Geschichte und Geschichten vom Elbingfluß. Ergänzt v. H. -J. Schuch, Truso-Verlag, Münster/Westf. 1999, 2., erweiterte Aufl., 100 Fotos u. Ill., Efalin geb., 160 Seiten, ISBN 3-88378-032-4, 32 Mark

 

 

Ein in Aufmachung, Ausstattung und Inhalt vorbildliches Werk ostpreußischer historischer Heimatliteratur. Historische Miniaturen, Erinnerungen an geschichtliche Ereignisse der Zwischenkriegszeit, an Guttstädter Originale, an das Leben dieser ermländischen Stadt machen es auch für Nicht-Guttstädter zu einer köstlichen Lektüre. Schulen, Firmen, Vereine, geistliches Leben kommen nicht zu kurz. Aber auch der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und schließlich die Vertreibung aus einer Stadt, die für ihre Einwohner stets ihre Heimat bleiben wird, werden behandelt.

Roswitha und Ekkehart Poschmann (Bearb.): Im Herzen des Ermlands. Guttstadt 1927–1945. Eine ostpreußische Kleinstadt im Kreis Heilsberg. Die letzten Jahre ihrer deutschen Geschichte. Rückblick, Berichte, Erinnerungen, Daten von Zeitzeugen, Kommissionsverlag Rautenberg, Köln-Leer 1999, 606 Seiten, 69 Mark plus Porto (6 Mark). Zu beziehen über den Verlag Rautenberg, Blinke 8, 26789 Leer/Ostfr.

 

 

Dieses Buch ist wohl schon als Vorgriff auf das große Preußenjubiläum 2001 (300 Jahre Königreich Preußen) gedacht. So sind denn seit Friedrich I. bis Wilhelm II. alle preußischen Herrscher mit einer sehr lebendig geschriebenen Biographie vertreten. Manchmal schon etwas zu lebendig, denn im Falle Wilhelms II. werden natürlich auch gängige Klischees bedient. Dennoch: Der Verlag hat nicht unrecht, wenn er feststellt, daß Preußen und sein Herrscherhaus keineswegs die einzigen "Schurken" im historischen Bühnenspiel gewesen sind. Und das zählt im Zeitalter der politischen Korrektheit ja auch schon etwas.

Heinz Ohff: Preußens Könige. Piper Verlag, München-Zürich 1999, 390 Seiten, geb., 48 Mark.

 

 

Neben anderen, auch heute noch gesungenen Liedern hat Georg Weißel 1624 mit "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" das bekannteste aller Adventslieder gedichtet. Schustereit hat sich dem Leben dieses berühmten Königsbergers in einer Mischung aus Biographie und historischem Roman genähert. Dabei vermittelt er – nebenbei – einen Eindruck von Lebensweise und Alltag der Hauptstadt Ostpreußens im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Kompetent und gut geschrieben.

Hartmut Schustereit: Machet die Tore weit. Eine Erzählung aus Altpreußen, Jahn & Ernst Verlag, Hamburg 2000, 100 Seiten, kart., 28,80 Mark.

 

 

Eine wunderbar illustrierte "Sozialgeschichte" Preußens, das hier als "Königreich Preußen" verstanden wird und nicht auf Altpreußen beschränkt bleibt. Doch auch Ostpreußisches kommt nicht zu kurz. Angefangen mit der Ostsiedlung, dem Ordensstaat und der Gründung der Königsberger Universität bis zum Ende des Königreich Preußen im Jahre 1918 reichen die historischen Betrachtungen. Illustriert werden dabei auch Themen, die bei sonstigen Untersuchungen regelmäßig zu kurz kommen. Etwa: Aufklärung und Pietismus, Preußisches Porzellan und preußische Fayence, das preußische Herrenhaus, das Allgemeine Landrecht Friedrichs des Großen bis hin zu so scheinbar abgelegenen Gebieten wie den preußisch-japanischen Kulturbeziehungen.

Heinz Kathe: Preußen zwischen Mars und Musen. Eine Kulturgeschichte von 1100 bis 1920, Verlag Koehler & Amelang, 471 Seiten, geb., 68 Mark.

 

 

Der Autor, Jahrgang 1928, wuchs in Ebenrode auf. Mit seiner Einberufung zum Marinehilfsdienst nach Pillau endet die unbeschwerte Jugendzeit. Im Endkampf um Berlin gerät er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 21jährig entlassen wird …

Dieter Boenke: Verlorene Heimat – gefangene Träume. Ein Ostpreuße erinnert sich an seine Kindheit, Kriegsjahre und Gefangenschaft, Verlag Frieling, Berlin 2000, 272 Seiten, kart., ISBN 3-8280-1075-X, 24,80 Mark.

 

 

Kein historisches Werk wird hier geboten, sondern erzählte Geschichte aus erster Hand. Berichte vom Leben auf dem Lande, von Kriegserlebnissen, von Kriegsgefangenschaft, Flucht und Vertreibung. Auch Dokumente werden abgedruckt, Volkszählungslisten, und Lagepläne.

Karl-Heinz Wolf (Hrsg.): Heimatliches Lesebuch. Erinnerungen an Queetz-Ankendorf, Ermland / Ostpreußen. Gesammelte Briefe, Erzählungen und Berichte mit Einwohnerlisten, Dokumenten und vielen teils farbigen Fotos, Red.: Mechthild Wolf. Selbstverlag, 1999, 350 Seiten auf DIN A4, 110 Mark. Zu beziehen über: Maria Dannenberg, Waldstr. 51/52; Tel.: 030/ 396 29 54; Fax: 397 319 13.

 

 

Über die hübsch resturierte Kirche in Mühlhausen, Kreis Preußisch Eylau (nicht zu verwechseln mit Mühlhausen, Kreis Mohrungen!), ist jetzt eine hübsche illustrierte kleine Broschüre erschienen. Sie ist eines der wenigen gut erhaltenen Gotteshäuser im nördlichen Ostpreußen südlich der Memel. Die jüngste Tochter Martin Luthers, Margarethe v. Kuenheim, ist hier beerdigt. Die Broschüre ist nunmehr auch in russischer Sprache zu haben.

Kirche Mühlhausen, Natangen/ Ostpreußen. Informationsbro-schüre, 20 Seiten mit Fotos, 7,50 Mark, gegen Vorüberweisung auf das Konto Hans Godau, Kto. 50 109 024 Sparkasse Lüneburg, BLZ 240 501 10. Zu beziehen über H. Godau, Glogauer Straße 3, 21337 Lüneburg.

 

 

"Als wir am 21. 01. 1945 geflüchtet sind, war es ein sonnenklarer, leicht frostiger Tag. Es schien, als ob uns die Sonne zum Abschied noch einmal zulächeln wollte. Zum allerletzten Mal in unserer Heimat. Das Vieh in den Ställen brüllte fürchterlich. Es ahnte, daß wir nie wieder zurückkehren würden und daß auch ihnen Schlimmes bevorstand. Wir hatten die Tiere gut mit Futter versorgt …"

Rotraut Audersch: Erlebnisbericht aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Zeitgeschichtliche Dokumentation aus sibirischer Gefangenschaft von 1945–1957, Verlag Noxxon, ISBN 3-931564-30-4, 19,80 Mark.

 

 

Der aus Heiligenbeil stammende Carlo Wien öffnet ein weites literarisches Panorama auf die Zeit der Mission des Deutschen Ordens im ausgehenden 13. Jahrhundert.

Carlo Wien: Aufruhr im Prussenland. Historischer Roman, Fouqué Literaturverlag, Egelsbach 1999, kart., 734 Seiten, ISBN 3-8267-4584-1, 36,80 Mark.

 

 

Der Band enthält Vorträge der Jubiläumstagung der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung anläßlich ihres 75jährigen Bestehens in Elbing. Im Zentrum des Interesses liegen die Großprojekte der Kommission. Dazu gehören u. a. die Vorbereitungen für den Atlas für ost- und westpreußische Landesgeschichte und andere Projekte.

75 Jahre Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung. Forschungsrückblick und Forschungswünsche. Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, Band 13, Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk, Lüneburg 1999, 408 Seiten, zahlr. Karten u. Abb. kart., ISBN 3-932267-20-6, 70 Mark.

 

 

Im zweiten Teil der Erinnerungen von Inge Russnak beschreibt die gebürtige Ostpreußin die zweite Hälfte ihres Lebens in Mecklenburg und bei Berlin. Menschliche Enttäuschungen bleiben nicht aus. Doch ihr Fazit bleibt: "Das Leben geht weiter!" (Band 1 ihrer Erinnerungen ist ebenfalls im Schardt Verlag erschienen.)

Inge Russnak: "Das Leben geht weiter". Man darf nicht aufgeben, Schardt Verlag, Oldenburg/Oldb. 1999, 140 Seiten, kart., 24,80 Mark.

 

 

Das Schwerpunktthema der Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung enthält in diesem Band vor allem Probleme von Vertreibung oder Migration in den historischen preußischen Landen. So wird die litauische Einwanderung des 16. Jahrhunderts thematisiert, ebenso wie die westfälische Einwanderung im Spätmittelalter. Interessant auch der Aufsatz zur Bevölkerungsfluktuation zwischen Ostpreußen und seinen Nachbarländern vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Aufsatz zur Bevölkerung des Rayons Labiau in den Jahren 1946/47 von Ruth Kibelka.

Zur Siedlungs-, Bevölkerungs- und Kirchengeschichte Preußens. Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk, Lüneburg 1999, 280 Seiten, ISBN 3-932267-21-4, 48 Mark.

 

 

Der sechste Band der bekannten biographischen Reihe behandelt u. a. ein ausführliches Porträt von Herbert Czaja.

Jürgen Aretz et al. (Hrsg.): Zeitgeschichte in Lebensbildern, Band 9, Verlag Aschendorff Münster 1999, 360 S., geb., ISBN 3-402-06120-1, 39,80 Mark.

 

 

Kaiser Wilhelm I. stand mit seiner ganzen Persönlichkeit noch für das alte Preußen. Der eher für den respektlosen Umgang mit Zeitgenossen bekannte satirische Eulenspiegel-Verlag hat hier ein witziges kleines Anekdotenbuch zusammengestellt, das sich nicht nur für den preußischen Monarchisten hübsch liest. Das können auch einige wenige vom Zeitgeist beeinflußte Zwischenbemerkungen nicht ändern.

Thomas Wieke: "Kronen müssen fest sitzen". Anekdoten von Wilhelm I., Eulenspiegel Verlag, Berlin 1999, geb., Hln., 19,80 Mark.

 

Das Thema der Vertreibung ist seit den jüngsten Geschehnissen im früheren Jugoslawien wieder verstärkt in die Diskussion gelangt. Das vorliegende juristische Werk beleuchtet den völkerrechtlichen und völkergewohnheitsrechtlichen Aspekt von Vertreibung, Deportation und damit zusammenhängendem Völkermord. Ausgiebig werden jüngere Beispiele wie Zypern, Uganda, Palästina, Ruanda usw. ventiliert. Auch der juristischen Würdigung der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten ist ein Kapitel gewidmet.

Sonja Köhler: Das Massenvertreibungsverbot im Völkerrecht, Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 1999, 472 Seiten, kart., ISBN 3-87061-866-3, 96 Mark.