19.10.2021

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13.05.00 Frühjahrs-Delegierten- und Kulturtagung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 13. Mai 2000


Von aktuellen Themen geprägt
Frühjahrs-Delegierten- und Kulturtagung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

Oberhausen – Ein umfangreiches Programm war für die Frühjahrs-Delegierten- und Kulturtagung der LO-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen geplant, die wie gewohnt in Oberhausen stattfand. Die 150 Teilnehmer, die Landesvorsitzender Dr. Ehrenfried Mathiak begrüßen konnte, bekamen zwar nicht das volle Programm geboten, da aktuelle Probleme einen Großteil der Zeit einnahmen, aber die lebhaften und ergiebigen Aussprachen waren eine Entschädigung. Die Landsleute nutzten die Gelegenheit zum Meinungsaustausch und zur Darlegung fundierter Positionen.

Dr. Mathiak zog in seiner Begrüßung eine positive Bilanz der Arbeit der Landesgruppe. Die gut besuchten Tagungen zeigen, daß das aus politischen und kulturellen Themen bestehende Programm das Interesse der Landsleute trifft, die sommerlichen Kulturveranstaltungen auf Schloß Burg sind schon zu einem jährlichen "nordrhein-westfälischen Ostpreußentreffen" geworden, und die von Alfred Nehrenheim organisierten Herbstseminare sind stets ausgebucht. Das gilt jetzt schon für die Reise ins Baltikum im Oktober 2000. Sodann konnte Mathiak Ehrungen vornehmen. Mit dem Silbernen Ehrenzeichen der LO wurden Anna Pelka und Wolfgang Hartung ausgezeichnet. Das Verdienstabzeichen erhielten Frau Braczko, Herr Nietsche und Herr Zauner sowie Herr und Frau Kretschmann.

Die Hauptreferentin der Delegierten-Tagung war die Kernphysikerin Dr. Ilse Schlee, den Landsleuten von einer früheren Tagung her bekannt. Sie zeigte aus persönlicher Kenntnis die Gefahren auf, die durch moderne Waffen und technische Möglichkeiten drohen. Nach wie vor stelle Rußland eine Bedrohung dar, wenn sein militärisches Potential vom Westen unterschätzt werde. Die Referentin nannte Zahlen: 1,2 Millionen Menschen stünden in Rußland unter Waffen, weitere 1,2 Millionen seien im Januar 2000 einberufen worden. Nuklearwaffen als solche scheinen schon nicht mehr das Schlimmste zu sein. Die Ziele der Sprengköpfe könnten durch Computer innerhalb von Minuten umprogrammiert werden. Längst keine Utopie mehr seien Psycho-Waffen, die über Fernseh- und Telefonnetz Halluzinationen, Verlust der Orientierung und Wahnvorstellungen hervorrufen können. Dr. Schlee sprach von der "Gehirnwäsche per Computer" und vom "Internet als Einfallstor des Feindes".

Die verschreckten Landsleute konnten sich nach einer erregten Aussprache in der wohltuenden Gastlichkeit, die sie dank des Einsatzes von Alfred Nehrenheim in Oberhausen stets vorfinden, hinreichend erholen. Dann folgte ein ähnlich aufregender Nachmittag. Beitragsfragen, die Annahme von Entschließungen und das Problem der Jugend entfachten immer neue Diskussionen. Alle Delegierten waren sich jedoch einig darin, daß die Jugendarbeit ein unverzichtbarer Bestandteil der landsmannschaftlichen Arbeit sein muß und daß keine Mühe gescheut werden darf, die Jugend zu halten und zu unterstützen. Mit Eckart Jagalla, Vorsitzender der Gruppe Gütersloh und wohl jüngster Vorsitzender aller Gruppen in Nordrhein-Westfalen, trat der lebendige Beweis dieser Notwendigkeit auf. Er schilderte Methoden und Techniken in seiner Vorstandsarbeit, die manchen schon "zu modern" erschienen. Doch zeigt sich daran die Kontinuität der Landesgruppe.

Kaffee und Kuchen wurden während der hitzigen Diskussionen dankbar angenommen. Dr. Bärbel Beutner wies auf die Jahresgabe 2000 der Agnes-Miegel-Gesellschaft hin, "Die Darstellung der Prußen im Werk Agnes Miegels", die auf dem Büchertisch auslag. Zum Abschluß erheiterte Alma Reipert ihre Zuhörer mit mundartlichen Beiträgen. Es tat so gut, nach den problematischen Ausführungen von dem Mann zu hören, der angetrunken nachts die Treppe hinaufschleicht, um sich dann – peinlich! – auf dem Bahnsteig wiederzufinden. Und wieherndes Gelächter ertönte über die scheidungswillige Ehefrau, die triumphierend den Scheidungsgrund gefunden zu haben glaubt, indem das dritte Kinde "nicht von ihm" sei. Wie immer wurde die Tagung mit dem Ostpreußenlied beendet, und man verabschiedete sich bis zum Wiedersehen beim Ostpreußentreffen Pfingsten 2000 in den neuen Messehallen Leipzig. B. B.