19.10.2021

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03.06.00 ZITATE

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 03. Juni 2000


ZITATE

Das Bauerntum wird von ihnen allen nicht mehr beachtet. Es hat als Waffe für den Klassenkampf wenig Wert, schon weil es auf dem Straßenpflaster nicht jederzeit zur Verfügung steht und will seine Traditionen von Besitz und Arbeit den Absichten der Theorie widersprechen.

So beginnt seit 1840 ein vernichtender Angriff auf das wirkliche, unendlich verwickelte Wirtschaftsleben von zwei Seiten her: die Gilde der Geldhändler und Spekulanten, die Hochfinanz, durchdringt es mit Hilfe der Aktie, des Kredits, der Aufsichtsräte, und macht die Führerarbeit des fachmännischen Unternehmertums, in dem sich sehr viele ehemalige Handarbeiter befinden, die sich durch Fleiß zum Genie hinaufgearbeitet haben, von ihren Absichten und Interessen abhängig. Der eigentliche Wirtschaftsführer sinkt zum Sklaven des Finanzmannes herab. Er arbeitet am Gedeihen einer Fabrik, während sie im selben Augenblick vielleicht durch eine Börsenspekulation, von der er nichts weiß, ruiniert wird. Und von unten zerstört die Gewerkschaft der Arbeiterführer langsam und sicher den Organismus der Wirtschaft. Die theoretische Waffe der einen ist die gelehrte, "liberale" Nationalökonomie, welche die öffentliche Meinung über Wirtschaftsfragen formt und sich beratend und bestimmend in die Gesetzgebung mischt, die der anderen das kommunistische Manifest, mit dessen Grundsätzen von der linken Seite aller Parlamente aus ebenfalls in die Gesetzgebung eingegriffen wird. Beide vertreten das Prinzip der "Internationale", das rein nihilistisch und negativ ist: Es richtet sich gegen die geschichtlichen, grenzsetzenden Formen – jede Form, jede Gestalt ist Begrenzung – der Nation, des Staates, der nationalen Wirtschaften, deren Summe nur die "Weltwirtschaft" ist. Sie sind den Absichten der Hochfinanz wie der Berufsrevolutionäre im Wege. Deshalb werden sie verneint und sollen vernichtet werden.

Der Wirtschaftsführer, der Kenner des Wirtschaftslebens, ist vom Parteiführer verdrängt worden, der nichts von der Wirtschaft und um so mehr von demagogischer Propaganda versteht. Er herrscht als Bürokrat in der wirtschaftlichen Gesetzgebung, die den freien Entschluß des Wirtschaftsdenkers ersetzt hat, als Leiter von unzähligen Ausschüssen, Schiedsgerichten, Konferenzen, Ministerialbüros und wie die Formen seiner Diktatur sonst heißen mögen.

Die kleine Sorge in Gestalt von "Problemen" der Mode, der Küche, des ehelichen und unehelichen Liebesgezänkes und vor allem der Langeweile, die zum Überdruß am Leben führt, wird zu lächerlicher Wichtigkeit emporgetrieben. Man macht aus Vegetarismus, Sport, erotischem Geschmack eine "Weltanschauung". Man begeht Selbstmord, weil man das ersehnte Abendkleid nicht bekommen hat oder weil man sich über Rohkost und Ausflüge nicht einigen kann. Oswald Spengler

Deutscher Philosoph und Kulturkritiker

in "Jahre der Entscheidung"

Wahlverwandschaften

Wandrer, willst nach Flandern wandern?

Muß du durch gemischte Zonen,

wo – nebst allzu vielen Andern –

wallische Wallonen wohnen.

Flanderns Hauptstadt hieß einst Brüssel,

reimte sich auf Rüssel, Schlüssel.

Heute mußt "Brüssell" du sagen, -

liegt den Flamen schwer im Magen.

In "Brüssell" betreibt ein Michel

pharisäisches Gestichel.

Klar, kein grader Michel ist er,

denn "Mischell" heißt der Minister!

Aufgegangen ist der Samen.

Kuschen, zahlen müssen Flamen,

abkassieren tun die Andern, –

so geschieht’s nicht nur

in Flandern ...

Pannonicus