20.10.2021

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03.06.00 Literaturkreis widmet sich dem ostdeutschen Erbe

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 03. Juni 2000


Ein Teil des Ganzen
Literaturkreis widmet sich dem ostdeutschen Erbe

Der 1989 auf dem Flüchtlingsschiff "Albatros" im Ostseebad Damp gegründete "Ostdeutsche Literaturkreis e. V." (OLK) versteht sich als kulturelle Vereinigung, die ganz bewußt die Rahmenbedingungen der Kultur berücksichtigt. Der OLK ist überdies der Auffassung, daß die ostdeutsche Kultur ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Kultur insgesamt ist. Daß der OLK nach dem Tode seines Gründers Otto Grams nun auch unter der Leitung von Dr. Walter T. Rix sehr aktiv ist und weiterhin sein wird, beweist das vielschichtige Programm: Reise nach Nidden vom 9. bis 13. Juni 2000 zusammen mit der Blunck-Gesellschaft, Vorträge und die Vorstellung eines neuen Films noch in diesem Jahr.

Vor wenigen Wochen berichtete Hansi Decker vom Schicksal ihrer Leidensgefährtin in der Haftzeit, der Lyrikerin Edeltraud Eckert, die während ihres Studiums an der Berliner Humboldt-Universität denunziert und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie starb am 18. April 1955 infolge unmenschlicher Haftbedingungen im Zuchthaus Hoheneck. Dr. Jürgen Blunck prüfte in wissenschaftlicher Kleinarbeit die überlieferten Fakten, sammelte die in heimlichen Briefen und mündlicher Überlieferung erhaltenen Gedichte und Lieder der jungen Künstlerin Edeltraud Eckert und gab die Biographie als Buch unter dem Titel "Vom Leben trennt mich Schloß und Riegel" (Verlag Langen Müller) heraus. Ein Lyrikband wird bald folgen.

In Rendsburg hörten Mitglieder und Freunde des Ostdeutschen Literaturkreises im Hotel Roseneck den Vortrag von Käthe Sabath aus Judenburg/Österreich. Feinsinnig stellte sie Leben und Wirken des berühmten Dirigenten Herbert von Karajan in den Mittelpunkt ihres meisterlichen Vortrages, beschrieb seine Stationen in Ulm, Aachen, Berlin und Salzburg, sein Ringen um Anerkennung, Triumph, Niederlagen und wiederum geniales Wirken im Dienste der Musik. Auch die dem Vortrag gekonnt zugewiesenen Hörproben aus von Karajan dirigierten Konzerten ließen diese Veranstaltung zu einer Feierstunde werden. Käthe Sabath, die Musikfreundin aus der Steiermark, bekam viel Bei- fall. Anne Bahrs