28.10.2021

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10.06.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 10. Juni 2000


Die ostpreußische Familie

Lewe Landslied,

so begrüße ich in jeder Ausgabe des Ostpreußenblattes unsere Leserinnen und Leser – gemeinsam sind wir die "Ostpreußische Familie". Diese plattdeutsche Anrede hatte ich bewußt gewählt, als ich vor nunmehr 20 Jahren die Redaktion übernahm, weil sie das Gefühl der Zusammengehörigkeit von uns Ostpreußen beton. Aber inzwischen hat sich unsere "Familie" so verschwägert und verzweigt, daß ich alle einschließen muß, die ihre Wurzeln nicht in unserer Heimat haben, aber treue Leser des Ostpreußenblattes sind.

Und neue werden an diesem Wochenende beim großen Deutschlandtreffen in Leipzig hinzukommen. Und so will ich kurz Sinn und Zweck dieser Wochenspalte erklären: Als eine Art Leserforum vermittelt sie Wünsche und Fragen, hilft diese zu erfüllen oder zu klären und will damit das Zusammengehörigkeitsgefühl in unserer Leserschaft stärken. Denn wenn ich auch die meisten Fragen direkt beantworten kann, so muß ich doch viele an unsere Leser weitergeben. Und was die alles bewirken können, ist aus einer "Extra-Familie" in dieser Ausgabe zu ersehen.

Noch immer nehmen die Suchfragen nach Verwandten und Bekannten den größten Raum ein. Ich muß aber immer wieder betonen, daß eine Veröffentlichung nur dann erfolgen kann, wenn alle bisherigen Bemühungen bei den dafür zuständigen Institutionen und Karteien ergebnislos verliefen. Wie im Falle von Winfried Rosenfeld aus Solingen. Seine Mutter gilt seit Kriegsende als vermißt. Herr Rosenfeld ist als Vollwaise aufgewachsen und hat keinerlei Erinnerungen an seine Mutter. Das erschwert natürlich die Suche, mit der er erst beginnen konnte, als er 1981 aus Masuren kam. In Königshöhe, Kreis Lötzen, wurde seine Mutter Charlotte Rosenfeld, geb. Jaschk, am 10. Juli 1916 geboren. Vor und während des Krieges muß sie in Gartz/Oder gewohnt haben, denn ihr Sohn Winfried wurde dort am 21. Dezember 1938 – noch unter dem Mädchennamen seiner Mutter Jaschk – getauft. Von Beruf war sie Schaffnerin. Der Vater Werner Rosenfeld war Gärtner und während des Krieges Wehrmachtsangehöriger, Herr Rosenfeld hofft nun, aus unserer Familie etwas über das Schicksal seiner Mutter erfahren zu können. (Winfried Rosenfeld, Messerstraße 46 in 42647 Solingen.)

Wieder einmal eine Frage von Christa Pfeiler-Iwohn, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Schicksal der ostpreußischen Waisen aus den ehemaligen russischen Kinderhäusern aufzuklären. Sie erhielt einen Anruf von Hern Suhrau aus Neumünster, der nach dem Verbleib von drei Mädchen fragt, die von seiner Frau und deren Schwester 1946 in Königsberg aufgefunden wurden. Die völlig unterernährten Kinder befanden sich in einem Keller in der Nähe der Luisenallee neben ihrer toten Mutter. Die Damen nahmen die Mädchen zuerst einmal zu sich, später kamen sie in ein Kinderhaus. Ende Oktober 1947 sollen sie ausgereist sein. In ihren Unterlagen fand Frau Pfeiler-Iwohn diese Namen und Daten: Elli (* 26. 12. 1935 in Sorquitten), Gerda (* 3. 12. 1936 in Sorquitten) und Traute (* 25. 1. 1939 in Sensburg) Malonick. Wo sind sie geblieben? (Christa Pfeiler-Iwohn, Laurembergstieg 3 in 22391 Hamburg)

Und noch dies: Wer kannte den Landwirt Robert Prothmann (* 27. 6. 1908) und seine Frau Agnes, geb. Spill, aus Lauterhagen, Kreis Heilsberg? Gesucht werden ehemalige Nachbarn, die bis 1948 dort waren. Ihr Sohn hofft, jetzt endlich etwas mehr über seine Eltern zu erfahren. (Gregor Prothmann, Hauptstraße 29 in 39606 Düsedau.)

Eure

Ruth Geede