28.10.2021

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Suchen und finden
24.06.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 24. Juni 2000


Die ostpreußische Familie

Lewe Landslied,

wer auf Flohmärkten herumstöbert, kann Schätze finden. Und einige landen dann bei unserer Familie und finden tatsächlich zu ihrem ursprünglichen Besitzer oder seinen Nachkommen zurück. Jetzt ist wieder solch ein Flohmarktfindsel bei mir gelandet, zwar keine Kostbarkeit, aber vielleicht für den Landsmann, der einen Bezug zu dem Fund hat, mehr als eine Erinnerung. Es handelt sich um zwei Fotos, die ein Pommer vor fünf Jahren auf dem Lübecker Flohmarkt entdeckte. Das eine zeigt einen Kurenkahn mit Wimpel aus Gilge, das andere – das sich auf der Rückseite des ersten befand – ein frisches, lachendes Jungengesicht. Der Finder, dem die Bilder sehr gefielen, erzählte unserm Landsmann Siegfried Poelk von den Fotos, dieser wandte sich nun an uns mit der Bitte, nach den darauf befindlichen Personen zu suchen. Das ist schwer, der Fischer im Kahn ist nicht zu erkennen, und der Junge von damals dürfte heute ein älterer Mann sein. Aber da ist ein konkreter Anhaltspunkt: Der Kahn trägt die Nummer Gil.60. Es müßte festzustellen sein, welcher Fischerfamilie der Kahn gehörte. (Siegfried Poelk, Ostseestraße 29 in 23570 Lübeck-Travemünde.")

Mit dem Erkennen ist das ja oft eine eigenartige Sache. Die Redaktion bekam von einer Leserin einen Brief, der ihrer Meinung nach eine Richtigstellung enthielt. Es handelte sich um ein Foto, das in der Folge 1 dieses Jahres im Rahmen meines Artikels über den Reichssender Königsberg erschienen war und das mich in sehr jungen Jahren zeigt. Die Leserin "stellte mit Sicherheit fest", daß auf dem Bild nicht ich, sondern Frau Dr. Ursula Milthaler, ihre ehemalige Lehrerin vom Pillauer Gymnasium, abgebildet sei. Nun kenne ich mich ja selber am besten, das Foto gehört zu den wenigen, die gerettet wurden, und ich konnte der Leserin meinerseits mit Sicherheit mitteilen, wann und wo es aufgenommen wurde. Vielleicht liegt es an den gemeinsamen Vorfahren von Frau Milthaler und mir, daß eine solch gravierende Verwechslung möglich ist: Sie waren Salzburger! Aber so ist das eben mit dem Erkennen!

Noch ein Fundstück, aber hier ist der Name der Eigentümerin bekannt, und deshalb dürfte die Suche nicht schwer sein. Susanne Düsterloh geriet auf denkwürdige Weise ein Buch mit sehr persönlichen, handschriftlichen Eintragungen in die Hände. Es gehörte Frau Ella Brümmer, geb. Stroehmer, vom Rittergut Steffenswalde bei Hohenstein. Die Eintragungen stammen aus dem Jahr 1945, dem Zeitpunkt ihrer Flucht aus Ostpreußen. Gesucht wird nun Ilse Möller, geb. Brümmer, oder Verwandte, denen Frau Düsterloh das Buch übergeben möchte. (Susanne Düsterloh, Pestalozzistraße 73 in 24113 Kiel.)

Nach dem Gedicht "Marienburg" von Agnes Harder wird immer wieder gefragt, ich habe es schon oft versandt. Aber nun wird ein anderes Gedicht gewünscht, das ich nicht kenne. Edith Lösch sucht es, sie hatte sich an den WDR gewandt, der verwies an mich, und ich muß die Frage an unsere große Familie weitergeben. Wer kennt das Gedicht über die Marienburg, in dem die Zeile vorkommt: "Die Nogat rauscht dir tief zu Füßen mit flutenden schimmernden Wellengrüßen." Wer es besitzt, kann es mir zusenden oder auch an die Fragestellerin Frau Edith Lösch, Gartenstraße 17 in 57334 Bad Laasphe.

Nicht mal mehr Platz für das übliche Nachschrabselchen. Aber immerhin für liebe Grüße und Wünsche für frohe Sommertage, vor allem für diejenigen, die sie in der Heimat verleben können.

Eure

Ruth Geede