28.10.2021

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08.07.00 Blick nach Osten

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 08. Juli 2000


Blick nach Osten

Kündigungsfrist verpaßt

Bonn – Die AGMO e. V. – Gesellschaft zur Unterstützung der Deutschen in Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern, Ost- und Westpreußen bedauert, daß die Kündigungsfrist für den deutsch-polnischen Vertrag am 17. Juni ungenützt verstrichen ist. Das am 17.6.1991 in Kraft getretene Abkommen hat eine Laufzeit von zehn Jahren und verlängert sich danach automatisch um jeweils weitere fünf Jahre, sofern nicht eine der Vertragsparteien spätestens zwölf Monate vorher von den Vereinbarungen Abstand nimmt. Die AGMO ist der Auffassung, daß die Republik Polen mit der Verzögerung eines Minderheitengesetzes und der bisher nicht erfolgten Ratifizierung verschiedener Konventionen des Europarates die deutsche Volksgruppe jahrelang vertragswidrig benachteiligt hat. Hier, so meint man, gibt es großen Handlungsbedarf seitens der bundesdeutschen Politik. Beispielsweise sollten die in Artikel 20 und 21 erwähnten Minderheitenrechte konkretisiert werden, um die Aufstellung zweisprachiger Ortsschilder und die Einrichtung bilingualer Grundschulen zu erleichtern. Geschähe hier nichts, so bestätige dies nur die Ansicht, daß der Vertrag den Deutschen jenseits von Oder und Neiße und ihren Organisationen keine subjektiv einklagbaren Rechte gewährt, sondern nur gutgemeinte Absichtserklärungen beinhaltet.

Alltag in Westpreußen

Hude – Ein von dem 19jährigen Hobbyhistoriker Roland Borchers, dem letztjährigen Träger des Westpreußischen Förderpreises für Geschichte (s. Interview in OB 48/99, S. 6), neu herausgegebenes Buch "Berenter Sammlung" legt anhand von sieben Lebenserzählungen vertriebener Westpreußen Zeugnis ab vom früheren Alltagsleben im Kreis Berent. So berichtet beispielsweise Ilse Hohnhaus, die Tochter des letzten deutschen Landrates vor Inkrafttreten des Versailler Vertrages, über ihre Kindheit, der Grüntäler Pfarrer Johannes Mühlradt schildert die Einöde der Tucheler Heide, und Willi Siedschlag läßt seine Jahre als Forstmann und Jäger in der Kaschubei Revue passieren. Der reich bebilderte Erzählband kann für 22,- DM zzgl. Versandkosten beim Schadrau Verlag, Deichweg 14, 27798 Hude bestellt werden.