25.10.2021

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15.07.00 Orgel wurde mit viel Einsatz und Geschick repariert

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 15. Juli 2000


Wieder zum Leben erweckt
Orgel wurde mit viel Einsatz und Geschick repariert

Eichmedien – Die Orgel der früher evangelischen – jetzt katholischen – Kirche in Eichmedien wurde seit 30 Jahren nicht mehr gepflegt und gestimmt. Der kleinen Gemeinde fehlte für die notwendige Reparatur das Geld.

Ein Lehrer, der seinen Urlaub regelmäßig in Masuren verbringt, vermittelte den Kontakt zwischen der Orgelbaufirma Claus Sebastian aus Geesthacht an der Elbe und dem Pfarrer der polnischen Gemeinde. Der Mitarbeiter und Orgelbauer Uli Rudloff, dessen Vater gebürtig aus Gerdauen/Ostpreußen ist, und seine Freundin Gabriele Rutzen, deren Eltern aus Pommern stammen, wollten ihren Urlaub in Ostpreußen verbringen. So packten sie das nötigste Werkzeug und Material ein, ungewiß des Zustandes der Orgel. Sie erreichten Eichmedien just am St. Christopherus-Tag (Schutzheiliger der Reisenden), und bevor sie mit der Arbeit begannen, wurde ihr Auto mit Weihwasser gesegnet.

Die kleine pneumatische Orgel war 1920 von dem Orgelbauer Goebel erbaut worden und befand sich in einem sehr desolaten Zustand. Doch nach drei Tagen und mit viel Improvisation gelang es den beiden, alle Töne der Orgel wieder zum Leben zu erwecken und zu stimmen. Diese Reparaturarbeiten waren selbstverständlich kostenfrei und als Gastgeschenk zu verstehen. Trotz der erschwerten Verständigung mit den Gastgebern, die nur ein wenig Deutsch sprechen, war die Gastfreundschaft überaus herzlich. Als Uli Rudloff und Gabriele Rutzen schließlich weiter durch Masuren reisten, verließen sie einen sehr glücklichen Pfarrer und eine dankbare Gemeinde. U. R.