20.10.2021

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22.07.00 Michels Stammtisch: Fröhliche Reise

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juli 2000


Michels Stammtisch: Fröhliche Reise

Chef Mehdorn von "Die Bahn"/ DB (Deutsche Bahn soll ja wohl nicht mehr sein) erntete Kopfschütteln und Widerspruch am Stammtisch im Deutschen Haus, als der gelernte Mittelständler meinte, künftig solle keine Zug mehr fahren, "der sich nicht rechnet".

Das bedeutet: der Fahrplan wird um 18 Millionen Zugkilometer ausgedünnt, weniger Züge – insbesondere Interregios – werden fahren, und die Kunden müssen wieder das Umsteigen in langsamere Nahverkehrszüge üben. Die Fläche aber wird sich selbst überlassen. Für das Jahr 2000 hat Mehdorn für die erwarteten Betriebsverluste schon eine Schuldige: Die Expo-Dame Breuel und ihre Besucherflaute. Die DB-Züge fahren – so Mehdorn – mit halber Kapazität nach Hannover, und selbst die seien nicht ausgelastet. Auf die Idee, die phantastischen Expo-Erwartungen zu hinterfragen, ist offensichtlich auch "Die Bahn" nicht gekommen, die ihre ICE-Züge eilfertig als "Official Carrier" globalisierte.

In solchen und ähnlichen Mätzchen ist die privatisierte Bahn ganz groß: Ein unsinniges neues Logo und eine Unmenge auf allen größeren Bahnhöfen aufgestellter riesiger angeblich "künstlerisch" gestalteter, bunter Eisenfiguren mit unsinnigen "Informationen" und viel zu kleine An- und Abfahrtstafeln beweisen das. Um diesen Schildbürgerstreich auch jedem einprägsam vor Augen zu führen, wurden daneben die konventionellen, auch ohne Lupe lesbaren Tafeln beibehalten.

Lange Wartezeiten an den Schaltern, zu kurze Übergangszeiten zu Anschlußzügen und überfüllte Wochenendzüge, bei denen die Frage nach dem strafrechtlichen Tatbestand der Verkehrsgefährdung naheliegt, seien die traurige Bilanz dieser Privatisierung und der dafür Verantwortlichen, meinte der Stammtisch.