20.10.2021

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22.07.00 ZITATE

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juli 2000


ZITATE:

Wir haben nie beschlossen, in keinem Vertrag, daß wir eine einheitliche Außen- und Sicherheitspolitik betreiben werden. Das ist der Unterschied zur Währungsunion. Wir wollen nicht (...) auf eine nationale Außen- und Sicherheitspolitik verzichten (...). Wir würden dabei ungeheuer viel verlieren und Europa würde nichts gewinnen. Ich verfechte die These, daß die gemeinsame europäische Außenpolitik von morgen stark sein wird, wenn die nationale Außenpolitik ebenfalls stark bleibt.

Hubert Védrine, französischer Außenminister
im Interview mit dem "Spiegel",
17. Juli 2000

 

Wer hätte fünf Jahre nach dem Holocaust geglaubt, daß es eines Tages wieder eine blühende Gemeinde in Deutschland geben würde? Daß Juden wieder hier ihre Heimat finden würden? Heute leben mehr als 85 000 Juden in 53 jüdischen Gemeinden in Deutschland. Wir sind die drittgrößte jüdische Gemeinde Westeuropas. Unsere Gemeinschaft wächst weltweit am schnellsten. 

Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der Juden
in Deutschland
in "Welt am Sonntag", 16. Juli 2000

 

Ich empfinde nichts als Bewunderung für Ernst Nolte und seine Arbeit. (...) Die zentrale These Noltes sagt aus, daß Europa zwischen 1917 und 1945 einen Bürgerkrieg erlebte, in dem der Nationalsozialismus als Reaktion und extreme Antwort auf den Bolschewismus zu werten ist. Auschwitz als Konsequenz und Imitation des Gulag. Dieser These liegen solide Argumente zugrunde.

Ich möchte dazu folgende Beobachtungen anmerken: Ich meine, daß sich der Nationalsozialismus und der Faschismus in ihrer Essenz nicht auf eine bloße Reaktion auf den Bolschewismus reduzieren lassen. Meiner Meinung nach waren diese Bewegungen eine brutale Entgegnung der jungen, feuergetauften Erlebnisgeneration des Ersten Weltkriegs auf die problematische Modernisierung Europas in den zwanziger Jahren. Allen ihren Fehltritten zum Trotz war diese Entgegnung in Europa mit großen Hoffnungen verbunden.

Meine zweite Bemerkung zielt auf die Reduktion der Periode von 1917 bis 1945 auf einen Bürgerkrieg. Es handelte sich nicht um einen rein europäischen Konflikt. Das Jahr 1917 war zweifelsohne das Jahr der bolschewistischen Revolution, aber es war auch das Jahr, in dem die amerikanische Einmischung in das Schicksal Europas begann. Ich glaube nicht, daß man diese Dimension ignorieren kann, sind doch ihre Auswirkungen heute spürbar. 

Dominique Venner, französischer Zeithistoriker
im Interview mit "Junge Freiheit",
7. Juli 2000