20.10.2021

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22.07.00 Das Thema Schlaf in der Weltliteratur

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juli 2000


Erlöser des Herzens
Das Thema Schlaf in der Weltliteratur

Balsam für wunde Seelen nannte ihn Shakespeare, Rilke sprach vom großen Gott, Nikolaus Lenau vom kindlichen Gott, vom Erlöser des Herzens. Lange bevor sich die Forschung in sogenannten Schlaflabors mit diesem Phänomen des Lebens befaßte, haben sich die Dichter des Thema angenommen. Der Schlaf als Selbstverständlichkeit des Lebens, aber auch die Schlaflosigkeit, das Ringen des Übermüdeten um den Schlaf, der Tod als Schlaf vor der Auferstehung, das Einschlafen, aber auch das Aufwachen – diesen Geheimnissen sind die Dichter seit zweieinhalb Jahrtausenden nachgegangen. Der wohl erste Dichter, der sich mit dem Thema Schlaf beschäftigte, war der griechische Chor-Lyriker Alkman (7. Jh. v. Chr.), vermutet Dieter Lamping, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, in seinem Nachwort zu dem bei Artemis & Winkler herausgekommenen Band Schlaf, süßer Schlaf – Geschichten und Gedichte der Weltliteratur (Hrsg. Simone Frieling und Dieter Lamping. Illustrationen Gustave Courbet. 200 Seiten, geb. mit Lesebändchen, 29,80 DM). Diese wohl aparte Anthologie vereint Dichter wie Thomas Mann und Friedrich Nietzsche, Eduard Mörike und Karl Kraus, Goethe und Grass. Romantisches und Kritisches in Lyrik und Prosa sind gleichermaßen vertreten und zeichnen ein überaus buntes Bild der Weltliteratur. hm