20.10.2021

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22.07.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juli 2000


Die ostpreußische Familie

Lewe Landslied,

heute mal wieder so schön querbeet durch unsern ostpreußischen Familiengarten. Beginnen wir mit der Frage von unserm Königsberger Landsmann Günter Woyczuck. Als kleiner Junge ging er an der Hand seines Vaters am Sonntag oft durch seine Heimatstadt. Wenn sie am Schloß vorbeikamen, pflegte der Vater folgende Geschichte zu erzählen: Als einst ein berühmter Mann Königsberg und dabei auch das Blutgericht besuchte, war er darüber empört, daß man von ihm so wenig Notiz nahm. Er trug sich deshalb in das Gästebuch mit folgenden Versen ein: "Wenn mancher Mann wüßte, wer mancher Mann wär, gäb mancher Mann manchem Mann manchmal mehr Ehr …" Diese Anekdote erzählte auch später sein Lehrer Dr. Dobbeck, der im Wilhelmsgymnasium Heimatkunde gab. Und da Günter Woyczuck sie ja kannte, glänzte er mit dem Aufsagen der Verse, die ich auch kenne und sicherlich viele unserer Leser – aber den Namen des Verfassers hat Herr Woyczuck vergessen. Mit Sicherheit können ihn Landsleute nennen. (Günter Woyczuck, Im Birkengrund 54 in 63073 Offenbach.)

Wenn unserer Heimatgefährtin Mathilde Möck (Landsmann kann ich ja nicht sagen, und die so oft vorgeschlagene feminine Version "Landsmännin" finde ich nicht sehr glücklich!) manchmal die Welt wieder allzu grau erscheint, pflegt sie die Melodie eines Liedes zu summen, das ihre Mutter immer gesungen hat: "Ein getreues Herz wissend ist des höchsten Ruhmes Preis, der ist selig zu begrüßen, der ein solches Herze weiß. Mir ist’s wohl beim höchsten Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz." Nun möchte Frau Möck wissen, ob das Lied noch mehrere Verse hat. Ihre Mutter kann sie nicht mehr fragen, weil diese vor zehn Jahren verstorben ist. (Mathilde Möck, Jahnstraße 52 in 22869 Schenefeld.)

Heute heißt ihre Heimanschrift "Haus für Senioren" – damals war die aus dem Kreis Wehlau stammende Maria Müller noch blutjung und in der Lehre im Kreis Angerburg, als sie ein Lied hörte, das die Landwirtschaftsschüler sangen: "Wir sind die Männer vom Bauernstand …" Dieses Lied hat Frau Müller nicht vergessen, sie sucht es nun für ihre Liedersammlung. (Maria Müller, Haus für Senioren, Langenhacke 24 in 53902 Bad Münstereifel.)

"Wer kannte meine Tante Madeleine Melot de Beauregard?" fragt Dietlind Schärff, geb. Otto. In erster Linie werden die Sensburger angesprochen, denn Frau Schärffs Großvater, Dr. med. Louis Melot de Beauregard, war zuletzt Landarzt in dieser Stadt, in der auch am 2. Februar 1906 die älteste Tochter Madeleine geboren wurde. Von dieser, "Tante Nennchen" oder auch "Nenna" genannt, liegen für die Familienforschung kaum Daten vor. Nach dem Krieg war sie DRK-Krankenschwester, zuletzt wohl in Niedersachsen. Wer ist ihr da begegnet und kann auch sagen, wann und wen sie geheiratet hatte (Haase?) und ob und wann sie geschieden wurde? (Dietlind Schärff, Falenbek 8 in 22149 Hamburg.)

Einen Ort im Kirchspiel Bischofsburg, den er heute nicht mehr ausfindig machen kann, sucht unser Landsmann Horst Bunk. "Wolla Labuch" wird in Kirchenbüchern und im Ortsverzeichnis von 1880 noch genannt. Den Ortsnamen "Wolla" findet man vor 1938 noch in den Kreisen Gerdauen, Preußisch Eylau und Neidenburg, aber nicht im Kreis Rößel. Wahrscheinlich wurde der gesuchte Ort schon vor dieser Zeit in das Dorf Labuch, das ja bis 1945 noch unter diesem Namen existierte, eingegliedert. Wer weiß es? (Horst Bunk, Herzenstraße 40 in 04357 Leipzig.)

Eure

Ruth Geede