28.10.2021

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05.08.00 Das "Auslandsjournal" des ZDF berichtete über Königsberg

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 05. August 2000


"Mit wachsender Sorge...."
Das "Auslandsjournal" des ZDF berichtete über Königsberg

Nachdem sich das "Auslandsjournal" des ZDF vor zwei Wochen zunächst mit der stillschweigenden Streichung der angekündigten Sendung über Königsberg aus der Affäre gezogen hatte, faßte es eine Woche mit einem ganz offenkundig stark geschnittenem Beitrag nach. Ein die Sendung kommentierendes Blatt des Magazins gab mit dem Satz "Wird Kaliningrad wieder deutsch?" die Besorgnisse der Sendung preis und läßt vermuten, daß die Tendenz der Russen, gleichsam für Deutschland zu votieren, nicht den Beifall der hintergründig Verantwortlichen fand.

So wurde denn in gewohnter Manier zunächst die branchenübliche rechtsradikale Unterfütterung, mit der, je nach Sendeauftrag, alles bewiesen oder verworfen werden kann, vorangestellt. Folgerichtig wurden denn auch die von einem norddeutschen Verleger für Rußlanddeutsche errichteten Neubauten im ostpreußischen Dörfchen Amtshagen gezeigt, die wohl die gängige "Regermanisierungsthese" stützen sollte. Was immer dieser Verleger denkt ober beabsichtigt, kein Rußlanddeutscher scheint gegenwärtig in der Lage zu sein, Wohnangebote ausschlagen zu können. Es sei denn, was auch vorgekomen ist, er würde von dritter, interessierter Seite mit dicker Handsalbe versehen, um das ganze Unternehmen in Bausch und Bogen zu verdammen.

Die Rußlanddeutschen sind bekanntlich seit 1987 im Zuge der Perestroika-Politik eines Gorbatschow erst in die Lage gekommen, sich frei in der Sowjetunion bewegen zu können. Einige nahmen im nördlichen Ostpreußen erstes Quartier, um dann in die Bundesrepublik auszureisen, andere blieben. Was soll daran verwerflich sein? Zweifel können nur aufkommen, wem die völkerrechtliche Ausgangslage unklar ist.

So vermerkt das Beiblatt fälschlich, daß das Gebiet, "seit der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg zu Rußland gehört". Bekanntlich gab es eine Konferenz von Potsdam, bei der Vertreibung und Bruch des Völkerrechts als so schwerwiegend von den Siegern angesehen wurden, daß sie immerhin die territoriale Frage bis zu einem Friedensvertrag hin verlegt wissen wollten, den wir bekanntlich nicht besitzen. Davon unabhängig kennt das Völkerrecht keine Gebietsabtretungen ohne Zustimmung der dort Wohnenden, übrigens auch unabhängig von der Kriegsschuldfrage.

Ansonsten gilt doch auch, daß die politische Forderung des Tages im Zuge der Globalisierungsmaßnahmen der Hochfinanz und der Wirtschaft darauf aus ist, die Menschen weltweit zu verschieben. Warum sollten da nicht auch Menschen nach Ostpreußen, wo doch erste Green-Cardler aus Asien gerade in der Bundesrepublik tätig werden wollen.

Daß viele Russen in Ostpreußen der Meinung sind, daß sie nur mit den Deutschen eine Zukunft haben, war schon bei der Öffnung 1990 erkennbar. Die Umsichtigtsten hatten längst schon die spärlichen deutschen Überreste für die Stunde Null beiseitegelegt, um einen Neuanfang leichter und auch unbefangener (wegen der Verwüstung) wagen zu können.

Wenn ein vom ZDF befragter Deutscher aus dem Umfeld der Hochfinanz angesichts der russischen Notlage meint, man könne trotzdem an der 1945 geschaffenen Lage nichts ändern, dann besitzt er gewiß nur geringe Kenntnis über Möglichkeiten, der Region einen dauerhaften Impuls zu geben. Gewiß dürften die russischer Arbeiter für BMW in Königsberg kostengünstiger als deutsche abzurechnen sein. Wenn das der Zweck der Sendung war, bitte sehr. Aber dauerhafte Hilfe wird damit nicht gegeben. P.F.

Aber die Frage der Fernsehsendung blieb: Kaliningrad oder Königsberg? Hatte man nicht sogar zwei Tage zuvor noch zu bester Abendzeit einen spektakulären Sendehinweis eingeblendet? Wahrscheinlich, so dämmerte es allmählich, hat unsere Regierung die Sache selbst in die Hand genommen. Alliierte hin, Verbündete her, am Ende fährt man eben doch am besten, wenn man der eigenen Kraft vertraut. Wofür wählt man denn schließlich eine eigene Regierung? Zuerst käme also die Namensänderung, dann stufenweise die erforderlichen Usancen ...

Endlich 21.15 Uhr, Sendezeit für "Auslandsjournal", ZDF. Die inhaltliche Vorschau ließ zunächst Königsberg noch aus. Aha, um die Überrraschung zu vergrößern. Doch mit jedem Beitrag, der abgespult wurde, wuchs der Zweifel. Überhaupt, hatte man sich nicht gedanklich vollkommen verflogen, Sympathisanten für solch ein Anliegen? Und das ZDF enttäuschte nicht: Kommentarlos überging das "Auslandsjournal" den eigenen Sendehinweis vom Vortag. Von allerhöchster Stelle muß jemand machtvoll in die öffentlich-rechtlichen Speichen gegriffen haben, was wohl heißen mag: Bei dem "Zweiten" gehorcht man besser und – ansonsten Kaliningrad. Peter Fischer