25.10.2021

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05.08.00 Bundeswehr: "Offensiv vertreten"

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 05. August 2000


Bundeswehr: "Offensiv vertreten"
Scharping fordert selbstvewußtere Reservisten

Reserveoffiziere sollen sich "nicht schamvoll verstecken", hat der derzeitige Bundesverteidigungsminister Scharping in einem Interview mit der Zeitschrift für Bundeswehr-Reservisten "Loyal" (6/2000) gefordert. Er rühmte Reserveoffiziere, die jetzt in verantwortungsvollen Stellungen im Zivilleben stehen und "die Qualität von ausgeschiedenen Soldaten zu schätzen wissen." Er animierte sie, ihre Vergangenheit "nicht schamvoll zu verstecken, sondern sie ganz offensiv zu vertreten."

Das sind in der Tat ganz neue Worte. Reserveoffiziere sollen nicht nur ihren Offiziersrang bekennen, sondern in ihrem jetzigen Beruf für das Soldat-Sein werben!

Und das in einer Gesellschaft, in der es genug Wortführer in Politik, Literatur, in Zeitungen und Fernsehsendern gibt, die es als eine ihrer liebsten Aufgaben ansehen, deutsche Soldaten zu verunglimpfen. Die allgemeine Atmosphäre der Bundesrepublik Deutschland ist nicht eben soldatenfreundlich. Sie wird bestimmt von einflußreichen Rednern und Schreibern, die sich allesamt zur politischen Linken zählen, sowie von Beiträgen im Fernsehen (überwiegend im öffentlich-rechtlichen) und in Zeitungen, die ebenfalls kaum zum rechten Lager gehören. Sie alle haben es begrüßt, daß durch die Gerichtsinstanzen hindurch bestätigt wurde, der Ausspruch "Soldaten sind Mörder" sei keine Beleidigung, sondern durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Pikanterweise wurde damals in der Begründung das Argument vorgebracht, ein Bundeswehrsoldat könne schon darum nicht als "Mörder" bezeichnet werden, weil "die Bundeswehr seit ihrer Gründung noch nicht an bewaffneten Auseinandersetzungen teilgenommen hat und deshalb noch niemand durch die Soldaten der Bundeswehr im Rahmen einer kriegerischen Auseinandersetzung getötet worden ist." Inzwischen nun hat die Bundeswehr an einer kriegerischen Auseinandersetzung, nämlich im Kosovo, teilgenommen, und das unter einer Regierung, die - jedenfalls zum Teil - von jenem Lager gestellt wird, das sich in der Schmähung von deutschen Soldaten nicht genug tun konnte. Es sind Menschen durch Soldaten der Bundeswehr etwa bei Einsätzen von Flugzeugen der Luftwaffe zu Tode gekommen.

Was nun?

Soldaten = Mörder, Deserteure = Helden, Diffamierungsausstellung gegen Wehrmachtssoldaten von hohen Repräsentanten des Staates gefördert - das alles sollte dazu beitragen, daß sich heute Reserveoffiziere zu ihrer Bejahung des Soldatentums bekennen, ja, ihre Haltung sogar "offensiv vertreten"?

Wenn sich die Forderung des Bundesverteidigungsministers - der selbst nie Soldat war - durchsetzen soll, dann müßte mehr geschehen, als daß er wohlfeile Erklärungen in der Zeitschrift des Reservistenverbandes der Bundeswehr abgibt. H. J.