25.10.2021

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05.08.00 LESERBRIEFE

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 05. August 2000


LESERBRIEFE

Unfaßbare Würde
Betr.: Folge 27/00 – "Menschenrechte ins Museum" und "Vertreibung ächten"

Seit 1945 schweigen die Verantwortlichen der UN-Organisation zum Thema Menschenrechte in Bezug auf die Vertreibung der Deutschen. Schweigen dazu auch bei den Europäern in Brüssel. All denen kann es nur r(R)echt sein, wenn die Deutschen unter sich aushandeln, wie in ihrem Falle die "verbrieften" Menschenrechte zu deuten sind, erst recht, wenn dabei die eigentlichen Opfer der Vertreibung mit ihren Ansichten unterliegen. So wird es dann auch möglich, die Einklagbarkeit des Rechts bei der Weltorganisation zu unterlaufen; und wo kein Kläger, da kein Richter. Verständlich, die Mächtigen bei der Uno und im Brüssel-Europa sehen sich damit von der Lösung einer "unappetitlichen" Aufgabe befreit.

Georg Delorbas gab seinem 1998 herausgegebenen Buch "Menschsein in der Einsteinzeit" den Untertitel "Die Würde der Deutschen ist unfaßbar". Gemeint hatte er damit die Würde der Deutschen, welche auch das als Würde betrachten, sich wie "international/ideologisch ausgerichtete Blutegel an die Wänste der ständig aderlaßbedürftigen Alleweltbeglücker" anlegen zu lassen; und das erscheint nicht einmal so unlogisch bei der Betrachtung, daß die von der Uno proklamierten (Ansichten über) Menschenrechte höher einzuschätzen seien als nationales Interesse. Dieses Mißverhältnis bei den allgemein-menschlichen Beziehungen berücksichtigte Delorbas und stellte sich damit auch über die Sache. Philosophisch/psychologisch begründete er seine Sicht über Recht, das kein Recht sein kann, über Geschichtsschreibung, die ihrer Sache nie gerecht werden kann, und sah somit eigentlich auch voraus, weshalb national- und an die nächste Wahl denkende Politiker und Vertreter der Vertriebenenverbände bei der Bundestagsdebatte vom 9. Juni dieses Jahres über den Antrag, Vertreibung zu ächten (als ein allein von Deutschen zu bewältigendes Problem?), den Kürzeren ziehen mußten. Georg Hufenbach

"Entlastet"
Betr.: Steuerreform

Die SPD/Grünen-Regierung hat gesiegt! Hat die CDU/CSU verloren? Kanzler Schröder sagt: "ein Erfolg für Deutschland". Demzufolge wollte die CDU etwas "schlechtes" für Deutschland. Wir werden alle steuerlich entlastet, sagt der Kanzler. Nun frage ich mich wo? Sämtliche Preise sind gestiegen, von den Energiepreisen (Heizung, Benzin) gar nicht erst zu sprechen. Preise für Dienstleistungen, Nah- und Fernverkehr, Medizin und so weiter sind so stark gestiegen, daß die Bevölkerung in eine "Zweiklassengesellschaft" geteilt wird. Aber wir werden entlastet! Ich glaube, die Bevölkerung wird nur von ihrem Geld entlastet, damit noch mehr Asylbetrug und Gehälter von "angeblichen Volksvertretern" bezahlt werden können. Und Entschädigungen bezahlen, können wir damit ja auch noch besser! Wo bleiben die Entschädigungen für die gemordete und vertriebene deutsche Bevölkerung? Eine solche Regierung, die sich für die ganze Welt einsetzt, aber nichts für die eigene Bevölkerung tut, hat es noch nicht gegeben.

Klaus Feilke

Rambin (Pommern)

Marggrabowa erhielt den Ehrennamen Treuburg
Betr.: Folge 29/00 – "Weder gerecht noch klug"

Bisher haben Sie Ortsnamen immer korrekt angegeben, aber in diesem Artikel stimmt etwas nicht. Es darf nicht heißen: … und im Kreis Oletzko/Marggrabowa …, sondern: … im Kreis Oletzko mit der Kreisstadt Marggrabowa …. Es gab keinen Kreis Oletzko/Marggrabowa. Genauso darf es nicht heißen: … Den Vogel schoß Treuburg/Oletzko ab, sondern: … Den Vogel schoß Marggrabowa, die Kreisstadt des Kreises Oletzko ab. Wie Sie richtig schreiben, erhielten die Kreisstadt Marggrabowa und der Kreis Oletzko erst nach der Abstimmung den Ehrennamen Treuburg, wegen nur zweier Stimmen für Polen in Marggrabowa.

Mein Vater, aus Marggrabowa und zur Zeit der Abstimmung 23 Jahre alt, erzählte mir, daß man hinter den zwei Stimmen für Polen ein zugewandertes polnisches Gastwirtsehepaar vermutete. Nach Bekanntgabe des Auszählungsergebnisses zog also die hauptsächlich jugendliche, männliche Bevölkerung von Marggrabowa los und schmiß den beiden alle Fensterscheiben ein. Na ja, so etwas tut man nicht. Aber es ist keine Rechtfertigung dafür, wie die Polen 1945 und danach mit den Masuren umgegangen sind!

Etwas ganz anderes, und das bezieht sich auf keinen bestimmten Artikel. Ich bin Leser des Ostpreußenblattes, weil ich Ostpreuße bin, wenn auch nicht gebürtig. Aber warum muß ich Anhänger einer nicht existierenden konservativen Partei rechts von CDU/CSU sein? Ich betrachte mich durchaus als Linker. Und als Linker bin ich gegen Völkermord, Enteignung, Vertreibung und ähnliche Dreibastigkeiten. Egal, wen es betrifft, ob Palästinenser, ob Cherokee, ob Ostpreußen, ob Iren und so weiter …

René Mex, Mannheim

Reemtsma und Heer sind keine harmlosen Idealisten
Betr.: Reemtsma-Ausstellung "Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht"

Reemtsma und Heer sind keine blauäugigen, harmlosen Idealisten auf Suche nach der Wahrheit. Im Gegenteil, ihr Ziel lag von vornherein fest; die deutsche Wehrmacht als verbrecherische Organisation an den Pranger zu stellen. Das dubiose Beweismaterial war nur Mittel zum Zweck, wodurch die Ausstellung den Charakter einer Desinformationskampagne erhielt, die sich nur vordergründig gegen die Wehrmacht richtete. Tatsächlich hat die Ausstellung einen viel weitergehenden, immens politischen Charakter. Sie soll das mit der Wehrmacht verbundene Selbst- und Gemeinschaftsgefühl zerstören und überkommene Werte wie Kameradschaft, Tapferkeit, Opferbereitschaft und Einsatz des Lebens für Volk und Vaterland diskriminieren. Das entspricht dem Klima der Bundesrepublik und hat Politiker veranlaßt, diese dubiose Ausstellung zu begrüßen und ihre Rathäuser und Parlamente zu öffnen. So ist willigen Lehrern ermöglicht worden, ganze Schulklassen durch Mord und Grauen zu führen und in die empfindsame Seelen der Kinder die Verbrechen einer Wehrmacht einzuprägen, in der die eigenen Großväter als Soldaten gedient haben. Es ist eine aberwitzige Vorstellung, daß es in irgendeinem Land der ganzen Welt möglich sein könnte, Verbrechen der eigenen Armee und des eigenen Volkes in einer Ausstellung in aller Öffentlichkeit zu zeigen – ganz unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen. In der Bundesrepublik hingegen sollte die Ausstellung, nach einigen unausweichlichen Korrekturen, auch weiterhin deutsche Schuld verkünden, denn das politische Ziel bleibt unverändert: durch Schuld und Scham den Rest von Selbstwertgefühl zu zerstören und so die Auflösung des gewachsenen deutschen Volkes unumkehrbar zu machen. Den Charakter der tonangebenden Schicht erkennt man daran, wie sie nach einem verlorenen Krieg ihre Soldaten behandelt.

Hans-Joachim Mischke

Tutzing

"Wir sind die Ersten von morgen!"
Betr.: Königsberg

Ich bin auch Leser des "Wehlauer Heimatbriefes" und des "Gerdauener Heimatbriefes". Mein Vater und die Vorfahren stammen aus Paterswalde/Wehlau. In Nordenburg bin ich ein paar Wochen zur Schule gegangen durch die Kinderlandverschickung. Dreimühl war oft unser Ferienquartier. Also unserm geliebten, einst schönen und reichen Ostpreußen von Königsberg bis zur Ostsee rundum verbunden, als Kind und heute noch. "Wir sind nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen!" René Nehring hat diese wahren Worte den Wehlauern bekannt und ich gebe es uns Königsbergern weiter hinein ins Herz. Weitere Worte von einem für Ostpreußen denkenden, fühlenden Menschen. – "Natürlich kann man nicht in die Zukunft schauen. Wir wissen auch nicht, welche geheimen Zusatzklauseln der Zwei-plus-vier-Vertrag enthält. – Außerdem enthält die Uno-Charta immer noch die Feindstaatenklausel, für deren Beseitigung sich bezeichnenderweise Rußland eingesetzt hat. – Hört, hört! Man weiß also nicht, welche Rolle die westlichen Alliierten bei zukünftigen Machtverteilungen spielen werden. – Eines steht jedoch fest; tiefgreifende Veränderungen werfen ihre Schatten voraus. Denken – Hoffen – Glauben ist erlaubt. So wie diese Wandlungsprozesse ablaufen werden, besteht durchaus die Möglichkeit, sie in einem bestimmten Sinne zu beeinflussen. Entscheidend dabei ist ein entschlossener, politischer Wille für die friedliche Zukunft. Das Miteinander und Füreinander von deutschen Ostpreußen und Russen im nördlichen Teil wäre wohl kein schwieriges Problem. Wenn dann (…) ältere Menschen, die es in ihre Herkunftsgebiete zurückzieht, ihrer Neigung folgen, eventuell mit finanzieller Unterstützung aus der Bundesrepublik Deutschland, dann ruft das Land, das geschundene, geradezu nach Menschen, die aus Liebe und Verbundenheit die jetzigen Widersprüche auflösen und ihm, dem einst so fruchtbaren, schönen Land, seinen Charakter zurückgeben." Das sind Worte in einem ostpreußischen Heimatbrief! Dafür soll die Neuwahl der Königsberger am 2./3. September 2000 in Duisburg vorbereitet werden. Preußische Verantwortung für eine friedliche, christliche, soziale Zukunft mit Arbeit und Brot für alle! Darum, Königsberger Männer und Frauen, lohnt es, nach Duisburg zu kommen und für unsere alte Hauptstadt Ostpreußens zu arbeiten. Glückauf mein, unser aller Stadt der Zukunft, Königsberg am Pregel. Gerhard Thal

Ulm

Viel Anerkennung
Betr.: Folge 25/00, 26/00 und 27/00 – "Konrad Lorenz in Königsberg"

Das Ostpreußenblatt hat in drei Folgen den obengenannten Beitrag des Historikers Christian Tilitzki abgedruckt. Die Leser werden über die "braune Vergangenheit" des Forschers informiert. Christian Tilitzki hat für seinen Bericht Quellen durchsucht; er zitiert aus Briefen, Vorträgen und Veröffentlichungen des Forschers. Er kann Konrad Lorenz schwerwiegende Belastung nicht nachweisen. Konrad Lorenz wurde im Winter 1940 auf den Lehrstuhl für Psychologie an die Universität in Königsberg Pr. berufen. Bereits im Oktober 1941 wird er zum Militär eingezogen. Er arbeitet als Arzt im Lazarett in Posen, 1944 Fronteinsatz, Verwundung, vier Jahre in russischer Gefangenschaft. Frage an die Redaktion: Was soll der einseitig politische Bericht über eine kurze Periode eines langen Forscherlebens bei den Lesern bewirken? Schüler und Freunde von Konrad Lorenz wissen von seiner politischen Verstrickung – sie billigen diese nicht, aber sie halten sein damaliges Versagen für aufgewogen durch sein großartiges Lebenswerk. Lorenz hat sich offen zu seinem "Irrtum" bekannt. Für seine wissenschaftliche Arbeit hat er viel Anerkennung erfahren. Er erhielt den Nobelpreis und acht Ehrendoktorate, aber er war in der Öffentlichkeit – besonders in den Medien – Verständnislosigkeit, Verleumdung und Verkitschungen schutzlos ausgesetzt. Die 1981 gegründete "Konrad-Lorenz-Gesellschaft für Umwelt und Verhaltenskunde" (KL-G) ist bemüht, ein objektives Lorenz-Bild zu vermitteln und sein epochales Lebenswerk vor Vergessenheit zu bewahren. Ich zitiere Prof. Antal Festetics, Vorsitzender der KL-G: "Der Nobelpreisträger Konrad Lorenz war Begründer der Verhaltensforschung, Zoologe, Mediziner, Philosoph und Umweltschützer von Rang. Er hat in der Biologie des 20. Jahrhunderts tiefe Spuren hinterlassen." Gerda Walter

Tübingen

Sehr gut gefallen
Betr.: Deutschlandtreffen

So wohlwollend, wie die Leipziger Presse dem Deutschlandtreffen der Ostpreußen gegenüberstand, verhielt sich die "Mitteldeutsche Zeitung" nicht. Das betraf nicht nur die Zeit vor dem Treffen, sondern auch unmittelbar danach. Längere Passagen widmete man dafür einem "Grufti-Festival".

Mir und meinen Landsleuten aus dem Kreis Sangerhausen und Eisleben hat es in Leipzig sehr gut gefallen, zumal ich hier zwei Cousinen traf, mit denen es nach 30 beziehungsweise 50 Jahren ein Wiedersehen gab. Fritz Sablotny

Lutherstadt-Eisleben

Provinz fehlt
Betr.: Folge 21/00 – "Plakat gegen das Vergessen"

Auf der Deutschlandkarte, die auf dem auf Seite 22 dargestellten Plakat zu sehen ist, fehlt die Provinz Posen/Westpreußen. Ich bin enttäuscht, daß die Ostpreußen die Annektierung Westpreußens 1920 ohne Abstimmung als rechtmäßig ansehen. In den Jahren 1920 bis 1939 und nach 1945 fanden in Westpreußen ebenso Vertreibungen statt – wie in den anderen deutschen Ostgebieten. Ansonsten schätze ich Ihre Zeitschrift, die ich von Freunden zum Lesen bekomme, sehr. Gerhard Hufnagel

Stelle