28.10.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
05.08.00 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 05. August 2000


Die ostpreußische Familie

Lewe Landslied,

bei meinem Aufenthalt im Ostheim in Bad Pyrmont kam im Kurpark eine Frau auf mich zu und bat um ein Gespräch. Sie sei Ostpreußin und hätte bisher vergeblich nach ihren Wurzeln gesucht und auch bisher keinerlei Hinweise erhalten. Nun hätte sie gehört, daß ich … na ja, und da war sie und sprach sich zuerst einmal alles vom Herzen, was sie an Enttäuschungen erlebt hatte. Ich versprach, ihre Bitte in unserer Familienspalte zu bringen, und nun will ich ihren Wunsch erfüllen.

Sie heißt Ingebourg Kurzewitz und ist eine geborene Wiegelis, * 31. Mai 1943 in Perwissau im Kreis Samland. Diese Angaben standen auf einem Pappschild, als das Kind ohne Begleitung von Verwandten oder Bekannten am 2. Dezember 1944 mit einem Transport in Küstrin eintraf. Das blonde Mädchen mit den blaugrauen Augen kam in ein Krankenhaus und wurde anschließend in Pflege gegeben. Dann mußte auch die Pflegefamilie, die das Seifenhaus Friedrich in Küstrin besaß, die Stadt verlassen. Ingebourg landete in Ostfriesland, wo dann auch ihr weiterer Lebensweg verlief. Sie möchte nun wissen, ob jemand, der aus Perwissau oder Umgebung stammt (Damerau, Postnicken, Kuikeim) etwas über ihre Familie weiß. Da ihr Mädchenname Ingebourg Wiegelis, vor allem durch die Schreibweise des Vornamens, ungewöhnlich ist, dürften sich vielleicht noch Verwandte und ehemalige Nachbarn zumindestens an die Mutter erinnern. Wer hilft der Frau, die sich nichts Sehnlicheres wünscht, als zu wissen, wer ihre Eltern waren, aus welcher Familie sie stammt, ob sie noch Angehörige hat, endlich ihre Wurzeln zu finden? (Ingebourg Kurzewitz, Am Mühlenstück 8 in 26506 Norden)

Nach vergeblichen Versuchen zu DDR-Zeiten wendet sich die Familie Rutkowski an uns mit der Bitte, eine nahe Angehörige ausfindig zu machen. Es handelt sich um Gertrud Rutkowski, * 5. 11. 1935. Gesucht wird sie von ihrem älteren Bruder Otto Rutkowski, * 14. 7. 1932 in Tilsit-Ragnit, bis zur Flucht wohnhaft in Eydtkau. Schwester Herta, * 1934, verstarb vor drei Jahren in Stralsund. Nach dem frühen Tod der Mutter Johanna im Jahr 1939 hatte der Vater Emil Rutkowski seine drei Kinder – Otto, Herta und Gertrud – in Pflege gegeben. Gertrud kam zur Familie des Stellmachers Neumann nach Malissen, die das Mädchen adoptieren wollte, doch der Vater gab nicht die Genehmigung. Es soll in der Pflegefamilie noch einen Sohn gegeben haben, der Fleischer wurde. Lebt Gertrud noch und unter welchem Namen? Vielleicht weiß sie gar nicht, daß sie noch einen Bruder hat? Vor Jahren wurde einmal ein Otto Rutkowski im Ostpreußenblatt gesucht. Herr Rutkowski schrieb sofort, aber durch irgendwelche Umstände verlief die Suche im Sande. Vielleicht hilft jetzt unsere Familie weiter? (Otto Rutkowski, Twachtmannstraße 13 in 17235 Neustrelitz)

Beim Kreistreffen der Braunsberger in diesem Jahr lernte unser Landsmann Gerhard Schulz eine polnische Familie kennen, die dringend die ehemaligen deutschen Besitzer oder Bewohner des Hauses Angerstraße 23 in Braunsberg sucht. Es handelt sich um Kurt Körstein, geb. am 4. Februar 1916, und seine Familie, die ab März 1945 in 72336 Weilstetten, Roßwangerstraße 21, gewohnt haben soll. Der Grund: Die Familie Sienkiewicz hat im vergangenen Jahr beim Umbau des Hauses wertvolle Gegenstände gefunden, die sie der Familie Körstein übergeben möchte (Gerhard Schulz, Auf der Panne 80 in 44805 Bochum-Gerthe).

Eure

Ruth Geede