20.10.2021

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12.08.00 Gedenkstein zum Gründungsjubiläum enthüllt

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 12. August 2000


600 Jahre Stadt Allenburg
Gedenkstein zum Gründungsjubiläum enthüllt

Hoya/Weser – Die Stadt Allenburg, eine der drei Städte des Kreises Wehlau, feierte in ihrer Patenstadt Hoya/Weser das Jubiläum "600 Jahre Stadtrechte Allenburg". Bei dieser Gelegenheit wurde vor dem Kulturzentrum Martinskirche von Ute Bäsmann, Mitglied des Wehlauer Kreistages für das Kirchspiel Allenburg, ein Gedenkstein enhüllt. Ursprünglich hatte der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Wilhelm v. Gottberg, diese Aufgabe übernehmen wollen, war aber aus gesundheitlichen Gründen verhindert.

Sein Grußwort verlas stellvertretend der Vorsitzende der Kreisgemeinschaft Wehlau, Joachim Rudat. Der Sprecher wies in seinem Grußwort darauf hin, daß Allenburg schon vor dem Jahre 1400 eine bedeutsame Siedlung gewesen sein muß, denn nur große Siedlungen mit einer gewissen Wirtschaftskraft erhielten damals Stadtrechte. Hochmeister Konrad von Jungingen hatte Allenburg im Jahr 1400 die Stadtrechte nach dem Magdeburger Recht verliehen. Jungingens Herkunft – er stammte aus einem heute noch existierenden Flecken in Baden-Württemberg – zeigt, woher die Menschen kamen, die Ostpreußen damals zur Blüte brachten.

Durch die Pest von 1709 bis 1711 wurde Ostpreußen stark entvölkert. Neben Reichsdeutschen kamen auch Glaubensflüchtlinge wie Hugenotten und Salzburger sowie Schweizer und Niederländer in die zum Teil fast menschenleeren Landstriche. Ostpreußen habe aus diesem Grunde nicht nur eine deutsche, sondern auch eine europäische Geistes- und Kulturgeschichte. Im Zeitalter des zusammenwachsenden Europas dürfe dieser Aspekt nicht aus den Augen verloren werden. Das Grußwort des Sprechers schloß mit der Feststellung, daß Allenburg lebe und im zusammenwachsenden Europa eine Zukunft habe. Der Stein möge, so v. Gottberg, viele Betrachter zu einem Besuch in Allenburg anregen. Im Namen des Sprechers bedankte sich Joachim Rudat bei den Verantwortlichen der Stadt Hoya, die die Aufstellung des Gedenksteins ermöglicht haben, besonders aber bei Ute Bäsmann, die den Stein gestiftet hat, sowie bei allen Organisatoren der Veranstaltung.

Vorausgegangen war der Gedenksteineinweihung am Vortag ein Empfang im Rathaus mit Bürgermeister Edmund Seidel, der die russischen Gäste, den heutigen Bürgermeister von Allenburg, Oleg N. Smirnow, Farmdirektor Sergej Alejnikow, und die rußlanddeutsche Dolmetscherin Lydia, herzlich begrüßte. Für die Landsmannschaft Ostpreußen sprach Helmut Gutzeit, Vorsitzender der Landesgruppe Bremen.

Bei der Feierstunde am Nachmittag im Kulturzentrum Martinskirche, zu der sehr viele Landsleute gekommen waren, hielt Kurt Palis MdB, aus Klein Engelau bei Allenburg stammend, den Festvor- trag. Ilse Rudat