28.10.2021

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19.08.00 Briten und Deutsche gedachten der Luftschlacht

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 19. August 2000


England: Jenseits des Zeitgeistes
Briten und Deutsche gedachten der Luftschlacht

Als in Großbritannien im Juli des 60. Jahrestages der "Battle of Britain", der Luftschlacht um England, gedacht wurde, trafen sich auf der Royal Air Tattoo an die 100 000 Personen. Auf Einladung des Royal Air Force Benevolent Fund waren auch die beiden deutschen ehemaligen Luftwaffenflieger Heinz Möllenbrok und Hans-Ekkehard Bob dabei. Sie waren sogar Ehrengäste und wurden von ihren ehemaligen Gegnern, Piloten der britischen Luftwaffe, als Kameraden, die genau so wie sie selbst für ihr Vaterland gekämpft hatten, herzlich und in allen Ehren empfangen.

Möllenbrok, damals als 20jähriger Luftwaffenleutnant über Großbritannien abgeschossen, schwer verwundet in Gefangenschaft geraten, von den Engländern vorbildlich in Krankenhäusern wieder zusammengeflickt, 1943 dann im Rahmen des Austausches von schwerverwundeten Gefangenen nach Deutschland zurückgekehrt, wundert sich, daß in England der Soldaten beider Seiten gedacht wird, während man in Deutschland mit der Militärtradition nichts zu tun haben will.

Darüber wundern sich auch die Briten. "The Observer" berichtete anläßlich des Jahrestages der "Battle of Britain", was in der Bundesrepublik hierzu zu hören war. In Deutschland interessiere sich niemand mehr für die Luftschlacht um England und noch weniger um deutsche Soldaten. In deutschen Kasernen seien sogar die Traditionszimmer geschlossen worden, in denen Erinnerungsstücke an den Zweiten Weltkrieg gezeigt worden seien ("The whole period has been wiped out, even though it’s part of their history"). Während gelegentlich noch britische Zeitungen und Politiker Gift und Galle über Deutschland spucken, verstehen und respektieren sich die alten Soldaten beider Seiten. Jochen Arp