19.10.2021

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© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 19. August 2000


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Zitat: Heinrich Jordis von Lohausen

Er begann gleich mit Napoleon: ",Ich fürchte drei Zeitungen mehr als hunderttausend Bajonette.‘ Dieser Ausspruch des Korsen ist verbürgt. Die Bajonette finden irgendwann einmal in ihre Scheiden zurück, die Zeitungen aber hetzen weiter, hinterhältig wie Heckenschützen. Kein Krieg ist für sie je zu Ende. Vergangene Zeitalter lebten weit glücklicher ohne sie." "Auch da spielten nach Friedensschluß die Intrigen unbeirrt von Hof zu Hof weiter", wandte der auf dem Fuchs ein. "... blieben aber Sache einiger weniger, die der Höflinge, Diplomaten, Kardinäle. Der kleine Mann wurde davon nicht berührt. Europa blieb eine große Familie, oben wie unten." "Politik war eben eine Sache der Fürsten. Wohl wurde sie auf dem Rücken der Völker ausgetragen, aber ohne deren Beteiligung. Jetzt führen sie selbst ihre Kriege – mit entsprechenden Opfern –, eine Errungenschaft der Französischen Revolution." "Und mit einem Höchstaufwand an Lügen." "Je mehr Gewalt, um so mehr Lügen." "Gewalt gab es immer." "Auch die Lüge." "Aber nicht als weltbewegende Kraft. Wer heute die Hand am Hebel hat, wer über Rundfunk und Presse verfügt, kann uferlos Rufmord betreiben, kann jede Wahrheit verfälschen, sie mehr und mehr aus dem Bewußtsein der Menschen verdrängen und schließlich vollends vergessen machen. Daß Lügen kurze Beine haben, das war einmal. Lügen, die man aller Welt vorsagt, Tag für Tag, wieder und wieder, werden mit der Zeit zur anerkannten, ja unantastbaren Wahrheit. ,Have a lie and stick to it‘, sagen die Engländer, ,lüge nur drauflos und bleib dabei!‘ Etwas bleibt auf jeden Fall hängen. Siehe seit 1914 die Legende von unserer alleinigen damaligen Kriegsschuld! Briten und Amerikaner glauben noch heute daran." "Einmal kommt die Wahrheit trotzdem zutage!" "Mag sein für die Wissenschaft. Da vielleicht kommt sie dann gerade rechtzeitig, politisch aber zu spät, zu spät für die jeweils Besiegten. Denn auch die Geschichte schreiben zunächst einmal die Sieger, und das gleich mit für die Schulbücher womöglich aller noch folgenden Geschlechter." "Auch Schulbücher veralten. Neue Kriege warten mit neuen Lügen auf." "Warten auf, sagst du? Sie werden durch sie gewonnen, zur guten Hälfte mit Lügen gewonnen. Nichts kann ihnen wehren außer der eigene Sieg. Der aber muß bis in die Redaktionsstuben des Gegners durchschlagen." "Siegt dann die Wahrheit?" "Kaum ohne Nachhilfe, Du irrst, wenn du meinst, um Lüge zu widerlegen, bedarf es keiner Gewalt. Auch da geht die Welt lieber mit den stärkeren Bataillonen als mit den besseren Argumenten. Wenn schon nicht gleich mit beiden."

Heinrich Jordis von Lohausen

"Reiten für Russland – Gespräche im Sattel", Stocker Verlag
Zitat: Hermann Zolling/Uwe Bahnsen

Der West-Berliner "Kurier" veröffentlichte einen Bericht, wonach die Westmächte von den Sowjets vorher über die Absperrung unterrichtet worden seien. Genährt wurden diese Gerüchte durch den französischen Außenminister Couve de Murville, der über die Aktionen des 13. August erklärte: "Ich würde nicht sagen, daß sie gänzlich unerwartet kamen." Zwar wurde an diesem 15. August endlich ein alliierter Protest an die Sowjets gerichtet. Doch die Note kam nicht nur zwei Tage zu spät, sie wurde auch nur von einem Boten, nicht aber, wie üblich, von einem der Stadtkommandanten in Karlshorst abgeliefert. Zudem war der Inhalt überaus milde und höflich. Die Westmächte beschränkten sich auf eine Bestandsaufnahme dessen, was geschehen war. Aber sie bestanden nicht darauf, die Sektorengrenze wieder zu öffnen und die Volksarmee abuziehen. Unter den Berlinern wuchs das Gefühl, von falschen Freunden verkauft worden zu sein.

Aus: Hermann Zolling/Uwe Bahnsen, "Kalter Winter im August", Stalling 1967