28.10.2021

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02.09.00 LESERBRIEFE

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 02. September 2000


LESERBRIEFE

Gut Adlig Dollstädt
Betr.: Folge 32/00 – ",Viel Vieh, wenig Bedürfnisse‘"

Leider wird in dieser an sich sehr guten Rezension des Buches von Prof. Hornung in Ihrem Blatt nicht darauf hingewiesen, daß der Niedersachse Scharnhorst durch seine vielen Aufenthalte in Königsberg, Memel und in Ostpreußen überhaupt, eine große Zuneigung zu diesem Land, unserer Heimat, entwickelte. Das führte schließlich dazu, daß Scharnhorst 1810 das Gut Adlig Dollstädt in Dollstädt, Kreis Preußisch Holland erwarb. Das Gut, im klassizistischen Stil erbaut, umgeben von einem prächtigen Park und herrlich an dem Fluß Sorge gelegen, sollte sein Alters- und Ruhesitz werden. Seinen Familienbesitz in Niedersachsen, Gut Bordenau, hatte er einer seiner Töchter übergeben. Scharnhorst hat sich – wenn auch meistens aus der Ferne – in den wenigen Jahren, die ihm verblieben, intensiv um Adlig Dollstädt gekümmert und bis zu seinem Tode 1813 seine neue Heimat in Ostpreußen nie aus den Augen verloren.

Das Gut wurde dann nach seinem Soldatentod von der Familie verkauft. Das Andenken an Scharnhorst wurde bis zur Flucht 1945 von den damaligen Besitzern von Dollstädt, der Familie Schwichtenberg, sehr gepflegt, was ich persönlich erlebte; dieser große Mann war eigentlich ständig gegenwärtig. Diese Tradition wurde auch nach der Flucht fortgesetzt, und so hing ein großes Bild von Scharnhorst in Herdecke und später in Oldenburg in der Wohnung von Frau Hanna Schwichtenberg. Und heute bei ihrem Sohn Günther in Agassiz in British Columbia (Canada).

Christoph Nehring, Essen

Unart der Medien
Betr.: Folge 30/00 – "Kaliningrad oder Königsberg?"

Die Überschrift "Kaliningrad oder Königsberg?" in Folge 30 erinnert mich an eine Unart der deutschen Medien, ehemalige deutsche Städte mit polnischen oder russischen Namen wiederzugeben. Andererseits kämen sie nie auf den Gedanken, etwa urpolnische oder -russische Orte in deren Landessprache zu drucken. Ich erlebe das weder bei Warschau, Lemberg oder Moskau, um nur einige bekannte Städte zu erwähnen.

Die Auswirkungen im Alltag: Neulich sprach ich mit Bekannten, die nach der Rückkehr aus dem Urlaub begeistert von der Marienburg an der Nogat redeten, und ich wies sie darauf hin, daß in ihrem Fernseh-Regionalprogramm an diesem Tag ein Bericht über die Marienburg gesendet werde. Sie verneinten es; bei ihnen würde über "Malbork/Polen" berichtet. Nun, ich riet ihnen, sich die Sendung trotzdem anzusehen (die übrigens nicht ganz fehlerfrei war).

Ein anderer, weniger gravierender Fall: Im Kyrillischen gibt es kein "x". In früheren Jahrhunderten hat man aber das russische "ks", das diesen Konsonanten ersetzt, im Deutschen stets als "x" gebracht. Der Name Alexander spielte in der russischen Geschichte eine große Rolle und wird bis heute sehr häufig als Vorname gewählt. Heute wird in der Presse aber immer wieder "Aleksander" geschrieben. Warum? Man war ja schließlich in der Lage, bei "Jelzin" das fehlende "J" hinzuzufügen.

Herbert Skroblin, Wächtersbach

"Für mich ist es die Reichskriegsflagge"
Betr.: Amoklauf gegen eine Ostpreußenfahne

Vor unserem Betriebsgebäude weht seit Jahren die Ostpreußenfahne (Schwarz-Weiß mit Adler). Übereifrige Kripoleute haben nun in der Nacht vom 17. auf den 18 August 2000 das Grundstück betreten und die Ostpreußenfahne entwendet. Wir haben telefonisch Anzeige bei der Polizei in Salzwedel erstattet. Später rief dann der "tüchtige" Kripomann bei meiner Frau an und erklärte die Ostpreußenfahne zur "Reichskriegsflagge". Meine Frau widersprach und versuchte dem Anrufer zu erklären, daß es sich um die Ostpreußenfahne handelt, aus ihrer Heimat. Der Kripomann, in Unkenntnis über Fahnen, sagte daraufhin: "Für Sie mag es die Ostpreußenfahne sein, für mich ist es die Reichskriegsflagge." Weiterhin sagte er, wir sollten in der nächsten Woche beim Ordnungsamt in Diesdorf die Fahne abholen und eine Belehrung über uns ergehen lassen.

Ich habe nach Rückkehr von einer Geschäftsreise bei der Polizei angerufen und dem Wachtmeister klar und deutlich gesagt, daß derjenige, der die Fahne gestohlen hat, diese auch unverzüglich wieder an ihren Platz befördert. Selbstverständlich werde ich Strafanzeige erstatten wegen Hausfriedensbruch und Diebstahl.

Heinrich Banse, Haselhorst

Letztlich geht es um Einschüchterung
Betr.: Folge 33/00 – "Die organisierte Empörung"

Herr Heckel beschreibt den derzeit ablaufenden Vorgang ebenso zutreffend, wie es auch die Antwort auf seine Frage nach den Ursachen durch Michael Wiesberg ("Junge Freiheit" vom 18. August 2000, Seite 1) sein wird: "Druck auf Konservative". Es geht wohl letztlich um die Einschüchterung von Ihnen, von mir und allen, die der zur Zeit angestrebten links-alternativen Umkrempelung der deutschen Gesellschaft Widerstand entgegenzustellen entschlossen sind. Dem diente die Demontage der Union seit November 1999 ebenso wie jetzt die Argumentationskette "Gewalt in der Gesellschaft – Rechtsextremismus – NPD und andere Parteien – nichtlinke Medien, Verlage, Autoren", wobei die Verbindung dieser Glieder lediglich behauptet wird und bei den Gliedern selbst provokative Eingriffe von interessierter Seite zu vermuten sind.

Es entsteht so das paradoxe Ergebnis, daß die Kräfte, die sich am hartnäckigsten gegen die Auflösung unserer Gesellschaft durch Gewalt und Entmoralisierung stemmen, zu Urhebern dieser Entwicklung gestempelt werden. Das gleiche Paradoxon findet sich übrigens in der Beschuldigung von uns Mitteldeutschen (jetzt "Ostdeutsche" genannt), selbst für Fehlentwicklungen bei den 15- bis 20jährigen Jugendlichen verantwortlich zu sein, die hier allgemein als Folge von zehn Jahren Westmedien und West(un)erziehung beklagt werden. Denn zur Wende waren diese Kinder erst fünf bis zehn Jahre alt; ihre Prägung erfuhren sie erst später, zumal die Achtung vor Alter und Erfahrung zu den Grundsätzen kommunistischer Erziehung gehörte, ganz im Gegensatz zu den 68ern.

Daß die laufende Kampagne letztlich auf ideologische Gängelung der ganzen Bevölkerung abzielt, läßt sich unschwer erkennen. So legte soeben der Direktor der städtischen Leihbüchereien der Landeshauptstadt Dresden "seine Hand ins Feuer", daß "rechte Literatur" und "nationale Bücher" nach Sichtung nicht in den Bibliotheksbestand gelangen ("DNN" vom 15. August 2000, Seite 11). Aus DDR-Zeiten ist uns solche Bevormundung noch gut in Erinnerung, glaubten wir 1989 doch tatsächlich, uns geistige Freiheit erkämpft zu haben.

Daß die geistige Gleichschaltung "praktisch sämtlicher Verbände, Kirchen, Parteien, Medien und sog. Prominenter" in Deutschland bereits einen hohen Grad erreicht hat, wird von Ihnen sehr richtig festgestellt. Nur verstehe ich es bei solcher Einsicht nicht, daß Sie den Kampagnecharakter und die tieferen Ziele der Demontage des Altbundeskanzlers nicht erkennen, sondern sich (zumindest zeitweise) sogar an dieser beteiligen. Mancher Kommentar – ich denke da ungern an einiges von Herrn v. Gottberg – paßte fast nahtlos in die Front von ARD – ZDF – Zeit – SZ-FR – Spiegel …

Für uns hier brachte einst das Jahr 1990 nicht nur das Ende des DDR-Regimes, sondern mit dem Zusammenbruch des Sowjetsystems auch das praktische Ende der Besatzung und der gesamten Sowjetideologie, auch in deren Heimatland. Wir Deutsche hier und Rußland dort hätten miteinander neu bei Null beginnen können, jene vor 1917, wir vor 1933. Doch die ersehnte und notwendige Wiedervereinigung hat uns hier in Ihr seit 1945 vorgegebenes politisches Beziehungsgeflecht eingebunden, das – wie Sie alle wissen – von keiner wie auch immer zusammengesetzten Bundesregierung mißachtet und nur in gewissen Grenzen "mehr oder weniger" mitgestaltet werden kann. Warum nur machen Sie die nicht möglichen 100 Prozent denen zum Vorwurf, die Ihnen immerhin 50 oder 60 Prozent sichern, während die Heutigen Ihnen nur 10 Prozent oder gar nichts bieten?

Es ist doch über jeden Zweifel erhaben und eine gnädige Fügung Gottes, daß 1989 nicht die Partei des Schwätzers Müntefering am westdeutschen Staatsruder stand, die drauf und dran war, sich mit der Honecker-Krenz-Partei zu liieren und geflüchteten DDR-Bürgern den Asylantenstatus zu geben: Wir säßen heute noch in einem sozialistischen Separatstaat. Auch ist wohl belegbar, daß es mit einem Kanzler Kohl keine Bundesbeteiligung an der sogenannten Zwangsarbeiterentschädigung gegeben hätte, auch keinen Österreichboykott und viele der "schönen Dinge", die da noch auf uns zukommen werden. Etwas mehr Sinn für den tatsächlichen Frontverlauf in dieser verlogenen politischen Landschaft wäre schon zu wünschen. Es kann tödlich sein, die eigenen Reihen zu beschießen.

Dr.-Ing. Christof Ehrler

Bischofswerda

Gleiches Recht für alle
Betr.: Folge 33/00 – Leserbrief "Das hatte ersichtlich System"

Auch ich war, von den Amerikanern gefangengenommen, später an die Franzosen "verkauft", 5 Mark pro Mann, wurde gemunkelt, 18 Monate Demineur. Im Lager Nizza, 10. TA, verfuhr man mit uns, um ein Minensuchkommando zusammenzustellen, auf ähnliche Weise, ließ uns hungern und versuchte dann, Freiwillige für die Fremdenlegion beziehungsweise Minensucher zu gewinnen, ohne sichtlichen Erfolg. Doch die Minen mußten geräumt werden. So griff man zum Lossystem: Wer ein Zettelchen mit einem Kreuz zog, war Minensucher! Im Vergleich zum Räumungskommando Cabourg, hatten wir sozusagen Glück: Eine mehrtägige "Minenschule", bessere Verpflegung, relativ gute Unterkunft und kleine Sonderzulagen. Allerdings forderte auch unser "Himmelfahrtskommando" seinen Zoll entlang der Riviera, in den Bergen längs der französisch/italienischen Grenze und auf Korsika. Teils wurden unsere toten Kameraden wie Hunde verscharrt. Es waren ja nur "Boches"! Nach Abschluß der Minensuch- und Munitionsräumungs-Aktion erhielten wir eine Attestation, aus der hervorging, daß wir "freiwillig" Minen beseitigt hätten. Unglaublich!

In den sechziger Jahren entdeckte ich eine winzige Zeitungsnotiz, aus der hervorging, ehemalige Minensucher würden eventuell von den Franzosen entschädigt. Fünf Mark pro Tag. Ich schrieb die Bundesregierung an. Ja, es könnten Verhandlungen zustande kommen, hieß es. Dann jedoch schlief alles ein. Konnte ich mir überhaupt Hoffnungen machen? Ich hatte doch "freiwillig" Minen gesucht! Man hatte sich schon damals vorsorglich abgesichert. Daß wir indirekt zum "Himmelfahrtskommando" gezwungen wurden, ist nicht mehr zu beweisen und interessiert auch nicht die rot/grüne Regierung, obwohl sie die Zwangsarbeiterentschädigung zur "Chefsache" machte. Gleiches Recht für alle kennt sie wohl nicht! Dennoch könnte das Thema den Franzosen auf den Tisch gelegt werden, wenn wir fähige Politiker, Diplomaten hätten, die begreifen, daß völkerrechtlich auch dem sogenannten Besiegten Entschädigungen zustehen könnten! Kurt Baltinowitz

Hamburg

Das Rechtschreibvolk
Betr.: Rechtschreibreform

Im Streit um die sogenannte Rechtschreibreform wollen die Kultusminister hart bleiben … zum Wohle der Kinder?

Das erscheint immer fraglicher, denn das zur Zeit herrschende Rechtschreibchaos – welch wohltuende Ausnahme bildet da das Ostpreußenblatt – wird nur auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, die wie schon bei der Mengenlehre und der Ganzwortmethode als Versuchskarnickel "verbraten" werden.

Sogar die Reformer fordern Korrekturen ihrer eigenen Schlechtschreibung, und der neuaufgelegte "neue Duden" bringt Änderungen, die mit der amtlichen Neuregelung nicht übereinstimmen. Die Reform der Reform wird also allüberall ausprobiert.

Nun wissen "unsere Politiker" anscheinend nicht, wie sie ohne Gesichtsverlust aus dem Durcheinander herausfinden können. Augen zu und durch, scheint ihre Parole zu sein. Also stures Aussitzen der Testphase bis 2005? Nein danke! Es wird vor allem höchste Zeit, daß diese Reformkommission endlich in die Wüste geschickt wird … und wir bleiben – natürlich mit Genehmigung des Bundesverfassungsgerichtes – bei der altbewährten Rechtschreibung ohne Chaos und Murks von oben angeordnet; denn wir sind das Rechtschreibvolk! Karl-Heinz Requard

Reinsbüttel