25.10.2021

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16.09.00 Rätselspiel um eine Rezension in der "Gemeinde"

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 16. September 2000


Wien: Wirklich nur unterbelichtet? 
Rätselspiel um eine Rezension in der "Gemeinde"

Die "Gemeinde", Monatsschrift der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens, brachte in ihrer Juliausgabe eine überaus positive Rezension des Buches "Der Vertreibungs-Holocaust, Politik zur Wiedergutmachung eines Jahrtausendverbrechens". Wörtlich wurde dort in der Rezension ausgeführt: "Das Buch ist ein leidenschaftlicher Appell, das Vertreibungverbrechen in der Öffentlichkeit immer wieder bewußt zu machen und zu verdeutlichen, daß sich mit einem kriminellen Akt identifiziert, wer auf die Ostgebiete und das Sudetenland verzichtet. Die Autoren kommen zu der Erkenntnis, daß ohne ein Bekenntnis zu Ostdeutschland und dem Sudentenland die stigmatisierte und kriminalisierte nationale Identität und Geschichte der Deutschen nicht wiederherstellbar ist. Die Rückgabe der deutschen Ostgebiete und des Sudetenlandes ist und bleibt eine gesamtdeutsche Forderung".

Dieser Abdruck wäre an sich kaum bemerkenswert, darf man doch gerade von Juden erwarten, daß sie Verfolgung, Vertreibung und Ermordung richtig einzuschätzen wissen. Umso bemerkenswerter allerdings ein Kasten in der Augustnummer:

KORREKTUR zu "aufgeblättert" (Juli 2000). "Der Verschleppungsholocaust" ist selbstverständlich keine Buchempfehlung! Leider ging der Aufdruck "ACHTUNG! AUS DER RECHTEN ECKE" beim Belichten verloren!

Wirklich nur unterbelichtet? War da also zunächst jemand so fahrlässig, den Klappentext vom Buchumschlag nahezu wörtlich als "Rezension" abzuschreiben? Und schlampte dann obendrein ein Techniker? Und passierte schließlich dem Korrektor ein Freud’scher Ausrutscher, als er aus dem "Vertreibungsholocaust" einen "Verschleppungsholocaust" machte? Oder handelt es sich um die mehr oder weniger beabsichtigten Außenwirkungen dessen, was in der Kultusgemeinde los ist, seit Ariel Muzicant die Präsidentschaft übernahm? Denn diesem Spätgeborenen, Grundstücksmakler wie vormals Ignatz Bubis, wird sogar von den eigenen Leuten vorgeworfen, ein Scharfmacher zu sein und die Kultusgemeinde als Verein zur Förderung des Antisemitismus erscheinen zu lassen. R. G. Kerschhofer