28.10.2021

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23.09.00 Das leidenschaftliche Plädoyer eines Patrioten: Mit Vaterlandsliebe gegen den Haß

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 23. September 2000


Nach dem Kampagnensommer:
Jetzt erst recht!
Das leidenschaftliche Plädoyer eines Patrioten: Mit Vaterlandsliebe gegen den Haß
Von BALDUR SPRINGMANN

Selten hat der eigentliche Machthaber unseres heutigen, sonst ziemlich gut getarnten autoritären Systems so unverhüllt sein wahres Gesicht gezeigt wie in diesem verregneten Sommer mit dem von den Obergutmenschen ausgerufenen und von allen, allen braven Gutmenschen tapfer angetretenen Kreuzzug gegen "Rechts", der sich von den mittelalterlichen Kreuzzügen nur dadurch unterscheidet, daß plumpe Brutalität durch scheinheilige Raffinesse ersetzt worden ist. Und so, wie jene Eroberer, von denen sich Europa im 18. und 19. Jahrhundert teilweise reinigte, hauptsächlich dank ihrer "Wunderwaffe", der Feuerbüchse, ihre Ausrottungs- und Versklavungsambitionen gegen Indianer und Schwarzafrikaner so "gottgefällig" und perfekt zum Erfolg bringen konnten, haben auch die Kreuzzügler unserer Zeit eine Wunderwaffe: Die Begriffsverwirrung. "Rechts" gleich Antisemitismus gleich Fremdenhaß, gleich blindwütige Gewalt und Terror. Basta.

Solche "geistigen" Wunderwaffen haben aber gegenüber den physischen wie Feuerbüchsen und Raketenabwehrsystemen das Manko, daß wir, die wir damit ausgeschaltet oder wenigstens umerzogen werden sollen, daß wir mit unseren wirklich geistigen Waffen dafür sorgen können, daß die Schüsse aus jenen Kanonen nach hinten losgehen.

Unsere den meisten gar nicht so bewußte Chance ist es, daß wir dem weitgehend unterschwelligen, manchmal auch offen zutage getragenen, finsteren Haß vieler "Grüner" und sonstiger Adepten der Frankfurter Schule gegen alles Deutsche das eh und je Stärkere, Schönere, Strahlendere entgegenstellen können, die Liebe, unsere Vaterlandsliebe. Und das, nun erst recht, ganz ostentativ. Denn – bei all ihrer Raffinesse – ein Gesetz gegen die Liebe werden sie wohl doch nicht zustande bringen. Schon gar nicht, wenn wir von vornherein ein Schutzschild gegen ihre Wunderwaffe Begriffsverwirrung aufrichten.

Da ist als erstes festzustellen, daß "Vaterland" nicht nur aus den geographischen Bereichen zwischen Maas und Memel beziehungsweise zwischen Oder und Saar besteht, sondern darüber hinaus aus einem Etwas, das in derselben, ganz anderen Dimension angesiedelt ist wie der zweite Teil des zusammengesetzten Wortes, wie "Liebe". Insofern entzieht es sich als etwas Metaphysisches jedem Versuch einer Definition (Ab- oder Eingrenzung), weil es die zu solcher Bemessung notwendigen Maße nicht gibt.

Es ist also eher eine Entgrenzung, wenn ich aus eigenem Erleben heraus sage, daß es etwas mit Schwingungen zu tun hat. Und die gibt es ja bekanntlich sowohl im physischen, meßbaren Bereich wie auch im unermeßlichen Metaphysischen. In beiden Bereichen gibt es da etwas ganz Besonderes, was ein holländischer Physiker schon im 17. Jahrhundert entdeckte, als sich die Pendel zweier nebeneinander hängender Wanduhren immer wieder in denselben Rhythmus einschwangen, wenn er einen von beiden angehalten und in anderem Takt in Gange gesetzt hatte. Seitdem hat es sich als Tatsache bestätigt, daß ähnlich geartete Schwingungssysteme, wenn man sie einander annähert, die Tendenz haben, sich zu synchronisieren. Daß es solche Synchronisation nun auch im Bereich des Seelischen und Geistigen gibt, weiß ich aus eigenem gemeinsamen Erleben mit meiner lieben Frau. Und ich weiß es von dem, was mich beim Mitsingen mancher unserer alten Volkslieder bewegt, beim Anhören mancher Eichendorffgedichte, beim Anblick des Bamberger Reiters oder der Uta von Naumburg, beim Lied des Türmers im Faust, bei der Erinnerung an die vaterländischen Feiern in der Aula unseres Gymnasiums und an die Tränen, die mir da manchmal in die Augen traten, wenn wir das Deutschlandlied sangen.

Alles dies trifft nun genauso auf den Begriff "Vaterland" zu, den man also nicht definiert, sondern entgrenzt, wenn man sagt, es hat etwas mit dem zu tun, was ich immer noch und nun erst recht Deutschtum nenne. Dabei berührt mich das Gespötte der ewiggestrigen 68er ebensowenig, wie es den Mond berührt, wenn ein kleiner Hund versucht, ihn anzupinkeln.

Begriffsverwirrung ist übrigens nicht erst in unserer Zeit erfunden worden, sondern schon, als es mit dem Hurrapatriotismus der wilhelminischen Zeit losging. Was Hoffmann von Fallersleben ganz klar in unser Deutschlandlied hineinkomponiert hatte, das Sowohl-Als-auch des Physischen "von der Maas bis an die Memel" und des Metaphysischen wie "deutsche Treue", das wurde damals schon immer einseitiger verengt auf das dreifache Hurra auf Kaiser, König und Vaterland. Das erste "patriotische" Lied, das man mir als kleinem Jungen beibrachte, ging so: "Der Kaiser ist ein lieber Mann, er wohnet in Berlin. Und wär es nicht so weit dahin, so führ ich zu ihm hin." Und an Schwachsinn steht dem nicht nach, wenn die politische Klasse heute von uns verlangt, wir müßten "Verfassungspatriotismus" entwickeln. Unser Grundgesetz – eine Verfassung hat das deutsche Volk sich ja bekanntlich immer noch nicht in freier Selbstbestimmung geben dürfen, obwohl jenes Grundgesetz es gebietet –, unser Grundgesetz also ist ebenso wie alle Gesetzbücher, Dogmen und Gebote Menschenwerk und hat als solches natürlich neben vielem großartig Gelungenem auch Verbesserungsbedürfnis. Und das soll ich ebenso oder gar noch mehr lieben als mein Volkstum, das doch etwas natürlich Gewachsenes und damit Gottgegebenes und damit über alles Menschenwerk weit Erhabenes ist? Anstelle mit "Patriotismus", also etwas ganz und gar Emotionalem, verhalten wir uns zu unserem Grundgesetz mit genau der Loyalität, welche in einer Demokratie allem mit Mehrheit Beschlossenen gebührt. Das heißt, wir reden nicht nur starke Worte in dieser Richtung, sondern wir verhalten uns auch peinlich genau in jeder Situation dementsprechend.

Von daher können wir dann auch von unserer politischen Klasse dieselbe Loyalität besonders gegenüber den grundsätzlichen, das Fundament unseres Staatswesens bildenden Forderungen dieses Grundgesetzes einfordern und bei entgegengesetztem Verhalten Aktivitäten des Verfassungsschutzes anmahnen. Dabei können wir uns auf das Bundesverfassungsgericht berufen, welches 1987 entschied, "daß das Grundgesetz vom Fortbestand des deutschen Staatsvolkes ausgeht ... Dieses Verständnis der politischen und geschichtlichen Identität der Bundesrepublik Deutschland liegt dem Grundgesetz zugrunde ... Aus dem Wahrungsgebot folgt insbesondere die verfassungsrechtliche Pflicht, die Identität des deutschen Staatsvolkes zu erhalten. Die im Wiedervereinigungsgebot des Grundgesetzes enthaltene Wahrungspflicht gebietet es auch, die Einheit des deutschen Volkes als des Trägers des völkerrechtlichen Selbstbestimmungsrechtes zu bewahren."

Daß nun solche von Vaterlandsliebe angeregten Hinweise – noch – etwa im Ostpreußenblatt an die Öffentlichkeit gelangen können, ist ein gewisser Trost in dieser verrückten Zeit. Aber ich meine, wir brauchen ganz, ganz bitternotwendig noch etwas mehr als das:

Verdammt noch mal, ich glaube es einfach nicht, daß es in unserem Volk nicht ganz viele Frauen und Männer gibt, die sowohl das tapfere Herz haben, um in der jetzigen Zeit leben zu können, wie auch den klugen Kopf, der zwingend zu der Einsicht führt, daß wir endlich alle mehr oder weniger berechtigten Teilaspekte und Vereinsmeiereien hinter uns zu lassen und uns zu einer deutschen und zeitgemäßen Art von Rütlischwur zusammenzufinden haben.

Die Möglichkeit zu solcher Sammlung bietet nach all den bisherigen erfolglosen versuchen die "Deutsche Aufbau-Organisation" (DAO, Postfach 1308, 82303 Starnberg), und an uns allen Vaterlandsliebenden liegt es, ob daraus wirklich ein Sammelbecken für alle deutschen Frauen und Männer wird, denen man nicht zu erklären braucht, was die überzeitlichen deutschen Grundwerte und Tugenden sind. Frauen und Männer, welche diese Tugenden selbst zu repräsentieren bemüht sind und diesen Grundwerten wieder Achtung verschaffen können. Frauen und Männer, von denen weithin sichtbar das ausstrahlt, was einzig und allein die Haßtiraden überwinden kann. – Liebe!

Und dann erst, wenn sich endlich alles zusammengefunden hat, was über mehr ökologische oder mehr ökonomische oder mehr soziale Interessen hinweg von der bitteren Notwendigkeit solcher Sammlung überzeugt ist, wird sich aus dieser Sammlung heraus das bilden können, wonach wir uns alle sehnen:

Eine starke politische Kraft zur Rettung des Deutschtums vor dem sonst unausweichlichen Niedergang und zur zeitgemäßen und zukunftsgerechten Weiterentwicklung deutscher Kultur in einem weltoffenen, voll autonomen deutschen Staat.

Baldur Springmann machte vor 20 Jahren bereits Schlagzeilen als einer der herausragenden Sprecher der aufkeimenden Grünen. Als grauer Rauschebart im wallenden Gewande erschien der 1912 in Hagen/Westfalen Geborene den meisten eher als komischer Kauz. Doch was ihn in Wahrheit von der Masse der Grünenfunktionäre unterschied, war nicht sein Auftreten, auch nicht sein hohes Alter – Springmann meinte es ernst mit der Ökologie, wobei ihm Naturschutz sowie Schutz und Pflege der Heimat im umfassenden Sinne stets als unauflösliche Einheit erschienen.

Schon im Alter von 15 Jahren wandte sich der Industriellensohn der Natur und bäuerlicher Lebensart zu. Nach dem Abitur absolvierte Springmann eine landwirtschaftliche Lehre und arbeite als Pferdeknecht auf einem Bauernhof. Auch studierte er Landwirtschaft und erwarb einen Hof in Mecklenburg.

Den Krieg erlebte Baldur Springmann als Batteriechef in Kiel und Kapitänleutnant in Swinemünde. 1942 heiratete er seine 1981 verstorbene Frau Ilse Bünsow (hier mit Springmann auf einem Foto von 1980).

Nach der Flucht aus Mecklenburg erwarb der Naturfreund einen Hof bei Bad Segeberg, den er bereits 1954 auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umstellte.

In den 70er Jahren stritt Springmann gegen die Kernkraft, er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der "Grünen", denen er allerdings schon im Juni 1980 den Rücken kehrte. Es hatte sich schnell herausgestellt, daß Linksradikale aus den sogenannten "K-Gruppen" die Formation unterwandert hatten. Diesem Mißbrauch des Ökologiegedankens durch Extremisten wollte Baldur Springmann auf keinen Fall als Feigenblatt dienen. Nach kurzem Abstecher zur "Ökologisch-Demokratischen Partei" (ÖDP), die heute nur noch in Bayern eine gewisse regionale Rolle spielt, kehrt er der Parteipolitik 1981 den Rücken.

Heute ist Baldur Springmann Mitglied des Vorläufigen Sprecherkreises der "Deutschen Aufbau-Organisation", einer überparteilichen Formation unter Führung des Friedensforschers Alfred Mechtersheimer.

Springmann fordert heraus. Seine Sprache orientiert sich weder an Vorgaben des Zeitgeistes noch einer von oben verordneten "politischen Korrektheit". Mit unvermindert jugendlichem Elan sagt er, was er für richtig hält, und dies in einer Weise, die ihm angemessen erscheint. Ein Mann, dem offenbar nie die Puste ausgeht.   H. H.