17.10.2021

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30.09.00 Slobodan Milosevic: Der Zerstörer Groß-Serbiens

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 30. September 2000


Slobodan Milosevic: Der Zerstörer Groß-Serbiens

Sind wir ihn wirklich los? Ist Slobodan Milosoevic´ Vergangenheit? Man mag es kaum glauben. Dieser Mann hat fürchterliche militärische Niederlagen und den beispiellosen Abstieg seines Landes überstanden. Auf ihn hagelte es Bomben und Sanktionen, er verschliß etliche "Hoffnungsträger" einer nicht selten machtvollen Opposition. Daß sich ein Mann von solch düsterem Kaliber von einer Wahlentscheidung einfach beiseite schieben läßt, widerspricht den Erwartungen des gesunden Menschenverstandes.

Wer eines Tages die Geschichte des Slobodan Milosoevic´ schreiben wird, dürfte kaum einen passenderen Titel finden als den des "Zerstörers von Groß-Serbien". Er war ein gerissener Taktiker und skupelloser Machtmensch – doch Milosoevic´ war eben auch ein erbärmlicher Stratege. Einerseits vermochte er es, seine Kontrahenten immer wieder hinters Licht zu führen, über einen großen Plan für die Zukunft seines Landes aber hat er nie verfügt und bemerkte diesen Mangel offenbar nicht einmal.

Milosoevic´ war zentral beteiligt am Hinausdrängen der Kroaten, Slowenen und Mazedonier aus dem jugoslawischen Staatenverband. Ihre Unabhängigkeitsbestrebungen waren nur die Antwort auf den aggressiven serbischen Chauvinismus, der zuletzt den Namen Milosoevic´ trug. Er hetzte die Serben Bosniens in den Bürgerkrieg und war nunmehr sogar auf dem Wege, auch Montenegro davonzujagen.

Schließlich erlaubte es seine Politik den USA nebst Anhang, sich dauerhaft im Kosovo festzusetzen. Sein Gebaren gab die Kulisse ab für jene Propagandaformel von der "Humanitären Intervention", an die mit wachsendem Abstand immer weniger kritische Beobachter glauben mögen. Monat für Monat reihten sich dubiose Indizien aneinander, die am selbstlosen Zweck der Übung zweifeln lassen. Zuletzt verplapperte sich Mazedoniens Industrieminister, als er einen Abstecher der durch das Gebiet geplanten Ölpipeline nach Skopje vorschlug. Daß hier eine höchst wichtige Leitung zum Transport in Bulgarien angelandeten kaspischen Öls überhaupt geplant ist (und womöglich der eigentliche Grund für den Kosovo-Krieg gewesen war, Truppen zur Sicherung der sensiblen Trasse stationieren zu können), wurde seitens der Nato stets als böse antiamerikanische Hetze abgetan. Nun kam aus Skopje eine Art Bestätigung (Das Ostpreußenblatt berichtete).

So hätte Milosoevic´ aus der Sicht des Westens vorübergehend sogar eine praktische Funktion gehabt. Doch die wäre erfüllt, er kann gehen. H. H.