17.10.2021

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30.09.00 Blick nach Osten

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 30. September 2000


Blick nach Osten

Estland: Kein Öl ins Feuer

Reva/Laibach – Während in Polen und Ungarn die massiven Protestaktionen von Fernfahrern gegen die hohen Benzinsteuern andauern, erklärte der Chef der estnischen Berufsvereinigung, Toivo Kuldkepp, daß man keine Verkehrsblockaden plane. Gegenüber der Tageszeitung "Aripaov" sagte er, daß solche Aktionen widersinnig seien, da der Sprit in der Baltenrepublik vergleichsweise niedrig besteuert würde. Der Staatsanteil in Estland beläuft sich auf 40 Prozent des Endpreises gegenüber 55-80 Prozent im sonstigen Europa. In Slowenien kamen die Regierung und die Fahrer-Gewerkschaft unterdessen überein, die Diesel-Steuern zu senken. Die Machtigen in Warschau und Budapest geben sich dagegen noch immer kompromißlos.

Boykott gegen Litauen

Wilna – Die für den 3.–5. Oktober in Wilna geplante internationale Konferenz über enteignetes jüdisches Eigentum wird vom Rat der Europäischen Juden boykottiert. Zur Begründung verweist das Gremium auf eine am 12. September durch das Parlament Litauens angenommene Resolution. Darin wird die Erklärung der Wiederherstellung der Unabhängigkeit durch eine antikommunistische und prodeutsche litauische Regierung am 23. Juni 1941 für rechtsgültig erklärt. Dieser wird von jüdischen Funktionären eine Mitverantwortung für spätere Verbrehen in Litauen vorgeworfen. Die jüngste Resolution sei daher eine "Schande für einen EU-Kandidaten".

Erste Privat-Universität

Rosenberg – Im slowakischen Rosenberg (Ruzomberok) wurde am 20. September die erste private Universität des Landes eröffnet. Die Finanzierung der Katholischen Universität übernimmt weitgehend die Kirche, einen kleineren Teil gibt der Staat. Am selben Tag stellte der Vorsitzende der Internationalen Roma-Union, Emil Scuka, den Plan einer Zigeuner-Universität in Kaschau vor.

Rätselhaftes Geschenk

Warschau – Der britische Prinz Andrew beschenkte bei seinem Polenbesuch am 18. September Ministerpräsident Buzek mit einer originalen "Enigma" (Rätsel)-Chiffriermaschine aus einem deutschen U-Boot. Damit bedankte er sich für die Rolle, die polnische Mathematiker bei der Entschlüsselung von Funksprüchen im Zweiten Welkltrieg gespielt haben. Nach Auffassung polnischer HIistoriker soll es Marian Rajewski, Jerzy Rozycki und Hendryk Zygalski bereits 1933 gelungen sein, den deutschen Code zu knacken. Nach der eigenen Niederlage hätten sie ihr Wissen an die Briten weitergegeben. Demgegenüber heißt es in der "Encyclopedia Britannica", daß die 1940 gelungene kriegsentscheidende Dechiffrierung in erster Linie dem eigenen Geheimdienst zu verdanken sei.